Fußball Bundesliga
Hoeneß reitet wieder zur Attacke

Die Zeit der vornehmen Zurückhaltung ist vorbei. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat im Trainingslager wieder die "Abteilung Attacke" ins Leben gerufen. Ziele sind unter anderen Klaus Allofs und das Kartellamt.

Mit "Gebrüll" hat sich die selbsternannte "Abteilung Attacke" des FC Bayern München, Manager Uli Hoeneß, am Rande des Trainingslagers in Donaueschingen ins vorsaisonale Ballyhoo geworfen.

Die Kritik ging unter anderem in Richtung Werder Bremen. Hoeneß warf Bremen Stillosigkeit vor, attackierte das Bundeskartellamt in Sachen arena und sagte den nationalen Rivalen den Kampf an.

Nach den Investitionen für die kommende Saison von 70 Mill. Euro, kommt für den erfolgreichen Manager nur der deutsche Meistertitel in Frage. "Wir werden Erfolg haben, mit allem anderen beschäftige ich mich nicht", sagte Hoeneß Mit dieser Mannschaft kann ich nicht sagen, dass ich Dritter werden will", ergänzte er - und fügte mit Blick auf Platz vier im Vorjahr süffisant an: "Auch wenn das ja schon eine kleine Steigerung wäre."

Bremen fehlt derzeit der gewohnte Stil

Weniger lustig findet der Bayern-Boss die jüngste Kritik von Werder-Manager Klaus Allofs an Neu-Bayer Miroslav Klose. "Wir sind überrascht über diese Aussagen", meinte Hoeneß: "Wir haben immer gedacht, dass Werder Bremen ein Verein ist, der mit großem Stil arbeitet. Da ist aber wohl eine gewisse Schwächephase eingetreten, von der wir hoffen, dass sie bald vorbei ist." Allofs hat sich allerdings bereits von angeblich kritischen Äußerung über Klose distanziert und erklärt, diese seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Auch die Entwicklung auf dem Fernsehmarkt beobachtet Hoeneß mit Sorge, der wahrscheinliche Rückzug von Pay-TV-Sender arena zu Gunsten von Premiere werde die Liga Geld kosten. "Wir brauchen da Konkurrenz. Wenn man irgendwann Premiere und damit Georg Kofler als einzigen Gesprächspartner hat, dann gnade der Bundesliga! Das ist kein Honigschlecken", sagte er.

"Verstehe das Kartellamt überhaupt nicht"

Deshalb hat Hoeneß auch keinerlei Veständnis für das Tun des Bundeskartellamtes, das eine Fusion beider Sender möglicherweise verhindert und damit indirekt ein Monopol schafft: "Arena ist zwar noch nicht draußen, da ist das letzte Wort nicht gesprochen. Aber ich verstehe das Kartellamt überhaupt nicht und habe kein Verständnis für das, was in Berlin passiert. Arena braucht Zeit. Wenn man diese Zeit geben würde, wäre das auf Dauer eine gute Lösung."

Nachdem er seine Attacken in altbewährter Manier und sichtbar erregt geritten hatte, verwies Hoeneß zur Überraschung seiner Zuhörer darauf, dass er sich "in diesem Jahr noch weiter zurücknehmen" werde. Viel lieber lobe er die Vorzüge der neuen Bayern. "Wir haben nicht irgendwelche Spieler geholt, sondern Spieler mit Weltruf. Ich habe ein gutes Gefühl. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr konzentriert, es macht allen Spaß", sagte er. Mit den acht Neuzugängen muss man Geduld haben bei der Integration.

Toni ist ein "lustiger Typ"

"Es kann nicht sein, dass nach vier Wochen alles funktioniert. Wir sind alle etwas nervös und unruhig, ob es alles passt." Vor allem Franck Ribery und Luca Toni lobte der Bayern-Macher. Toni sei ein "lustiger Typ", Ribery ein "Kerl, der sich gut einfügt".

Zu seiner persönlichen Zukunft wollte sich der Weltmeister von 1974, dessen Manager-Vertrag in zwei Jahren ausläuft, nicht äußern. Mutmaßungen, wonach sein früherer Mitspieler Paul Breitner seinen Posten 2009 übernehmen könnte, verwies er ins Reich der Fabel. Dass die Bayern in der kommenden Saison nicht an der Champions League teilnehmen und dadurch wohl finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, macht Hoeneß keine Sorgen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nicht sehr viel Geld verlieren werden und gehe davon aus, dass der beste Verein auch die besten Sendezeiten bekommen wird", sagte er. Den Uefa-Cup hält er für "einen attraktiven Wettbewerb".

© SID

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