Fußball Bundesliga
Gladbach gibt "Rote Laterne" ab

Feuer im rheinischen Derby: Das Duell zwischen Köln und Borussia Mönchengladbach begann schon vor Anpfiff auf den Rängen. Auf dem Platz dauerte es, nicht zuletzt wegen schwierigster Platzverhältnisse, bis es richtig rund ging - in der zweiten Hälfte brannten aber zumindest die Gäste ein Feuerwerk ab.

Altmeister 1. FC Köln ist am Tiefpunkt angekommen: Durch eine 0:4 (0:0)-Niederlage im 111. rheinischen Derby gegen das bisherige Schlusslicht Borussia Mönchengladbach rutschten die Kölner selbst auf den letzten Platz der Bundesliga ab. Die Jahreshauptversammlung am Dienstag dürfte nun noch hitziger werden als ohnehin befürchtet. Ob Interimstrainer Frank Schaefer, der wie sein Gegenüber Michael Frontzeck den Verein aus seiner Geburtsstadt coacht, zur Dauerlösung wird, scheint nun ebenfalls unsicher.

Die Gladbacher feierten dagegen den ersten Erfolg nach neun Spielen und den überhaupt erst zweiten der Saison - den ersten hatten die Borussen kurioserweise ebenfalls in einem Auswärtsspiel bei einem rheinischen Rivalen gefeiert (6:3 in Leverkusen). Den 50. Sieg gegen den Erzrivalen sicherten Raul Bobadilla (52./90.+1), der US-Amerikaner Michael Bradley (70.) und Ivan de Camargo (82.).

Schaefer: "sehr, sehr bittere Niederlage"

"Für uns ist das eine sehr, sehr bittere Niederlage. In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht. Vor dem 0:1 gab es ein Foul gegen meine Mannschaft im Mittelfeld, danach wurde es wirklich bitter. Das Ergebnis ist aber zu hoch ausgefallen.", sagte Kölns Interimscoach Fank Schaefer.

Wie aufgeheizt die Stimmung in beiden Fanlagern war, zeigte sich schon vor dem Anpfiff: Im Gladbacher Block wurden bengalische Feuer abgebrannt, zwei Kölner Fans liefen auf den Rasen, die Begegnung begann mit rund vier Minuten Verspätung. Rund ums Stadion hatte die Polizei die Situation mit rund 1 000 Einsatzkräften aber gut im Griff.

Nasser Rasen unterbindet den Spielfluss

Die Partie wurde vor 50 000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena dagegen auf dem nahezu unbespielbaren Rasen zur Lotterie. Ein Spielfluss kam so lange nicht zustande, statt spielerischer Höhepunkte standen einzig und allein rassige Zweikämpfe im Mittelpunkt. Ein ums andere Mal bremsten sogar die Wassermassen den rollenden Ball. Auch für Schiedsrichter Peter Gagelmann war das Spiel ausgesprochen schwer zu leiten, nicht immer ließ sich zwischen Fouls und Rutschern einwandfrei unterscheiden.

Torchancen waren im ersten Durchgang denn auch Mangelware. Die größte besaß der Kölner Mato Jajalo, der bei einem Schuss von der Strafraumgrenze nicht genug Druck hinter den Ball bekam und diesen so zur dankbaren Beute für Christopher Heimroth im Gladbacher Tor machte (18.).

Gladbach verliert Brouwers und Rückkehrer Dante

Nach dem Wechsel kamen die Gäste deutlich bissiger aus der Kabine. Michael Bradley hatte schon nach knapp 20 Sekunden die ersten Gelegenheit mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, fünf Minuten später dann die Führung für die Gladbacher. Beim Freistoß von Bobadilla machte Kölns Schlussmann Miro Varvodic aber keine gute Figur: Der 21-Jährige gab durch einen Schritt in die Mitte die Torwartecke frei und kam beim Schuss an den Innenpfosten nicht mehr rechtzeitig zurück.

Danach wurde die Partie immer hektischer. Nach einer Stunde bejubelten die Borussia-Fans bereits zum zweiten Mal, dem Treffer von Marco Reus verwährte Gagelmann wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aber die Anerkennung. Die Gladbacher mussten in Roel Brouwers und dessen Ersatz Dante gleich zwei Innenverteidiger verletzungsbedingt auswechseln, verteidigten aber mit großer Willenskraft und legten durch Bradleys abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze und de Camargo nach. Die Kölner brachten im zweiten Durchgang dagegen nichts mehr zustande.

© SID

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