Fußball Bundesliga
Heynckes und die Hoffnung auf bessere Zeiten

Knapp 20 Jahre nach seinem Weggang hat die Rückkehr von Jupp Heynckes zu Borussia Mönchengladbach eine Aufbruchstimmung ausgelöst. "Ich will das Team nach oben führen", stellte Heynckes beim Trainingauftakt fest.

In Mönchengladbach wird wieder von den guten alten Zeiten geträumt. Verantwortlich für die Aufbruchstimmung ist "Rückkehrer" Jupp Heynckes: "Es hat sich unglaublich viel verändert. Wir haben jetzt ein super Stadion und die Infrastruktur eines Spitzenklubs. Im Verein herrscht Aufbruchstimmung", erklärte der 61 Jahre alte Trainer nach seinen ersten Trainingseinheiten bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach im Vorfeld der Saison 2006/2 007.

Die Euphorie, die seine Rückkehr nach 19 Jahren beim fünfmaligen Meister ausgelöst hat, will Heynckes nutzen, um die glanzvollen Zeiten aus den 70er-Jahren wieder aufleben zu lassen. "In der Mannschaft steckt Substanz. Sie hat sehr viel Potenzial. Ich will die gute Arbeit von Horst Köppel fortsetzen und das Team nach oben führen", sagt Heynckes, der seine Trainerlaufbahn 1979 am Bökelberg begann und erst nach acht Jahren 1987 zu Rekordmeister Bayern München wechselte.

"Zurück zu den Wurzeln"

Nach Gastspielen bei Athletic Bilbao, Eintracht Frankfurt, CD Teneriffa, Real Madrid, Benfica Lissabon und Schalke 04 ist "Don Jupp" nach eigenen Angaben "in die Heimat zu seinen Wurzeln zurückgekehrt." Er wolle die Borussia wieder zu einer Marke machen, dabei setzt Heynckes auf junge, hungrige Spieler.

"Die jungen Leute sind sehr ehrgeizig. Ich bin überzeugt, dass nicht nur Marcell Jansen und Eugen Polanski auf sich aufmerksam machen werden. Ich will eine Art Fohlen-Elf aufbauen", meint Heynckes, der als Spieler in 283 Begegnungen 195 Tore für die Borussia erzielte und damit immer noch Rekordtorjäger ist. Der ehemalige Nationalspieler gewann mit Mönchengladbach vier Meisterschaften (1971, 1975, 1976, 1977), den DFB-Pokal (1973) und den Uefa-Cup (1975).

Beim Aufbau setzt der erfahrene Coach auf Kontinuität. Mit dem dänischen Mittelfeldspieler Sebastian Svard und dem Schalker Ersatztorhüter Christofer Heimeroth stehen erst zwei Neuzugänge fest. "Mit zwei weiteren Akteuren stehen wir in Verhandlung, darunter ein offensiver Mittelfeldspieler", berichtet Heynckes nach dem Abgang von Thomas Broich zum Zweitligisten 1. FC Köln.

Große Sympathien bei den Fans

Dabei hat der Trainer eine klare Philosophie im Kopf. "Ich fordere von der Mannschaft, dass sie mutig nach vorne spielt und etwas riskiert, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. Besonders auswärts dürfen die Leistungen nicht so schwankend sein", meint Heynckes. In der vergangenen Saison holte der Tabellenzehnte lediglich elf Punkte in der Fremde. Nur Absteiger MSV Duisburg war mit neun Zählern schwächer.

Eine Änderung zu seiner ersten Amtszeit am Bökelberg wird es unterdessen auf jeden Fall geben. "Früher habe ich alles bestimmt. Jetzt lasse ich den Kapitän von der Mannschaft wählen. Damit habe ich kein Problem", sagt Heynckes, der bei den Fans große Sympathien genießt und sich dafür mit Erfolgen bedanken will.

© SID

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