Fußball Bundesliga
Hamburgs heißer Flirt mit van der Vaart

Rafael van der Vaart wollte vor sieben Monaten unbedingt zu Real Madrid, ist inzwischen viel zu teuer geworden, doch der Hamburger SV gibt den hartnäckigen Flirt mit der alten Liebe nicht auf.

dpa NIJMEGEN. "Wenn Rafael die Entscheidung für sich trifft, Real Madrid wieder zu verlassen und nach Deutschland zurückzukehren, dann kann es für ihn nur einen Verein geben - und das ist der HSV", formuliert der niederländische Trainer Martin Jol seinen Wunsch, den Landsmann zurückzuholen. Jol schränkt aber ein: "Ich kann mir vorstellen, dass er noch einmal für den HSV spielt, aber dafür ist es noch zu früh". Der Umworbene erteilte den Hanseaten umgehend eine Abfuhr.

"Auch wenn ich eine tolle Zeit in Hamburg hatte, will ich mich unbedingt bei Real durchsetzen", sagte der 26-Jährige der "Bild"- Zeitung. Erst zu Saisonbeginn war van der Vaart für rund 15 Mill. Euro verkauft worden, konnte sich bisher aber keinen Stammplatz in Spanien erkämpfen. Falls er irgendwann noch einmal in Deutschland spielen wolle, "ist der HSV natürlich meine erste Wahl und Adresse in der Bundesliga. Ist doch klar. Aber eine Rückkehr ist kein Thema für mich", betonte der ehemalige HSV-Kapitän, der seinen Fünf-Jahres- Vertrag bei den Madrilenen durchaus ernst nimmt: "Entweder ist man ein Kämpfer im Leben oder nicht".

Das Reservisten-Dasein bei seinem Club kostete den Techniker inzwischen sogar den Stammplatz in der Nationalelf. Ausgerechnet an seinem Geburtstag strich ihn Trainer Bert van Markwijk gegen Tunesien aus der Anfangsformation. Van der Vaart gibt sich tapfer, will sich "wieder ranarbeiten" und verdrängt die Gedanken an die Hamburger Zeit, als ihn die volle Arena ein ums andere Mal mit "standing ovations" feierte. Spanische Zeitungen schreiben immer wieder davon, dass Madrid ihn loswerden will, und auch seine Ehefrau Sylvie sieht eine etwaige Rückkehr nach Deutschland nicht negativ. Die attraktive ehemalige Fernsehmoderatorin war zuletzt Jury-Mitglied der RTL-Show "Das Supertalent". An der Elbe haben die van der Vaarts ihr Image als mondänes Paar gepflegt. In Madrid sind sie eine ganz normale Fußballer-Familie.

Die Hamburger haben zwar nach dem Verkauf von Nigel de Jong an Manchester City rund 20 Mill. Euro eingenommen und können im Sommer mit gut gefüllter Schatulle auf Einkaufstour gehen. Doch ein van der Vaart würde das Gehaltsgefüge des Bundesliga-Dritten sprengen. "Rafael ist ein Sonnenschein in unserer Vereinsgeschichte. Aus sportlicher Sicht verdient er das Prädikat besonders wertvoll", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, der das Kapitel aber nicht noch einmal aufschlagen will. Auch für Uwe Seeler gibt es kein Zurück: "Das sind für mich Luftschlösser. Wir finden es schade, dass er den HSV verlassen hat, aber er hatte es damals ja auch so gewollt", sagte das HSV-Idol dem Internetportal "Sport 1".

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