Fußball Bundesliga
Kahn will 2008 auf dem Höhepunkt abtreten

Oliver Kahn hat seine Absicht bekräftigt, seine Karriere zum Ende der kommenden Saison zu beenden. Außerdem kann der "Titan" nicht nachvollziehen, wie er zu seinem Rüpel-Image gekommen ist.

Die Anzeichen verdichten sich: Für Oliver Kahn ist wohl 2008 Schluss. Der Torhüter vom deutschen Rekordmeister Bayern München hat erneut seine Absicht bekundet, seine Laufbahn zum Ende der kommenden Saison zu beenden. "Für mich ist voraussichtlich am 30. Juni 2008 meine Karriere als aktiver Torwart beendet", sagte der frühere Nationalkeeper der Welt am Sonntag. Kahns Vertrag beim FC Bayern endet zu diesem Zeitpunkt.

Die Bayern haben angekündigt, dass Kahn durch den bisherigen Ersatzkeeper Michael Rensing abgelöst werden soll. Das bestätigte Manager Uli Hoeneß auch am Samstagabend im Sportstudio des ZDF. "Es ist vorgesehen, dass Oliver seinen Vertrag erfüllt bis 2008. Michael haben wir mit der Aussicht verpflichtet, dass er dann die Nummer eins wird - und so sieht es im Moment auch aus", sagte er. Auch am Dienstag im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim AC Mailand wird Rensing den gesperrten Kahn ersetzen.

Karriereende auf dem Höhepunkt

Der 37 Jahre alte Kahn betonte, dass er auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft aufhören möchte. "Ich habe das bei der Nationalelf so gemacht und werde das auch beim FC Bayern machen. Ich möchte nicht in die Situation geraten, in der andere über mein Karriereende entscheiden. Ich möchte selbst sagen: Leute, jetzt ist es gut. Und zwar an einem Punkt, an dem ich immer noch klasse bin, das höchste Niveau habe", sagte er.

Neben Gedanken über seinen Rücktritt beschäftigt Kahn auch sein Image als Rüpel. Er sei als solcher abgestempelt und zu Unrecht in eine Schublade gesteckt worden, aus der er nicht mehr heraus käme, sagte er. "Ich habe in meiner Karriere noch niemanden verletzt, ich habe noch nie einen Gegenspieler ins Krankenhaus getreten, habe mich noch nie geprügelt und bin noch nie wegen Beleidigung vom Platz geflogen", betonte Kahn.

Kahn: "Es erstaunt mich, wie ich dargestellt werde"

Auch in über 100 Einsätzen in der Champions League habe er sich auf dem Platz nie etwas zu Schulden kommen lassen. "Deshalb erstaunt es mich immer, wie ich streckenweise dargestellt werde." Am Samstag fiel Kahn beim Spitzenspiel der Bundesliga gegen Schalke 04 erneut negativ auf, als er den Schalker Sören Larsen in einer Mischung aus Schlag und Ringereinlage zu Boden streckte, aber nur Gelb sah.

In Mailand ist der Torwart wegen "unangemessenen Verhaltens" bei der Dopingprobe gesperrt. Kahn wehrt sich allerdings gegen Vermutungen, er habe den Dopingkontrolleur angegriffen oder mit seiner Urinprobe geworfen. "Da sollte sich von außen kein Mensch ein Bild machen, weil niemand dabei war", sagte er.

Kahn dementiert Pöbelei gegen Dopingfahnder

Auch in diesem Fall sei er vorverurteilt worden, ergänzte Kahn. "Die Sperre wurde nicht wegen schlechten Benehmens ausgesprochen, sondern weil ich mich vor der Dopingkontrolle noch einmal aus dem Dopingraum entfernt habe. Dies geschah aber in Begleitung eines Supervisors, der die ganze Zeit bei mir war. Deshalb dachte ich, das Ganze sei in Ordnung", schilderte er das Geschehen.

Aufgrund seines negativen Bildes in der Öffentlichkeit will sich Kahn des öfteren Gedanken über einen Wechsel ins Ausland gemacht haben. "Aber der Schritt ins Ausland wäre dann einer Flucht gleichgekommen. Und Flucht passt nicht zu mir", erklärte er.

© SID

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