Fußball Bundesliga
Hoeneß zieht die Zügel an

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat den Trainer des Rekordmeisters, Louis van Gaal, unter Druck gesetzt. Es müsse "Fortschritte" geben, so Hoeneß.

Manager Uli Hoeneß verlangt von Louis van Gaal beim deutschen Rekordmeister Bayern München "Fortschritte" und setzt den niederländischen Trainer unter Druck. "Ich stecke keinen Zeitrahmen. Mir geht es darum, dass er und die Mannschaft es schaffen, dass es Fortschritte gibt. Das beurteilen wir", sagte Hoeneß im Interview mit der Tageszeitung Die Welt: "Wenn wir das Gefühl haben, das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer funktioniert nicht oder das blockiert die Entwicklung der Einzelnen, dann müssen wir nachdenken."

Der Trainer müsse es schaffen, "alle bei Laune zu halten, auch die, die nicht spielen." Van Gaal sei ein selbstbewusster Mann, "der sehr dominant auftritt, der sich auch von der Presse nichts gefallen lässt". Das sei nicht jedermanns Sache, sagte Hoeneß: "Er ist ein Trainer, der vom Auftreten her Erfolg haben muss. Wenn er den nicht hat, wird er immer kritisch beurteilt, von den Medien und von der Öffentlichkeit."

Kritik von Lahm ein "Herbststurm"

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hatte zuvor erklärt, dass die Bayern unter van Gaal einen Fußball "wie vor 20 Jahren" spielen würden und eine Bestandsaufnahme in der Winterpause angekündigt. Die Kritik von Nationalspieler Philipp Lahm am Verein bezeichnete er als "Herbststurm". "Der Philipp Lahm hat den Verein jetzt eben ein bisserl aufgemöbelt, aufgeweckt vielleicht", sagte Beckenbauer in der tz: "Vielleicht war es eben einfach ein Hilfeschrei."

Einen der Hauptgründe für die Krise beim Rekordmeister, der in der Champions League vor dem Aus und in der Bundesliga nur auf dem achten Platz steht, sieht Hoeneß in den Verletzungen der Starspieler Franck Ribery und Arjen Robben. "Zu meiner Zeit war der FC Bayern abhängig von Beckenbauer und Müller. Meinen Sie, dass der FC Bayern ohne die beiden dreimal den Europapokal der Landesmeister gewonnen hätte oder Deutschland 1974 Weltmeister geworden wäre? Da hat sich kein Mensch darüber aufgeregt. Diese Diskussion ist doch lächerlich. Es ist normal, dass man abhängig ist von solchen Spielern", sagte Hoeneß.

"Haben eine Mannschaft, die deutscher Meister wird"

Er sei nach wie vor der Meinung, so Hoeneß, wenn alle Spieler gesund seien, "haben wir eine Mannschaft auf dem Platz, die deutscher Meister wird". Dafür bräuchte man keine anderen Spieler. Er behaupte allerdings, dass einige der Spieler "nicht an ihrer Leistungsgrenze spielen".

Die Frage nach einem eventuellen Weggang von Stürmer Luca Toni im Winter "störte" Hoeneß. "Wir versuchen alles, um Ruhe rein zu bekommen. Jetzt ist keine Transferzeit. Wir wären doch mit dem Klingelbeutel geschlagen, wenn wir uns jetzt darüber Gedanken machen würden, welche Spieler wir im Winter abgeben sollten. Dann gebe ich ihnen das Gefühl, sie nicht mehr zu brauchen", sagte der Bayern-Manager.

Man wolle den Kader nur dann verkleinern, wenn Spieler kommen und sagen, sie seien mit der Situation nicht zufrieden und wollten weg: "Wir werden nicht zu Luca Toni gehen und sagen, verdammt noch mal, wir wollen dich von der Gehaltsliste haben, such dir einen anderen Verein. Das gibt es bei Bayern München nicht."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%