Fußball Bundesliga
Investoren-Frage spaltet die Bundesliga

Die Diskussionen über den Einstieg von ausländischen Investoren nach englischem Vorbild sorgt in der Bundesliga für Zündstoff. Neun Vereine sprachen sich gegen Finanzierung aus, sieben sind dafür.

Eine Umfrage der Bild-Zeitung hat die Diskussionen um einen Einstieg von ausländischen Investoren nach englischem Vorbild in der Bundesliga wieder angeheizt. In der Umfrage sprachen sich neun Vereine dagegen aus, dass zukünftig Investoren mehr als 49 Prozent der Anteile an einem Profiklub besitzen dürfen.

"Das ist eine einzige Perversion. Das Ende vom Lied sind gnadenlos überbezahlte Profis", polterte Frankfurts Präsident Peter Fischer. Auch der neue Schalke-Boss Josef Schnusenberg will keine englischen Verhältnisse in der Bundesliga: "Auf Schalke ist für einen Abramowitsch, der seine persönlichen Eitelkeiten befriedigt, kein Platz."

Der kommissarische Ligaverbands-Präsident Wolfgang Holzhäuser und Hannovers Präsident Martin Kind hatten sich am Wochenende für einen Einstieg ausländischer Investoren in der Bundesliga stark gemacht. "Wenn wir sportlich wieder an die großen Nationen rankommen wollen, müssen wir uns mit neuen Finanzierungsmöglichkeiten befassen", sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Holzhäuser der Bild am Sonntag. Kind erklärte: "Wir müssen normale Unternehmen werden und uns dem Kapitalmarkt öffnen." Präsident Hubert H. Raase von Aufsteiger Karlsruher SC findet es "positiv, wenn finanzstarke Investoren beim Fußball einsteigen."

"Am Ende verdienen nur die Spieler und ihre Berater mehr Geld."

Dagegen sprachen sich Champions-League-Teilnehmer Werder Bremen und der deutsche Rekordmeister Bayern München ebenfalls klar gegen den Einstieg von ausländischen Geldgebern aus. "Diese Leute haben eigene Interessen, die oft nicht kompatibel mit dem Fußball sind", meinte Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, dem bereits zwei Anfragen ausländischer Investoren vorlagen, sieht die Gefahr überbordender Gehälter: "Der Wettlauf um Spieler wäre noch erbitterter, am Ende verdienen nur die Spieler und ihre Berater mehr Geld."

Die Hälfte der Bundesliga sieht die Aufhebung der "50+1"-Regel mit Blick auf die englische Premier League problematisch, sieben Klubs rechnen dagegen bei einer Änderung des Investoren-Paragraphen der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit Vorteilen im internationalen Wettbewerb. Alleine der deutsche Meister VfB Stuttgart und der Hamburger SV stehen einer Neuregelung bislang neutral gegenüber. "Die Liga sollte sich dazu zunächst eine einheitliche Meinung bilden", meinte HSV-Vorstandsboss Bernd Hoffmann.

© SID

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