Fußball Bundesliga
HSV reist mit breiter Brust nach Gelsenkirchen

Zum Abschluss des 25. Bundesliga-Spieltags muss Schalke heute gegen Hamburg gewinnen, um den Anschluss nicht vollends zu verlieren. Der HSV will die Uefa-Cup-Euphorie nutzen.

Auf Schalke soll Oliver Kahn zumindest für 90 Minuten kein Thema sein, der Hamburger SV will die Uefa-Cup-Party von Istanbul abhaken und die Kräfte bündeln: Bei beiden Bundesligisten bemühen sich alle Beteiligten, nach turbulenten Tagen vor dem direkten Duell in der Schalker WM-Arena am heutigen Sonntag (17 Uhr/live bei Premiere) wieder Normalität einkehren zu lassen.

"Das ist intern kein Thema, es ist ja auch noch nichts konkret. Für uns zählt erst mal nur der HSV", sagte Nationalspieler Heiko Westermann, der seinen Vertrag am Freitag bis 2014 verlängert hat, mit Blick auf Oliver Kahns möglicherweise bevorstehende Übernahme des Managerpostens bei den Königsblauen.

Kuranyi: "Gegen Hamburg unbedingt gewinnen"

Auch Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi fordert volle Konzentration auf das Wesentliche: "Die vielen Dinge, die in den vergangenen Tagen um uns herum geschehen sind, müssen wir wegstecken. Wir müssen gegen Hamburg unbedingt gewinnen, um den Anschluss an die vorderen Plätze zu halten."

Trotz des jüngsten Rückschlags beim VfL Wolfsburg (3:4) und der völlig enttäuschend verlaufenen Saison ist Nationalspieler Jermaine Jones weiter von einem Happy End überzeugt. "Ich glaube fest daran, dass wir noch einen Platz für den internationalen Wettbewerb erreichen können. Es sind noch zehn Spiele, in denen wir Vollgas geben müssen. Gegen Hamburg fangen wir damit an, denn das ist wieder, wie in Wolfsburg, ein ganz wichtiges Spiel gegen einen direkten Konkurrenten", sagte der Ex-Frankfurter. Fehlen wird Trainer Fred Rutten Abwehrchef Marcelo Bordon, der unter einer Patellasehnenreizung leidet.

Jansen: "Dieses Spiel hat uns Kraft gegeben"

Im Gegensatz zu Schalke (37 Punkte) hat der HSV (45) sogar das Thema Meisterschaft noch lange nicht abgeschrieben. Der 3:2-Sieg bei Galatasaray Istanbul und der Einzug ins Viertelfinale der Uefa-Cups am Donnerstag ließen das Selbstvertrauen der Hanseaten weiter wachsen. "Dieses Spiel hat uns Kraft fürs Wochenende gegeben", sagte Marcell Jansen, und der Ex-Schalker Frank Rost meinte: "Das sollte uns weitere Moral für die nächsten Spiele geben. Wir wollen Schalke Paroli bieten."

Ein weiterer ehemaliger Schalker in Reihen des HSV konnte sich derweil einen Seitenhieb gegen den alten Arbeitgeber nicht verkneifen. "Man hat bei meinem letzten Einsatz gegen Cottbus gesehen, dass mir noch die Spielpraxis fehlt, aber die hat mir Schalke am Ende ja auch nicht mehr zukommen lassen", sagte Albert Streit.

In Istanbul war der Mittelfeldspieler, der auf Schalke zuletzt nur noch auf der Ersatzbank gesessen hatte und derzeit auf Leihbasis in Hamburg spielt, ebenso wie Mickael Tavares nicht spielberechtigt. Beide werden am Sonntag voraussichtlich von Beginn an auflaufen.

Fraglich ist der Einsatz von Nationalspieler Piotr Trochowski (Innenbanddehnung). Neben einigen Langzeitverletzten fällt zudem Stürmer Mladen Petric mit einem Muskelfaserriss aus. Dennoch kann der HSV nicht nur wegen seines Uefa-Cup-Erfolges mit breiter Brust auf Schalke antreten. Aus den letzten vier Heimspielen gegen die Hamburger holte S04 nur einen einzigen Punkt.

© SID

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