Fußball Bundesliga
Hoeneß will das Heft in der Hand behalten

2 009 wird Uli Hoeneß als Bayern-Manager zurücktreten. Doch auch nach seinem Abgang will er beim Rekordmeister weiter die Fäden ziehen. Er sei "keiner, den man übergehen kann".

Wenn Uli Hoeneß seine Tätigkeit als Manager bei Bayern München beendet hat, will er nach seinem angestrebten Wechsel auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden weiter das Heft beim deutschen Rekordmeister in der Hand halten. Er sei "keiner, den man übergehen kann", sagte Hoeneß in einem Interview mit der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung Die Zeit und fügte mit Blick auf den möglichen Einstieg eines Großinvestors beim FC Bayern hinzu: Sollten die Gremien ein solches Engagement gegen seine Überzeugung und Stimme beschließen, "werde ich natürlich einen solchen Beschluss umsetzen. Und am nächsten Tag zurücktreten".

Der Manager, der seit 1979 die Geschicke der Bayern erfolgreich leitet und für Ende 2009 seinen Rücktritt von seinem Amt angekündigt hat, könnte sich den Einstieg eines Finanziers aber durchaus vorstellen. "Wenn klar wäre, dass es sich um ein dauerhaftes, für uns risikoloses Engagement handelt - dann, aber nur dann, könnte man drüber reden", sagte Hoeneß und führte als positives Beispiel Dietmar Hopp vom Zweitligisten 1 899 Hoffenheim an.

Man habe bei Bayern "den Weg der Solidität" auch durch die Rekord-Transferausgaben von mehr als 80 Mill. Euro in der laufenden Saison nicht verlassen. "Jedoch müssen sich alle im Verein ein wenig umstellen, wollen wir nicht ewig der SC Freiburg der Champions League bleiben: gemütlich, sympathisch - aber international eher zufällig erfolgreich", sagte der 56-Jährige. "Erfolg um jeden Preis" werde es mit ihm aber auch weiterhin nicht geben.

Als größte Herausforderung seines beruflichen Lebens, "nicht nur als Manager und Vorstand, sondern vor allem als Mensch", bezeichnete Hoeneß die Frage, ob es möglich sei, "die Champions League zu gewinnen, nicht nur einmal und zufällig, sondern als permanenter Anwärter - ohne in der Führung des Vereins die eigenen Werte zu verleugnen."

Suche nach dem Mittelweg

Zwischen Freiburg und dem FC Chelsea, wo Roman Abramowitsch mit seinen Mrd. die Spielregeln bestimmt, müsse es einen dritten Weg geben: Erfolg auch ohne Schulden und weiterhin Spieler, die sich verdient gemacht haben, "auch in Zeiten durchzubringen, in denen sie nicht mehr so viel leisten können".

Man habe durch Stareinkäufe wie Luca Toni und Franck Ribery einen ganz und gar neuen Weg eingschlagen und mache den Verein zu einer Multi-Kulti-Gesellschaft. Ob der Versuch auf Dauer noch durchsetzbar ist, "nicht nur den Sportler, sondern auch die Menschen an den Verein und seine Traditionen zu binden, kann ich wirklich nicht sicher sagen. Es wäre ein Traum". Zudem wünsche er sich, dass Jürgen Klinsmann, der im Sommer die Nachfolge von Trainer Ottmar Hitzfeld antritt, der letzte Trainer unter dem Manager Hoeneß sein wird.

© SID

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