Fußball Bundesliga
Hannovers Flucht nach vorne

Am heutigen Freitag ist Hannover 96 zum Auftakt des elften Bundesliga-Spieltages zu Gast bei Eintracht Frankfurt. Die Niedersachsen wollen bei den Hessen offensiv agieren und peilen den nächsten Auswärtssieg an.

Uefa-Cup-Platz oder nur graues Mittelfeld? Eintracht Frankfurt steht nach der 1:5-Pleite beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag am Scheideweg. Zum Auftakt des elften Bundesliga-Spieltages empfangen die Hessen heute (20.30 Uhr, live bei Premiere) Hannover 96. Ein Sieg, und die Eintracht zieht an den Niedersachsen in der Tabelle vorbei.

Eine schlüssige Erklärung für das Eintracht-Phänomen hat auch Kapitän Ioannis Amanatidis noch nicht gefunden. "Immer wenn wir uns im vorderen Tabellendrittel etablieren können, geht es voll daneben. Vielleicht passiert da bei uns etwas im Kopf und etwas setzt aus", unkte der griechische Nationalstürmer und versprach ungeachtet seiner Ratlosigkeit Wiedergutmachung für die kollektive "Arbeitsverweigerung" (Amanatidis) beim 1. FC Nürnberg.

Funkel bleibt ruhig

Auch Trainer Friedhelm Funkel kündigte für das Duell mit Hannover 96 ein "anderes Gesicht" seiner Mannschaft an. Grund zur Panik sieht der 53-Jährige ob der Schmach von Nürnberg und zuletzt nur einem Sieg aus fünf Partien aber nicht.

Funkel führte seinen Spielern die haarsträubenden Abwehrfehler vom vergangenen Samstag mittlerweile per DVD-Vorführung noch einmal vor Augen, öffentlich hält er jedoch schützend die Hand über sein Team. "Ich stelle jetzt nicht alles infrage, was achteinhalb Spiele gut war", erklärte Ex-Profi Funkel und legte die bittere Pleite beim Club mit vier Gegentreffern in der zweiten Halbzeit offiziell zu den Akten: "Das haben wir abgehakt. So etwas kann im Fußball passieren, daran werden wir nicht zerbrechen."

Hecking kündigt Offensive an

Sorgen dieser Art sind Hannovers Trainer Dieter Hecking momentan fremd. Nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage strotzt die drittstärkste Auswärtsmannschaft der Liga (10 Punkte aus fünf Spielen) nur so vor Selbstvertrauen - und will auch in Frankfurt offensiv agieren. "Das ist das, was meine Mannschaft im Moment am besten kann", begründete Hecking, der weiterhin auf den Rekonvaleszenten Thomas Brdaric (Reha nach Knie-OP) verzichten muss.

Vor allen Dingen 96-Abwehrspieler Michael Tarnat will sich mit einem "Dreier", durch den die Niedersachsen zumindest für eine Nacht Tabellenrang vier und die damit beste Platzierung seit dem Wiederaufstieg vor fünf Jahren erreichen könnten, ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk machen. Der Routinier wird am Samstag 38 Jahre alt. Ex-Nationalspieler Tarnat: "Mit einem Sieg könnte ich natürlich noch besser feiern."

Ans Feiern wird momentan in Frankfurt nicht gedacht. Zumal den derzeitigen Tabellenachten vor dem Spiel gegen Hannover Personalsorgen in der zuletzt harsch kritisierten Defensive plagen. Mehdi Mahdavikia (Muskelfaserriss) fällt weiter aus. Zudem ist der Einsatz von Außenverteidiger Christoph Spycher (Wadenblessur) gefährdet.

Frankfurt mit Problemen in der Defensive

Ungewohnte Unsicherheiten zeigten zuletzt auch die beiden Innenverteidiger Marco Russ und Sotirios Kyrgiakos. Doch Funkel, der vor allen Dinge vom gesetzten Griechen Kyrgiakos eine "Trotzreaktion" erwartet, bleiben wenig Alternativen. Sollte der Schweizer Nationalspieler Spycher ausfallen, könnte Patrick Ochs auf die linke Abwehrseite rücken. Christoph Preuß, der wegen der Folgen eines Nasenbeinbruchs seit ein paar Tagen mit einer Spezialmaske trainiert, würde dann wohl rechts verteidigen.

© SID

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