Fußball Bundesliga
Hoeneß bestätigt: FC Bayern mistet aus

Personalabbau beim FC Bayern München: Der deutsche Fußball-Rekordmeister wird in der Winterpause den Rotstift an seinem derzeit 22 Spieler starken Luxuskader ansetzen.
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dpa MÜNCHEN. "Der Kader wird sicherlich kleiner werden", bestätigte Manager Uli Hoeneß in der "Sport Bild", "bei uns kann grundsätzlich jeder bleiben, der bleiben will. Aber ich gehe davon aus, das sich der eine oder andere Spieler verändern will." Damit reagieren die Bayern, die im Sommer 75 Mill. Euro in neues Personal investiert hatten, auf die bislang eher enttäuschende Saison und die wachsende Unzufriedenheit einiger Stars.

Als erste Streichkandidaten gelten die Abwehrspieler Andreas Görlitz, Christian Lell und Breno sowie die Mittelfeldspieler José Ernesto Sosa und Alexander Baumjohann. "Sport Bild" spekuliert damit, dass auch Luca Toni und 11-Millionen-Euro-Neuzugang Anatoli Timoschtschuk München verlassen werden. Weltmeister Toni behagt seine Reservistenrolle gar nicht - der Italiener hat Angst, dass er die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika verpasst. Dem Stürmer sollen Angebote aus Italien, England und Frankreich vorliegen. Timoschtschuk will angeblich zurück zu Zenit St. Petersburg.

An eine vorzeitige Trennung von Trainer Louis van Gaal verschwendet Hoeneß keinen einzigen Gedanken. "Wir haben einen sehr stabilen und selbstbewussten Trainer, an den sich erst alle gewöhnen müssen. Dieser Prozess ist im Laufen", sagte Hoeneß, der Ende November seinen Managerposten räumen wird und Nachfolger von Franz Beckenbauer als Präsident und Aufsichtsrats-Vorsitzender werden soll.

Mit dem Saisonverlauf ist Hoeneß aber nicht zufrieden. "Wir sind nicht stabil genug", räumte der Noch-Manager ein, "wir zeigen gute Gesichter, eine Halbzeit oder eine Stunde lang. Doch dann zeigen wir wieder schlechte Gesichter." Der 2:1-Sieg gegen Frankfurt am vorigen Samstag hat ihm allerdings Mut gemacht. "Seit dem vergangenen Wochenende habe ich keine Angst mehr. Die Konkurrenz hatte zwischenzeitlich acht Punkte Vorsprung. Jetzt hat sie nur noch vier", sagte Hoeneß, "ich habe überhaupt keine Sorgen, aber wir müssen endlich mal eine Serie hinlegen, dass wir drei, vier, fünf Spiele in Folge gewinnen."

Nicht gut auf van Gaal zu sprechen ist derweil Ottmar Hitzfeld. "Wenn ich einen Kader übernehme, dann ohne Wenn und Aber. Dann stehe ich zu jedem Spieler. Jeder Trainer hat die Pflicht, jeden Spieler auch starkzureden", reagierte der ehemalige Bayern-Trainer in der "Sport Bild" kritisch auf eine Aussage von van Gaal, dass Mario Gomez und Timoschtschuk nicht seine Einkäufe seien.

Hitzfeld nimmt seinem Nachfolger auch die Illusion, dass er bei Bayern viel Zeit auf der Suche nach einer erfolgreichen Mannschaft bekommt. "Bei Bayern hat man keine Zeit. Da braucht man Ergebnisse", sagte der Schweizer Nationaltrainer. Es sei auch klar gewesen, dass van Gaals Aussage, er sei arrogant, wie ein Bumerang zurückkommen könnte: "Bei Bayern wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, es bekommt mehr Kraft als anderswo. Da muss man sich jedes Wort doppelt überlegen. Ich passe heute noch auf."

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