Fußball Bundesliga
HSV verspielt auch die Meisterschaft

Alles vorbei: Der SV Werder Bremen ist für den Hamburger SV endgültig zum Albtraum-Gegner geworden. Am Sonntagabend verspielte das Team von Trainer Martin Jol im vierten Vergleich mit den Bremern binnen 19 Tagen auch die dritte und damit letzte Titelchance. Und weil es in der Bundesliga so eng zugeht wie nie, droht den Hamburgern auch das verbliebene Minimalziel aus den Händen zu gleiten.

BREMEN. Es würde an Spott nicht mangeln. Das musste den Spielern des Hamburger SV von vornherein klar sein. Sie gastierten ja im Stadion des SV Werder Bremen, ihres norddeutschen Rivalen, der sie in den vergangenen zwei Wochen aus DFB-Pokal und Uefa-Cup befördert hatte. Und so ließen die Bremer Fans gestern eine riesigen Papierball durch ihre Reihen wandern - in Reminiszenz an das Kügelchen desselben Materials, das beim letzten Duell am Donnerstag für ein Holpern des Balls und somit für die Ecke zu Werders entscheidendem Treffer gesorgt hatte. Auch heuchelten die Anhänger aus voller Kehle Mitleid. Sie sangen: "Schade Hamburg, alles ist vorbei."

Alles vorbei, in der Tat. Am Sonntagabend verloren die Hamburger auch ihre letzte Titelchance. Im jeweils 50. Saisonspiel zweier mehr (Hamburg) oder weniger (Bremen) erschöpfter Mannschaften siegte Werder durch zwei Tore von Hugo Almeida mit 2:0 (1:0), woraus sich für den HSV folgende Bestandsaufnahme ableitete: kein DFB-Pokal, kein Uefa-Cup, bei fünf Punkten Rückstand drei Spieltage vor Schluss auch keine Deutsche Meisterschaft - und momentan nicht mal mehr ein Europapokalplatz. Die Hamburger belegen jetzt in der Tabelle nur noch Platz sechs, so schlecht standen sie seit dem ersten Spieltag nicht mehr da. Sie drohen zum Opfer ihrer großen Ambitionen zu werden. "Wir haben die ganze Saison oben mitgespielt - es wäre traurig und unnötig, jetzt alles zu verspielen", sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach Schlusspfiff.

Nicht gerade erbaulich für die körperlich und geistig ermatteten Hanseaten ist dabei der Umstand, dass es bereits am Mittwoch zuhause gegen Bochum weiter geht. Eine "englischen Woche" steht an, und in ihr verdichtet sich die ganze Spielzeit. Denn es geht eng wie nie zu in der Bundesliga. Im Abstiegskampf, in dem Borussia Mönchengladbach gestern gegen Schalke durch ein Tor von Roberto Colautti in letzter Minute drei wichtige Punkte einfuhr. Vor allem aber an der Tabellenspitze.

Kommenden Samstag kann etwa Spitzenreiter VfL Wolfsburg theoretisch als Deutscher Meister fest stehen. Sich aber genauso auf Platz sechs wiederfinden. Die Tendenz zeigt nach den Querelen um den Wechsel von Trainer Felix Magath zu Schalke 04 und der heftigen 1:4-Niederlage in Stuttgart eher nach unten. Spielmacher Zvjezdan Misimovic warnt: "Die Arbeit des ganzen Jahres steht auf dem Spiel, die dürfen wir nicht so einfach herschenken."

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