Fußball Bundesliga
Hackmann attackiert Bierhoff

Kaum sind die besinnlichen Weihnachtstage vorbei, weist Werner Hackmann die Angriffe von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zurück. "Das geht nicht", verbat sich der DFL-Chef die Einmischung in DFL-Planungen.

Kurz vor Jahresende zeichnet sich eine heftige Debatte zwischen DFL und der Führung der Nationalmannschaft ab: Ligaverbands-Präsident Werner Hackmann hat sich Einmischungen der Nationalmannschafts-Führung in Auslandsaktivitäten der Deutschen Fußball Liga (DFL) verbeten. Außerdem zog der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende in einem Interview mit der Fachmagazin kicker ein kritisches Fazit der Selbstdarstellung der Bundesliga-Vereine auf internationaler Bühne und forderte darüber hinaus zur Verhinderung von Medien-Boykotten wie zuletzt bei Schalke 04 Änderungen in den Arbeitsverträgen der Spieler.

Hackmann wies die Kritik von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff an den DFL-Plänen für eine stärkere Präsenz der Teams im Ausland mit Nachdruck zurück: "Wenn ich lese, dass es Bedenken seitens der Führung der Nationalmannschaft gibt, wenn sich unsere Vereine auf dem asiatischen Markt präsentieren, muss ich sagen: Das geht nicht. Die Liga muss auch an sich denken, wenn sie Märkte erschließen will." Bierhoff hatte die Klubs Mitte Dezember vor einer Ausweitung von Auftritten in Sommer- und Winterpausen gewarnt ("Der Trend sollte zurückgehen").

Nicht über die über Anfänge hinaus gekommen

Aus Hackmanns Sicht sind zusätzliche Anstrengungen allerdings auch aufgrund bislang nicht erfüllter Erwartungen bei der Eroberung neuer Vermarktungspotenziale außerhalb Deutschlands notwendig. "Was wir uns seit mehreren Jahren vorgenommen haben, insbesondere im chinesischen Markt stärker aufzutreten, ist über Anfänge nicht hinaus gekommen", bilanzierte der Liga-Chef ernüchtert.

Ein Dorn im Auge war Hackmann im ausklingenden Jahr das frühe Aus für den Hamburger SV in der Champions League sowie Schalke 04 und Hertha BSC Berlin im Uefa-Pokal. "Wir werden Situationen analysieren, auch mit Sach- und Fachverstand von außen. Wir werden untersuchen, wie es sein kann, dass Vereine mit großem Personaletat gegen relativ kleine Klubs ausscheiden", sagte Hackmann.

Aufarbeitung der schwachen Europacup-Bilanz

Für die Aufarbeitung der schwachen Europacup-Bilanz kündigte der frühere Politiker, der den drohenden Verlust der Chancen auf einen dritten Champions-League-Platz für die Bundesliga als "schweren Rückschritt" empfinden würde, die Einbindung des früheren Hockey-Bundestrainers Bernhard Peters aus dem neuen DFB-Kompetenzteam sowie von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer an: "Wir wollen es nicht nur im eigenen Saft der Liga analysieren."

Für die Zusammenarbeit der Klubs mit dem DFB für die Nationalmannschaft hingegen stellte Hackmann eine Reduzierung der Kooperationsbereitschaft im Vergleich zu den Kompromissen für die zurückliegenden Heim-WM im vergangenen Sommer in Aussicht: "Es gilt, eine Ausgewogenheit zu finden. Eine Unterwerfung wie zur WM kann und wird es nicht geben."

© SID

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