Fußball Bundesliga
HSV trotz Ärger gelassen gegen Leverkusen

Der Rasen ist zertrampelt, ein Verkehrschaos rund um die Arena droht und Rafael van der Vaart ärgert den Klub mit Wechselabsichten. Vor der heutigen Partie des Hamburger SV gegen Leverkusen droht den Hanseaten Ärger.

Beim Hamburger SV bahnt sich eine Krise an: Der Rasen ist zertrampelt, auf den Straßen herrscht Chaos und Starspieler Rafael van der Vaart ärgert den Klub mit Wechselabsichten. Sportlich ist der Saisonstart des Bundesligisten allerdings gelungen. Der HSV ist ohne Gegentor aus den vergangenen drei Pflichtspielen gegangen. Doch vor der heute stattfindenden zweiten Bundesliga-Partie (17.00 Uhr/live bei Premiere) gegen Bayer Leverkusen drohen an allen Fronten Brandherde. Relativ entspannt gehen dagegen zeitgleich nach Punktgewinnen zum Auftakt gegen Favoriten die Abstiegskandidaten Energie Cottbus und VfL Bochum in das direkte Duell.

Schon das 0:0 des HSV am Donnerstag im Qualifikationsspiel zum Uefa-Cup bei Honved Budapest wurde vom Theater um den abwanderungswilligen Rafael van der Vaart überlagert. Am Freitag ließ sich der HSV-Kapitän, der bei dem Spiel offiziell wegen eines Hexenschusses fehlte, provokativ von der spanischen Sportzeitung As mit dem Trikot des FC Valencia fotografieren und führte ein Gespräch mit Manager Miguel Angel Ruiz. Dessen Klub hatte dem HSV für einen Wechsel 14 Mill. Euro geboten, was die Norddeutschen ablehnten. "Ich denke weiter, dass ich bei Valencia spielen werde. Ich werde vor dem 1. September da sein", sagte van der Vaart dem spanischen Blatt.

Der 24-Jährige, der aufgrund des Fehlens in Budapest bei einem Wechsel nach Spanien international spielberechtigt wäre, spitzte damit die Lage zu. Denn der Bundesligist hatte dem noch bis 2010 vertraglich gebundenen Spielmacher schriftlich untersagt, weiter mit dem FC Valencia zu verhandeln. Der HSV hatte Kopien eines Schreibens an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und den Weltverband Fifa geschickt, in dem Valencia aufgefordert wurde, die Bemühungen um den Spieler unverzüglich einzustellen.

Van der Vaart will spielen

Sollten van der Vaarts Berater Sören Lerby oder der FC Valencia den Wechsel weiterhin vorantreiben, drohen ihnen Sanktionen laut dem Fifa-Spielervermittler-Reglement. Van der Vaart selbst erklärte nach dem Abschlusstraining am frühen Samstagabend dem ZDF-Sportstudio, dass er am Samstag auflaufen wird.

Fast ebenso kurios wie das Wechsel-Theater um seinen Spielmacher gestalten sich die Umstände um den neuen Rollrasen, den der HSV für die Partie am Sonntag benötigt. Nachdem der alte beim Konzert der Rolling Stones am Mittwoch zerstört wurde, wird der neue am Samstag angeliefert und soll noch bis drei Stunden vor dem Anpfiff verlegt werden. Zudem droht ein Verkehrschaos, da am Sonntag in Hamburg auch die Rennstrecke der Radprofis bei den Cyclassics rund um die Arena führt.

Gegner Leverkusen reist nach zwei Pflichtspielen ohne eigenen Treffer durchaus mit einem gewissen Druck nach Hamburg. Der bei den HSV-Fans immer noch überaus beliebte Ex-Hamburger Sergej Barbarez ist wieder fit, wird an alter Wirkungsstätte aber wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen müssen.

In der Vorwoche bissen sich die Leverkusener beim 0:0 gegen Cottbus die Zähne aus. Die Lausitzer gehen entsprechend selbstbewusst und mit der neuen "Nordwand" als Unterstützung in ihre Heimpremiere gegen Bochum. Die neue Stehplatz-Tribüne könne in dieser Saison "durchaus für sechs Punkte gut sein", meinte Trainer Petrik Sander, der nach dem gelungenen Auftakt allenfalls zu hohe Erwartungen der eigenen Fans befürchtet. Und einen Gegner, der die extrem defensiven Lausitzer mit deren eigenen Waffen bekämpft: "Bochum ist eine unbequeme Mannschaft. Ich hoffe, dass niemand auf den Rängen glaubt, das wird ein Selbstläufer."

Energie muss dagegen wohl zumindest etwas offensiver spielen als in Leverkusen, als Bochums Trainer Marcel Koller auf der Tribüne ein "9-1-System - neun hinten, einer vorne" erkannt hatte und Bayer-Sportchef Rudi Völler anschließend schimpfte, die Spielweise habe "mit Fußball nichts mehr zu tun" gehabt. Koller erwartet aber, dass "sie gegen uns offensiver auftreten, weil sie uns wohl zu den Gegnern zählen, gegen die sie unbedingt gewinnen wollen."

© SID

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