Fußball Bundesliga
Jubel in Stuttgart, Schalker Niedergeschlagenheit

Während beim VfB Stuttgart nach dem 3:0-Sieg gegen Schalke 04 die Stimmung nicht besser sein könnte, gerät Schalke-Coach Mirko Slomka immer mehr in die Kritik.

K.o. im DFB-Pokal, die höchste Saison-Pleite in der Bundesliga und Meister Bayern München vor der Brust: Nach der schwarzen Woche mit dem 0:3 (0:1) beim VfB Stuttgart als weiterem Tiefpunkt verschärft sich die Krise beim strauchelnden Bundesligisten Schalke 04 immer mehr. Auch der heftig in der Kritik stehende Trainer Mirko Slomka weiß, was die Stunde geschlagen hat. "Seit ich bei Schalke Trainer bin, gibt es Gegenwind. Aber wenn wir gegen Bayern nicht gewinnen, dann wird aus dem Wind ein Sturm", befürchtet Slomka vor dem Duell gegen den Rekordchampion am kommenden Sonntag (17.00 Uhr/live bei arena), übt sich aber trotzdem in Zweckoptimismus: "Mit einem Sieg könnten wir gegenüber den Münchnern um drei Punkte wegziehen. Wir wollen schließlich bis zum Ende um die Meisterschaft mitspielen."

Mit einer ähnlich tristen Vorstellung wie am Sonntagabend im Gottlieb-Daimler-Stadion erscheint das aber unmöglich. Das weiß auch Mittelfeldspieler Hamit Altintop, für den die Bayern zur rechten Zeit am Sonntag in die Veltins-Arena kommen. "Das ist genau der richtige Gegner, um sich aus einer kleinen Krise zu schießen", meint der 23-jährige Türke. Um den Befreiungsschlag ausgerechnet gegen den Rekordmeister landen zu können, fordert Altintop unmissverständlich: "Wir müssen einfach abgeklärter werden und dürfen nicht so ärgerliche Gegentore kassieren."

Ratlose Schalker

Doch die Verunsicherung bei den Königsblauen ist spürbar. Manager Andreas Müller war nach der dritten Bundesliga-Schlappe zu keinem Kommentar bereit, nachdem er nach dem Pokal-Aus beim 1. FC Köln (2:4 n.V.) Mitte der Woche noch geduldig Rede und Antwort gestanden hatte. Auch der erst in der 59. Minute eingewechselte und ausgepfiffene Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi - derzeit das Sinnbild der Schalker Krise - stapfte wort- und ratlos in die Kabine.

Ganz anders die neuen jungen Wilden des VfB Stuttgart: Zum Schrecken der unsicheren Schalker Defensive avancierten die beiden erst 19 Jahre alten VfB-Torschützen Sami Khedira (32./46.) und Serdar Tasci (75.), die den Jugendstil der Schwaben (Durchschnittsalter 24 Jahre) symbolisieren. "Sie sind frech, laufen drauf los und lassen sich nicht einschüchtern", beschreibt VfB-Trainer Armin Veh das Erfolgsrezept seiner jungen Truppe, die Erinnerungen an das Jahr 2003 weckt.

Neue "junge Wilde" beim VfB

Damals schaffte ein Team von Grünschnäbeln - darunter Kuranyi - unter Trainer Felix Magath den Sprung in die Champions League. Doch Veh wiegelt trotz einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage ab und fordert Geduld: "Eine zu große Erwartungshaltung hemmt die jungen Spieler. Es kommen auch wieder Rückschläge."

An etwaige Negativerlebnisse wollte Vertragsamateur Khedira, Sohn eines Tunesiers und einer Deutschen, nach seinen ersten beiden Treffern in seinem vierten Bundesligaspiel aber noch nicht denken. "Es ist ein klasse Gefühl, da oben zu stehen. Jetzt wollen wir uns dort auch festsetzen", meinte der Mittelfeldspieler.

© SID

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