Fußball Bundesliga
Hannover dreht Partie gegen zehn "Fohlen"

Borussia Mönchengladbach bleibt weiterhin Tabellenschlusslicht. Am 15. Bundesliga-Spieltag verspielten die "Fohlen" in Unterzahl eine Führung gegen Hannover 96 und verloren 1:2.

Eine Riesen-Dummheit von Raul Bobadilla und ein Hannoveraner Doppelschlag haben Borussia Mönchengladbach um den ersehnten ersten Heimsieg der Saison gebracht. Nach einer berechtigten Roten Karte gegen den Argentinier in der 43. Minute, schon Platzverweise Nummer fünf für die Borussen in diesem Jahr, verlor das Liga-Schlusslicht noch 1:2 (1:0) gegen Hannover 96 und wartet weiter auf den ersten Dreier im heimischen Stadion seit dem 2:0 gegen Frankfurt vor fast acht Monaten (9. April).

Der erst kurz zuvor eingewechselte Mike Hanke (73.) und Didier Ya Konan mit seinem siebten Saisontor (75.) bescherten dagegen Hannover den vierten Sieg in Serie, durch den die Niedersachsen sogar zumindest bis zum Sonntag auf einen Champions-League-Platz kletterten. Michael Bradley hatte Gladbach in der 17. Minute vor 37 195 Zuschauern in Führung gebracht. 96-Torhüter Florian Fromlowitz hatte bei Bradleys Treffer Pech, als ihn Bobadilla und Igor de Camargo entscheidend irritierten, der Ball aber ins Tor flog, ohne dass einer der beiden Gladbacher ihn berührt hatte.

Bobadilla legt sich mit dem 4. Offiziellen an

Für Bobadilla dürfte die Hinrunde damit vorzeitig beendet sein. Nach der Roten Karte attackierte er zunächst noch auf dem Spielfeld Sergio Pinto, als er danach doch Richtung Kabinengang stapfte, beschimpfte er noch den vierten Offiziellen Christian Fischer. Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb hatte Bobadillas Tritt in Pintos Allerwertesten zunächst nicht gesehen. Assistent Volker Wezel hob aber sofort die Fahne und bestätigte wie auch Fischer Bobadillas Aussetzer. Neben Bodadilla wird im nächsten Spiel beim SC Freiburg auch Marco Reus fehlen, der die fünfte Gelbe Karte sah.

Borussia-Trainer Michael Frontzeck hatte sein Team gegenüber der 1:4-Niederlage in Dortmund auf zwei Positionen umgestellt. Die beiden Südamerikaner Juan Arango und Bobadilla rückten in die Startformation, dafür mussten Patrick Herrmann und Mohamadou Idrissou auf die Bank. In der Innenverteidigung begann erneut der aus der zweiten Mannschaft zu den Profis zurückgeholte Jan-Ingwer Callsen-Bracker. 96-Coach Mirko Slomka nahm nach dem 3:0 gegen Freiburg nur eine Änderung vor. Für Sofian Chahed rückte Pinto in die erste Elf.

Arango verpasst das 2:0

Bis zur überraschenden Führung hatten die Gladbacher relativ nervös begonnen und kaum Torgefahr ausgestrahlt. Auch nach dem 1:0 fanden die Gastgeber zunächst kaum mehr Sicherheit. In der 31. Minute hätte Arango allerdings auf 2:0 erhöhen können, als er nach einem Eckball von Bradley zehn Meter vor dem Tor frei zum Schuss kam, mit seinem schwächeren rechten Fuß aber übers Tor schoss.

Die erste dicke Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatten die dezimierten Gladbacher, Reus verfehlte aber nach einem Konter aus 16 Metern das Tor. Die Borussen zogen sich weit in die eigene Hälfte zurück und suchten ihr Heil in Kontern. Slomka verstärkte in der 59. Minute durch Mike Hanke seine Offensive, gerade einmal eine Minute später verfehlte Ya Konan aus kurzer Distanz nur knapp das Gladbacher Gehäuse. Später bereitete er zunächst den Ausgleich vor und traf danach selbst.

Frontzeck: "Rational nicht nachvollziehbar"

Gladbach-Trainer Michael Frontzeck war nach der Partie bedient: "Ich denke, wir waren sehr gut im Spiel, haben uns dann aber aus unerklärlichen Gründen, rational nicht nachvollziehbar, selbst geschwächt. Was wir uns erarbeitet hatten, haben wir wieder einmal selbst kaputtgemacht. Wir stehen zu Recht da, wo wir stehen. Wir dürfen nicht nur hoffen, dass wir, wenn die Verletzten zurückkommen, die Sache kippen können."

Mirko Slomka war mit der Leistung seines Teams bis zum Platzverweis unzufrieden: ""Wir haben eine weniger gute erste Halbzeit gespielt, ganz wenige Zweikämpfe für uns entschieden und sind verdientermaßen in Rückstand geraten. Gladbach hat das gut gemacht, weil wir ihnen das gestattet haben." Der 96-Trainer lobte jedoch das Überzahlspiel seiner Mannschaft. "Wir wollten in aller Ruhe und Gelassenheit die Sache angehen, das ist uns geglückt", sagte Slomka.

© SID

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