Fußball Bundesliga: Hoeneß kündigt rauen Wind in Berlin an

Fußball Bundesliga
Hoeneß kündigt rauen Wind in Berlin an

Der Manager von Hertha BSC Berlin, Dieter Hoeneß, hat seinen Spielern eine härtere Gangart angekündigt. Grund sind die unbefriedigenden sportlichen Leistungen. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte Hoeneß.

Bei Bundesligist Hertha BSC Berlin soll ab sofort ein rauherer Wind wehen. Manager Dieter Hoeneß forderte alle Profis mit ungewöhnlichen Schritten zu mehr Eigeninitiative auf und kündigte einen Maßnahmen-Katalog an, um einen Absturz ins sportliche Mittelmaß zu verhindern.

"Wir haben noch viel Arbeit vor uns, weil wir vor Weihnachten nicht die Ergebnisse erreicht haben, die wir uns erhofft haben", sagte Hoeneß zum Trainingsauftakt und erinnerte vor allem an die 3:4-Pleite im DFB-Pokal beim Regionalligisten FC. St. Pauli. Bereits beim 1:1 im letzten Ligaspiel des alten Jahres gegen den 1. FC Nürnberg zeigte die Formkurve nach unten. "Vielleicht ist die Mannschaft noch nicht so weit, Eigenverantwortung zu tragen", mutmaßte Hoeneß.

Führungsspieler sollen für Einheit sorgen

Das soll sich ändern. "Wir werden einen Maßnahmen-Katalog entwickeln, der mehr Orientierung schafft", kündigte der Manager an. In Bezug auf die Lebensgewohnheiten jüngerer Spieler werden die "Zügel angezogen". Die Führungsspieler sollen nicht mehr so viel mit sich selbst zu tun haben, so dass am Ende wieder eine Einheit existiere. "Als Marcelinho gegen St. Pauli das 3:2 erzielt hatte, haben nur zwei Spieler gejubelt. Normalerweise muss da eine Traube liegen."

Für ungewolltes Aufsehen im Blätterwald sorgte die so genannte "Aufsatz-Aktion" des Managers. Zunächst hieß es, die Spieler sollten sich in Aufsätzen zu einer zweigeteilten Frage äußern. Erstens: Was bedeutet mit der Verein Hertha BSC Berlin? Zweitens: Was kann jeder Einzelne machen, damit es dem Klub besser geht? Letztendlich stritt Hoeneß ab, die Profis zur Niederschrift von Aufsätzen gezwungen zu haben. Generell verteidigte er jedoch die Debatte, da es von Vorteil sei, "wenn man die Spieler auffordert, sich in ihrer freien Zeit mit ihrem Beruf zu beschäftigen".

"Das ist kein Verhandlungslager"

Eine großen Schritt hin zu mehr Teamgeist erhofft sich die Hertha-Führung vom Trainingslager im spanischen Marbella (9. bis 18. Januar). "Teambildende Maßnahmen werden im Vordergrund stehen", sagte Trainer Falko Götz und kündigte eine Verbesserung der internen Kommunikation an. Erste Gespräche mit den vielen Spielern, deren Verträge zum Saisonende auslaufen, soll es im sonnigen Spanien allerdings nicht geben. "Das ist ja kein Verhandlungslager, sondern ein Trainingslager", stellte Hoeneß klar.

Eine Personalie ist mittlerweile geklärt. Der Klub einigte sich am Mittwoch mit dem in Berlin glücklosen Stürmer Artur Wichniarek auf eine Auflösung des Vertrages zum 31. Dezember 2005. "Wir wünschen ihm für seine sportliche Zukunft alles Gute", sagte Hoeneß. Wichniarek stimmte erst nach tagelangen Verhandlungen dem Auflösungsvertrag zu.

Im Falle des abwanderungswilligen Abwehrspielers Josip Simunic sollen die Verhandlungen im Januar fortgesetzt werden. Hertha hatte sein Vertragsangebot für den auch von italienischen Spitzenklubs umworbenen Defensivspieler zurückgezogen, nachdem dieser die vom Klub vorgegebene Frist hat verstreichen lassen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%