Fußball Bundesliga
Holzhäuser tritt gegen Calmund nach

Wolfgang Holzhäuser hat den verbalen Kleinkrieg mit dem ehemaligen Bayer-Manager Reiner Calmund wieder aufleben lassen. Calmund sei "ein Narziss", so der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen.

Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, kann es einfach nicht lassen. Einen Tag nachdem der ehemalige Bayer-Manager Reiner Calmund vor der Kölner Staatsanwaltschaft stundenlang aufgrund von Manipulationsvorwürfen aussagen musste, schießt Holzhäuser wieder mit Giftpfeilen auf den früheren Geschäftsführerkollegen.

Im Interview mit der Wochenzeitschrift "Die Zeit" erklärte Holzhäuser, dass Calmund "im tiefsten Innneren ein Narziss" sei. Weiter sagte der ehemalige DFB-Ligasekretär über seinen Kontrahenten: "Da ist der Jugendwart aus Frechen, der es mit Bayer immerhin bis ins Finale der Champions League geschafft hat. Das muss man bei ihm immer berücksichtigen." Einmal habe Calmund, so Holzhäuser, dem Bayer-Konzernvorstand gesagt: "Meinen Vertrag verlängere ich mir selbst. Dazu brauche ich niemanden."

Ermittlungen gegen Calmund laufen

Gegen den langjährigen Bayer-Manager Calmund wird seit Anfang März von der Kölner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Es geht um die Zahlung von 580 000 Euro, die von Klubseite an den Spielervermittler Volker Graul für so genannte Transfer-Optionsgeschäfte geflossen waren. Laut Holzhäuser sei der gezahlte Betrag "ohne Gegenleistung" geblieben. Laut der Staatsanwaltschaft bestehe gegen Calmund außerdem ein Anfangsverdacht auf mögliche Spielmanipulationen in der Bundesliga-Saison 2002/2 003.

Am Montag war der 57-jährige Calmund sieben Stunden von den Kölner Ermittlungsbehörden vernommen worden. Laut Aussage seiner Rechtsvertreter habe Calmund die Vorwürfe mit seinen Aussagen entkräften können. Die Staatsanwaltschaft hat aber die Ermittlungen bislang nicht abgeschlossen oder gar eingestellt.

Völler: "Nicht angenehm für mich"

Der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler denkt unterdessen trotz des Konfliktes seines Arbeitgebers mit Calmund nicht an Rücktritt. "Es ist nicht angenehm für mich, klar. Aber deshalb kann man nicht immer gleich zurücktreten. Außerdem: Das Wichtigste dürfen wir nicht aus den Augen verlieren - das ist Bayer Leverkusen. Der Klub, dem ich viel zu verdanken habe, muss über allem stehen", sagte der Bayer-Sportchef, der mit Calmund seit langem freundschaftlich verbunden ist, in Sport Bild.

Der 45-Jährige erklärte, dass er sogar als Vermittler im Konflikt zwischen Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser und Calmund aufgetreten sei: "Vor einigen Monaten hatte ich versucht zu vermitteln. Ich hatte gehofft, daß beide Parteien noch mal aufeinander zugehen. Das ist mir nicht geglückt. Beide Parteien sind zerstritten, es ist nichts zu kitten." Völlers Fazit: "Bei dieser Geschichte wird es keine Gewinner geben. Nur Verlierer."

Bayer-Sportchef will auch weiter mit "Calli" sprechen

Der Weltmeister von 1990 wird aber weiter Kontakt zu Calmund halten: "Wissen Sie, das Schöne bei mir ist: Es wird sich keiner trauen, mir zu sagen: ´Rudi, du darfst nicht mehr mit Calli sprechen.´ Dafür bin ich zu unabhängig. Ich mache es so, wie ich es für richtig halte. Und wenn es einem nicht passt, dann hat er Pech gehabt. In dieser Geschichte versuche ich mich so zu verhalten, dass ich morgens noch in den Spiegel schauen kann. Und ich glaube, dass kriege ich einigermaßen hin."

Sein Verhältnis zu Holzhäuser bezeichnet Völler inzwischen wieder als gut - auch wenn seine Tipps von Holzhäuser nicht angenommen wurden: "Da hätte ich mir gewünscht, dass er mal diesbezüglich ein bisschen auf mich gehört hätte. Das wäre für ihn besser gewesen, als nur auf Anwälte zu hören. Das gilt aber auch für Reiner Calmund."

© SID

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