Fußball Bundesliga
Jäggi feuert Henke und wirft beim FCK hin

Die 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg hat beim 1. FC Kaiserslautern zu schwerwiegenden Konsequenzen geführt. Nach der Partie entließ Vorstandschef Rene C. Jäggi Trainer Michael Henke und trat danach zurück.

Das zehnte Spiel ohne Sieg und der damit verbundene Sturz auf den letzten Tabellenrang hat bei Bundesligist 1. FC Kaiserslautern ernsthafte personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Nach der 1:3 (1:1)-Heimniederlage gegen Abstiegskonkurrent 1. FC Nürnberg feuerte Vorstandschef Rene Jäggi Trainer Michael Henke und trat anschließend zurück.

Der langjährige Hitzfeld-Assistent Henke hatte erst im Sommer bei den Pfälzern seine erste Stelle als Cheftrainer angetreten. Der Schweizer Jäggi stand dem Pfälzer Traditionsverein seit dem 4. September 2002 zunächst als Generalbevollmächtigter, später als Vorstandschef vor.

Henke ist nach Klaus Augenthaler (Bayer Leverkusen), Wolfgang Wolf (1. FC Nürnberg) und Ewald Lienen (Hannover 96) der vierte Trainer, der in dieser Saison vorzeitig seinen Posten räumen musste. In der Bundesliga-Geschichte war es bereits die 289. Trainerentlassung.

"Worst-Case-Szenario ist eingetroffen"

"Mit dem Absturz auf Platz 18 ist das Worst-Case-Szenario eingetroffen. Ich hatte diesen Fall vor dem Spiel mit dem Aufsichtsrat abgesprochen. Der Aufsichtsrat hat meinen Rücktritt in dieser Form zwar noch nicht richtig akzeptiert, aber mein Entschluss steht fest", erklärte Jäggi auf der Pressekonferenz im Fritz-Walter-Stadion nach dem Spiel und zog unerwartet einen Schlussstrich unter seine dreijährige Tätigkeit als Boss der "Roten Teufel".

Bis zur Wahl einer neuen Führung auf der Mitgliederversammlung am 14. Dezember ist ein Not-Vorstand mit der Suche nach einem neuen Cheftrainer beauftragt. Zunächst fungieren Henkes bisherige Assistenz-Coaches Gerald Ehrmann und Kay Friedmann als Interims-Trainer.

"Ich habe immer gesagt, dass ich mich vor den Trainer stelle und es unter mir keinen neuen Coach geben wird", begründete Jäggi nach der Trennung von dem erst zu Saisonbeginn verpflichteten Henke seine eigene Demission. "Jetzt müssen die besten und fähigsten Leute helfen, das angeschlagene Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser zu lenken. Es geht um den Verein und nicht um Personen. Ich hoffe, dass die Mannschaft nun in Ruhe arbeiten kann." Ob der 56-jährige Schweizer, der nach der schon vierten Heimpleite des Ex-Meisters auf dem früher gefürchteten Betzenberg die Kritik der vergangenen Wochen als "Hetz- und Treibjagd" bezeichnete, weiter in Kaiserslauterns WM-OK mitarbeiten wird, ist noch unklar.

Henke: "Habe im Fall der Niederlage damit gerechnet"

Henke nahm unterdessen seine Entlassung nach nur viereinhalb Monaten auf seiner ersten Station als Chefcoach und zuletzt zehn Spielen in Folge ohne Sieg enttäuscht, aber gefasst auf. "Ich war zwar vor dem Spiel über diesen Schritt nicht informiert, habe aber im Fall der Niederlage damit gerechnet", kommentierte der einstige Assistent von Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld Jäggis letzte Amtshandlung.

Sforza bringt sich ins Gespräch

Als Nachfolger brachte sich bereits der frühere FCK-Profi Ciriaco Sforza ins Gespräch, den Jäggi erst vor wenigen Wochen nach massiver Kritik an Henke suspendiert hatte. Gute Chancen werden neben dem ehemaligen FCK-Profi Klaus Toppmöller, mit dem am Sonntag nach Informationen aus dem Vereins-Umfeld Gespräche aufgenommen werden sollen, auch Wolfgang Wolf eingeräumt, der erst vor drei Wochen in Nürnberg entlassen worden war.

© SID

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