Fußball Bundesliga
Hitzfeld rechnet Bayern Chancen aus

Ottmar Hitzfeld will den Kampf um die Champions-League-Qualifikation noch nicht aufgeben. Der Trainer von Rekordmeister Bayern München glaubt vor dem Spiel gegen den Hamburger SV weiter an seine Chance.

Mathematiklehrer Ottmar Hitzfeld hat weiter die Champions-League-Qualifikation im Blick. Der Coach von Rekordmeister Bayern München rechnet seinem Team trotz der desolaten Leistung in Stuttgart (0:2) weiter Chancen auf den dritten Tabellenplatz aus. "Ich gebe den Kampf noch nicht verloren", beteuerte Hitzfeld vor dem Heimspiel heute gegen den nach wie vor abstiegsgefährdeten Hamburger SV (15.30 Uhr) und fügte hinzu: "Wir müssen gewappnet sein."

Was mathematisch noch möglich ist, muss jedoch realistisch betrachtet als eher unwahrscheinlich gelten: Die Münchner, denen an diesem Wochenende der vorzeitige Verlust des Titels droht, liegen immerhin fünf Punkte hinter dem VfB Stuttgart. Doch auch der Trainer der Schwaben kann rechnen. Armin Veh misst dem vermeintlich leichten Auswärtsspiel bei der Mönchengladbacher Borussia, die rein rechnerisch bei einer Niederlage vorzeitig abgestiegen sein könnte, deshalb eine besondere Bedeutung bei: "Wir sind nur fünf Punkte vor den Bayern. Gladbach ist für uns wie ein Endspiel."

Hitzfeld: "Noch sind wir nicht auseinandergefallen"

Im Vergleich zu den Worten von Veh klingen Hitzfelds Aussagen freilich wie Durchhalteparolen. Nach dem 0:2 beim VfB am vergangenen Samstag muss der 58-Jährige eine Mannschaft zusammenhalten, die sich im Stadium der Auflösung befindet. Ismael, Podolski, Schweinsteiger, Scholl und Sagnol fallen aus, Kahn, van Bommel und Hargreaves sind angeschlagen, dem Kader steht ohnehin der große Umbruch bevor. "Noch sind wir aber nicht auseinandergefallen", behauptet Hitzfeld, zudem appelliert er eindringlich an den Charakter seiner einsatzbereiten Akteure: "Es geht jetzt auch um den Stolz der Spieler."

Gerechnet wird unterdessen überall, auch beim Münchner Gegner am Samstag. Der Hamburger SV, mit 36 Punkten nur drei Zähler von den Abstiegsrängen entfernt, erwartet sein erstes von nunmehr noch vier Endspielen, sollte freilich durch die schlechten Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit gewarnt sein. Denn in den beiden vergangenen Jahren verspielten die Hanseaten an den letzten vier Spieltagen ihr jeweiliges Saisonziel: In der Saison 2005/06 verpassten sie am Ende die direkte Qualifikation für die Champions League, und davor den Einzug in den Uefa-Pokal.

Dortmund braucht den "Dreier"

Abwehrspieler Dede von Borussia Dortmund (35 Punkte) versucht sich derweil in der Wahrscheinlichkeitsrechnung. "Wenn wir Frankfurt schlagen, bleiben wir zu 90 Prozent drin", erklärte der Brasilianer, der beim ausverkauften Heimspiel gegen die Eintracht (34 Punkte) vor seiner Rückkehr in Mannschaft steht. Voraussetzung für einen Erfolg, meint Trainer Thomas Doll, sei ein "perfektes Zusammenspiel zwischen Kopf und Muskeln". Die Eintracht bereitete sich auf dieses Spiel mit einem extra Trainingslager vor, obwohl die erste Maßnahme dieser Art vor dem Auftritt gegen den HSV (1:3) nichts brachte.

Drei Mannschaften dürfen trotz prekärer Lage kurioserweise gleich zwei Rechnungen aufmachen. Energie Cottbus (Sonntag gegen Bayer Leverkusen), Hannover 96 (bei Mainz 05) und Hertha BSC Berlin (bei Alemannia Aachen) müssen noch ein bisschen zittern, haben mit jeweils 38 Punkten aber die beste Ausgangsposition im Abstiegskampf - und zugleich im Kampf um Rang sieben, der am Ende voraussichtlich zur Teilnahme am UI-Cup berechtigt. Der 1. FC Nürnberg (gegen den VfL Wolfsburg/36 Punkte) und Bayer Leverkusen streiten im Fernduell weiter um Rang fünf und die sichere Uefa-Cup-Qualifikation.

Frontzeck verspürt "keinen Grund zur Panik"

Fernab von jeglichen Durchhalteparole und Rechnereien sieht Alemannia Aachen, auf Rang 16 punktgleich (33 Zähler) mit Arminia Bielefeld (am Sonntag gegen Werder Bremen) dem Aufeinandertreffen mit der Hertha erstaunlich gelassen entgegen - jedenfalls versucht Trainer Michael Frontzeck diesen Eindruck zu vermitteln. Er verspüre "keinen Grund zur Panik", versichert er, "auch eine Niederlage würde uns nicht umwerfen". Nein, das Spiel gegen die Hertha sehe er nicht als "Endspiel": "Das haben wir erst, wenn wir am letzten Spieltag in Hamburg unbedingt gewinnen müssen."

Da steht Mainz 05 (31 Punkte) schon ein bisschen mehr unter Druck. Die gastierenden Hannoveraner haben bereits die Gladbacher (25 Punkte) zum Abstieg verdammt, nun soll ein weiterer Konkurrent dran glauben: "Wir haben die Chance, die Mainzer "Mission Possible 15" zu beenden, an diesem Film wollen wir ein bisschen mitdrehen", sagt Trainer Dieter Hecking unverblümt. Sein Kollege Jürgen Klopp dagegen glaubt, dass in seiner Mannschaft die "große Lust" geweckt werde, das "große Ziel" zu erreichen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%