Fußball Bundesliga
HSV will gegen 96 Titelchance wahren

Heute kommen die Nordklubs Werder Bremen und Hamburger SV nach den Uefa-Cup-Spielen wieder im Liga-Alltag an. Der HSV trifft auf Hannover 96, Werder muss in Berlin ran.

Den Höhenflügen auf Europas Bühne soll die Pflichterfüllung in der Liga folgen: Nach dem Einzug ins Halbfinale des Uefa-Cups erwartet der Hamburger SV heute zum 28. Spieltag der Bundesliga Hannover 96 (17.00 Uhr/live bei Premiere). Werder Bremen muss gleichzeitig bei der zuletzt kriselnden Hertha in Berlin antreten. Drei Tage später beginnt mit dem Halbfinale im DFB-Pokal die wohl einmalige Phase, in der beide Nordklubs innerhalb von zweieinhalb Wochen viermal aufeinander treffen.

"Jetzt gilt die Konzentration wieder der Bundesliga. Wir haben nicht viel Zeit, den Hebel umzulegen", sagte HSV-Abwehrspieler Marcell Jansen nach dem 1:2 bei Manchester City, das den Sprung ins Halbfinale des Uefa-Cups perfekt gemacht hat. Über das Weiterkommen wollte sich auch Trainer Martin Jol nicht lange freuen: "Jetzt widmen wir uns der Bundesliga."

HSV will gegen 96 Titelchancen wahren

Sollte den Hamburgern gegen Hannover ein Sieg gelingen, dürfen die Nordlichter weiter vom Titelgewinn träumen. Allerdings muss Jol in der Innenverteidigung Joris Mathijsen wegen der fünften Gelben Karte ersetzen. Mittelfeldspieler David Jarolim kehrt nach seinem Fehlen beim 0:1 im letzten Liga-Spiel beim VfB Stuttgart in die Mannschaft zurück.

Für Hannover gehört der HSV zu den Lieblingsgegnern. In 13 Partien seit dem Wiederaufstieg verloren die 96er nur zweimal. "Hamburg ist für uns immer eine Reise wert. Wir wollen dort eine gute Leistung abliefern", sagt 96-Stürmer Jiri Stajner, dessen Vertrag am Freitag um zwei Jahre verlängert wurde. Allerdings sind die Niedersachsen nach wie vor die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga. Noch immer wartet das Team von Trainer Dieter Hecking in dieser Saison auf einen Auswärtserfolg.

Hamburger "Tanz auf drei Hochzeiten"

Bei den Hamburgern wird die entscheidende Frage sein, ob sie beim "Tanz auf drei Hochzeiten" ihre Kräfte gut einteilen können. Bis zum 16. Mai müssen sie fast im Drei-Tages-Rhythmus neun Spiele bestreiten, vier davon gegen Bremen. "Gegen Werder erwarten uns vier Festtage. Das freut mich vor allem für unsere Fans", sagt HSV-Keeper Frank Rost.

Auch in Bremen blickt man der Derby-Serie mit Vorfreude entgegen und kam bereits auf originelle Ideen: "Warum sollten wir uns in so kurzer Zeit viermal mit den Hamburgern messen? Lasst uns einen Derby-Tag festlegen. Wir spielen viermal 90 Minuten am Stück, und die Karten kosten 150 Euro", sagte Petri Pasanen scherzhaft. Auch Nationalspieler Per Mertesacker gewinnt der besonderen Konstellation viel ab: "Da geht mir als Norddeutschem das Herz auf."

Werder in Berlin ohne Diego

Beim Auswärtsspiel in Berlin verzichten die Bremer auf den Einsatz von Mittelfeldspieler Diego. Aufgrund seiner muskulären Probleme wird der Brasilianer, der am Donnerstag mit seinen beiden Treffern in Udine (3:3) dem Vize-Meister noch den Einzug ins Uefa-Cup-Halbfinale geebnet hatte, geschont. Diego soll Werder am kommenden Mittwoch im Halbfinale des DFB-Pokals beim HSV wieder zur Verfügung stehen. Neben dem Brasilianer fallen in Berlin auch Mesut Özil (Knieprobleme) und Sebastian Boenisch (Fußprellung) aus.

Hertha hatte zuletzt am meisten mit sich selbst zu kämpfen. Der Dauerstreit zwischen Manager Dieter Hoeneß und dem Präsidium sorgt für anhaltende Unruhe. Zudem belasten die Abwanderungspläne von Top-Torjäger Andrej Woronin, der wohl zum FC Liverpool zurückgeht, die Stimmung. Auch sportlich ging es mit drei Niederlagen in Folge abwärts. Der Trend soll nun gestoppt werden. Allerdings muss Trainer Lucien Favre neben dem rotgesperrten Woronin auch auf Kapitän Arne Friedrich (Knie-OP) und Patrick Ebert (5. Gelbe Karte) verzichten.

© SID

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