Fußball Bundesliga
Kahn kehrt mit Bayern zurück nach Karlsruhe

Oliver Kahn tritt mit seinem FC Bayern München heute zum Auswärtsspiel bei seinem alten Verein Karlsruher SC an. Im zweiten Sonntagspiel des sechsten Spieltags stehen sich Hannover 96 und Bayer Leverkusen gegenüber.

Oliver Kahn kehrt zu seinen Wurzeln zurück: ein sentimentaler Augenblick für das Bundesliga-Urgestein mit 536 Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse. "Es ist nochmal eine schöne Geschichte", sagt der 38-Jährige, "dort hat meine Karriere begonnen, jetzt noch einmal da zu spielen, ist eine runde Sache."

Heute reist Kahn als Torhüter von Bayern München noch einmal dahin zurück, wo alles begann. Im Karlsruher Wildparkstadion spielte er von 1987 bis 1994 für den KSC, ehe er für die Ablöse von fünf Mill. Mark zum deutschen Rekordmeister wechselte. "Wir hatten schon eine tolle Zeit", sagte Kahn vor der Rückkehr. Fast zehn Jahre ist es nun her, dass er an der alten Wirkungsstätte im Tor stand: Am 18. Oktober 1997 gelang ihm mit den Bayern in Karlsruhe ein 1:1 - Markus Schroth und Michael Tarnat erzielten die Treffer.

Dieses Spiel ist also schon etwas Außergewöhnliches auch für einen wie Kahn, der sagt: "Ich muss aufpassen, dass ich vor lauter Heimatgefühl nicht die Konzentration auf das Wesentliche vergesse." Das wäre aus seiner Sicht reichlich ungünstig, denn in der Tabelle trennen seinen einstigen und seinen aktuellen Klub nur zwei Punkte. "Die können mit einem Sieg an uns vorbeiziehen", weiß Kahn und er warnt: "Aufsteiger sind im ersten Jahr immer gefährlich. Wenn man nicht hundertprozentig reingeht, gibt es Überraschungen."

Auf Überraschungen kann Ottmar Hitzfeld gut verzichten, und deshalb mag der Trainer des FC Bayern den Gegner, der ja beflügelt sei "durch die Euphorie und den Auswärtssieg in Wolfsburg", nun wahrlich nicht unterschätzen: "Karlsruhe ist ein echter Prüfstein", betont Hitzfeld. Und deutscher Meister, ergänzt er, werde man nicht, "wenn man nur die Spitzenspiele gewinnt, sondern auch Spiele gegen Aufsteiger und Teams aus dem Mittelfeld. Dort lag auch letztes Jahr das Problem."

Auch ohne die Rückkehr von Kahn ist das Spiel für die Karlsruher selbstredend ein nicht alltägliches Ereignis. "Für uns ist jedes Spiel in der Bundesliga ein Feiertag", sagt Manager Rolf Dohmen, "und gegen die Bayern ist es nochmal ein besonderer." Kein Grund freilich, um in Ehrfurcht zu erstarren, beteuert KSC-Kapitän Mario Eggimann. "Natürlich können wir die Bayern schlagen. Wir spielen nicht, um uns abschlachten zu lassen oder damit die Leute im VIP-Raum ihren Prosecco trinken und brav wieder heimgehen."

Der KSC muss auf Mittelfeldspieler Godfried Aduobe verzichten. Mit von der Partie sein wird aber Andreas Görlitz, der eine seltene Spezies Fußballer vertritt: Er ging vor der Saison von München nach Karlsruhe, und das umsonst. In der Vergangenheit war es häufig eher andersrum. Nach Kahn wechselten außerdem Michael Sternkopf, Mehmet Scholl, Oliver Kreuzer, Thorsten Fink und Tarnat nach München. "Wir haben dem KSC in schwierigen Zeiten Spieler weggenommen, in nicht so rosigen Zeiten haben wir ihm einen Spieler kostenlos zur Verfügung gestellt", sagt dazu Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Hannover hat Leverkusen zu Gast

Derlei Verbindungen gibt es zwischen Hannover 96 und Bayer Leverkusen durchaus im Falle eines Managers (Ilja Känzig) und des ein oder anderen Spielers (Jan Simak, aktuell Thomas Kleine), das ist diesmal aber kein Thema. Vielmehr sind die Hannoveraner darauf aus, die Gäste für deren Einsatz im Uefa-Pokal nachträglich büßen zu lassen: "Leverkusen hat spielstarke Leute. Wir müssen es ausnutzen, dass sie unter der Woche gespielt haben", sagt Torhüter Robert Enke, der wegen Ellbogenproblemen zuletzt vier Tage nicht trainiert hat, für das Spiel aber zur Verfügung steht.

© SID

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