Fußball Bundesliga
Heynckes kommt bei Bayern-Spielern an

Stimmungsumschwung in der Bayern-Kabine: Nach dem spektakulären Rauswurf von Jürgen Klinsmann glauben auch die Profis des deutschen Fußball-Meisters unter Trainer-Altmeister Jupp Heynckes wieder an ein Happy-End einer fast schon verkorksten Saison. So manche Aussage kommt dabei einem Nachtreten gegen den Ex-Coach gleich.

dpa MÜNCHEN. "Die Stimmung ist überragend", berichtete Kapitän Mark van Bommel und verspürt eine neue Zuversicht: "Ich glaube, dass der Glaube im ganzen Verein und auch bei den Fans zurück ist."

Nach den "ersten Anzeichen des Zerfalls", den Franz Beckenbauer zwischen Klinsmann und der Mannschaft beobachtet hatte, scheint sich unter Heynckes ein Gefühl des Aufbruchs auszubreiten. In seinen ersten Trainingseinheiten hat der 63-Jährige zusammen mit Co-Trainer Hermann Gerland gleich für einen neuen Zug, für Disziplin, Ordnung und einen System-Wechsel (Raute im Mittelfeld) gesorgt. Und auch die Mannschaft hält sich öffentlich an die Zielvorgabe des Chefs, die direkte Champions-League-Qualifikation heißt. "Wir versuchen, unser Mindestziel zu schaffen, den zweiten Platz. Ob mehr rauskommt, werden wir sehen", sagte van

Der Kapitän wollte ebenso wie Teamkollege Hamit Altintop keine Vergleiche zwischen Klinsmann und Heynckes anstellen, aber zwischen den Zeilen konnte man sie herauslesen. "Der Trainer hat eine klare Philosophie", sagte Altintop über Heynckes, mit dem er in der Saison 2003/2004 bei Schalke 04 zusammengearbeitet hatte. Als "kontrollierte Offensive" beschrieb diese Philosophie van Bommel, der die klaren Anweisungen und Vorgaben im Training besonders hervorhob. "Er gibt klar an, was er will und was nicht. Er korrigiert, er stimuliert. Das gefällt uns einfach", berichtete der Niederländer.

"Wir sind froh, dass wir jetzt mit Herrn Heynckes arbeiten", sagte der Kapitän, der bestätigte, was auch dem Club-Vorstand und Heynckes bei Klinsmanns verlorenem Endspiel gegen Schalke (0:1) aufgefallen war: "Die Blockade war da." Seine Antworten auf die Reporter-Fragen sollten zwar "kein Nachtreten" gegen Klinsmann sein, wie van Bommel betonte, aber das Lob für den Fußballlehrer Heynckes konnte durchaus gegen den Ex-Coach ausgelegt werden. "Jupp Heynckes weiß einfach, wie es geht. Man spürt, dass er als Trainer sehr viel Erfahrung hat."

Van Bommel berichtete, dass ihn Heynckes einst aus Eindhoven zum FC Schalke lotsen wollte, "aber es ist damals an der Transfersumme gescheitert". Klar ist den Spielern aber auch, dass jetzt sie eine Reaktion zeigen müssen, schon im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ist das Alibi Klinsmann weg. "Wir müssen das Spiel gewinnen - und am besten überzeugen", sagte van Bommel. "Spätestens jetzt wissen alle, was die Stunde geschlagen kann. Jetzt sind wir Spieler gefordert", erklärte Altintop.

Heynckes arbeitet mit Hochdruck auf sein Bundesliga-Comeback hin. Mit energischem Ton zeigt der neue Chef, wer das Sagen hat. Klinsmann ist Vergangenheit - auf dem Platz und auch im Betreuerstab; gegen Gladbach wird Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wieder als Arzt auf der Bank sitzen. Taktisch plant Heynckes ohne den gesperrten Franck Ribéry mit einer Mittelfeld-Raute, wobei Zé Roberto vor van Bommel spielt. Auch zwei Angreifer gibt es wieder, Nationalspieler Lukas Podolski stürmte im Trainingsspiel neben Luca Toni. Im A-Team komplettierten Schweinsteiger und Altintop das Mittelfeld. Die Abwehr vor Torwart Butt bleibt mit Lell, Lucio, Demichelis und Lahm wohl unverändert. Irgendwie habe es schon klick gemacht, meinte Altintop: "Jetzt geht man auf den Platz und sagt: "Weißt du was, jetzt gewinnen wir"."

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