Fußball Bundesliga
Heidrich: "Die Tabelle sieht auch jetzt schön aus"

Energie Cottbus hat in der Bundesliga einen guten Start hingelegt und rangiert vor dem fünften Spieltag auf Platz vier. Manager Steffen Heidrich gibt Auskunft zur momentanen Lage, den Fans und den langfristigen Zielen.

Im aktuellen Bundesliga-Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) hat sich Manager Steffen Heidrich über den bisherigen Saisonverlauf von Energie Cottbus, die geringen Zuschauerzahlen im heimischen Stadion der Freundschaft oder das Sanierungsprogramm geäußert. Die Lausitzer sind gut in die Saison gestartet und stehen in der Tabelle vor dem fünften Spieltag auf Rang vier.

sid: "Steffen Heidrich, Energie Cottbus belegt nach vier Spieltagen in der Bundesliga überraschend Platz vier mit nur einem Zähler Rückstand auf Tabellenführer Hertha BSC Berlin. Greifen Sie am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg Platz eins an?"

Steffen Heidrich: "So vermessen sind wir nicht, die Tabelle sieht auch jetzt sehr schön für uns aus. Wir wollen das Spiel gewinnen. Nur darum geht es."

sid: "Hat Sie der Saisonstart selbst ein wenig überrascht?"

Heidrich: "Nein, auch nicht, dass die Mannschaft ihre Punkte absolut verdient geholt hat. Aber die richtigen Bewährungsproben kommen erst noch. Da wird sich zeigen, ob wir eine Mannschaft sind."

sid: "Trotz der Erfolge muss das Team wegen seiner defensiven Spielweise in der Öffentlichkeit viel Kritik einstecken. Ihr Manager-Kollege Christian Heidel vom FSV Mainz 05 bezeichnete das Energie-Spiel als "völlig destruktiv"."

Heidrich: "Diese Aussage finde ich einfach unglaublich und stillos. Es wäre vermessen von uns zu sagen, wir spielen jetzt richtig offensiven Fußball, obwohl wir das Personal dazu nicht haben. Wir müssen wie alle anderen Klubs erfolgsorientiert arbeiten. Außerdem haben wir gerade gegen Mainz in der zweiten Halbzeit ansehnlichen Fußball gespielt."

sid: "Dennoch bleiben die Zuschauer weg. Gegen Nürnberg werden wieder nur etwa 15 000 Zuschauer ins Stadion der Freundschaft kommen. Woran liegt es?"

"Wirtschaftliche Situation spielt eine Rolle"

Heidrich: "Das ist auch für uns ein wenig enttäuschend. Aber man muss die Rahmenbedingungen beachten: Hertha BSC Berlin zum Beispiel kann aus einem Einzugsgebiet von fünf bis sechs Millionen Menschen schöpfen, wir aus einem von 250 000 Leuten. Außerdem spielt die wirtschaftliche Situation der Menschen hier eine große Rolle, viele sind arbeitslos."

sid: "Dies war aber auch schon vor sechs Jahren so, als Sie als Energie-Kapitän zum ersten Mal mit Cottbus Bundesligaluft schnuppern durften und das Stadion der Freundschaft voll war. Wo ist die Aufstiegseuphorie hin?"

Heidrich: "Es ist schon Wahnsinn, dass einige Leute hier die Bundesliga als Normalität einstufen. Aber die Fans, die ins Stadion kommen, erzeugen eine Atmosphäre, die die Mannschaft trägt. Das ist letztendlich entscheidend."

sid: "Könnte der geringe Zuschauerzuspruch dennoch die gerade erst begonnene Sanierung des mit 4,5 Mill. Euro verschuldeten Klubs in Gefahr bringen?"

Heidrich: "Wir wollen unsere Verbindlichkeiten nach dieser Saison um die Hälfte reduziert haben, von daher ist das schon gefährlich. Aber wir haben mit 15 000 Zuschauern kalkuliert und die werden auch kommen. Allerdings haben wir noch viel vor mit dem Verein, da könnten wir Zusatzeinnahmen gut gebrauchen."

sid: "Wie lautet Ihr langfristiges Ziel mit Energie?"

Heidrich: "Wir wollen in Cottbus den Profifußball etablieren. Wenn mir jemand anbieten würde, so wie in den vergangenen Jahren abwechselnd drei Spielzeiten in der Bundesliga und drei in Liga zwei zu spielen, das würde ich sofort unterschreiben. Manche wehren sich gegen das Image einer Fahrstuhlmannschaft, ich hätte dagegen nichts einzuwenden."

© SID

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