Fußball Bundesliga
Kartellamt stimmt TV-Rechte-Sublizenzierung zu

Wie das Bundeskartellamt bekanntgab, hat es der Sublizenzierung der Pay-TV-Rechte an der Bundesliga von arena zu Premiere zugestimmt. Damit könnte die Bundesliga wieder live bei Premiere zu sehen sein.

Das Bundeskartellamt hat seine Zustimmung zur Sublizenzierung der Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga von arena zu Premiere erteilt. Das gab die Behörde am Dienstag bekannt. Damit steht einem Wiedereintritt von Premiere in die Liveübertragung der Bundesliga ab der kommenden Saison nichts mehr im Wege. Arena hatte Ende 2005 in einem spektakulären Bieterverfahren die Rechte von Premiere übernommen.

Premiere, das bereits die Champions-League-Rechte hält, zahlt für die kommenden beiden Spielzeiten angeblich 300 Mill. Euro an die arena-Muttergesellschaft Unity Media und ist damit wie schon zwischen 1991 und 2005 der Platzhirsch auf dem Pay-TV-Markt. Da Unity von Premiere bereits ein Aktienpaket erhalten hat, ist der Kaufpreis sogar höher als die insgesamt etwa 440 Mill. Euro, die der DFL für die zwei kommenden Spielzeiten noch zustehen.

Profiklubs können auf Geldregen hoffen

Einer DFL-Klausel entsprechend sollen die Profiklubs an dem Überschuss beteiligt werden. Laut Informationen von stern.de geht es dabei um einen zu teilenden Betrag von 30 Mill. Euro pro Saison.

Arena erhält im Gegenzug eine Rücklizenz für die künftig wieder von Premiere produzierten Bundesligasendungen für Kabel und Satellitenprogramme. Das bedeutet, dass arena die von Premiere produzierten Sendungen übertragen darf. Mit dieser Regelung sei Wettbewerb möglich und wahrscheinlich, erklärte die Aufsichtsbehörde.

Tatsächlich dürfte es allerdings fraglich sein, ob arena mit einem von Premiere produzierten Sendeinhalt als reiner Plattformträger Wettbewerb betreiben kann. Beide Unternehmen wollten am Mittwoch zu der Entscheidung zunächst keine Stellungnahme abgeben und verwiesen auf noch zu regelnde Detailfragen. Auch die DFL kommentierte die Entscheidung zunächst nicht.

Hoeneß kritisiert Kartellamt scharf

Uli Hoeneß, Manager von Rekordmeister Bayern München, griff dagegen das Kartellamt scharf an. "Ich halte die Entscheidung des Bundeskartellamtes grundsätzlich für eine Katastrophe, denn so marschieren wir direkt auf ein Monopol zu. Ich dachte eigentlich, das Kartellamt sei dazu da, so etwas zu verhindern. Ich hoffe nun, dass der weiße Ritter kommt und Konkurrenz schafft, sonst haben wir ein Problem", sagte Hoeneß. Aktuell sehe er allerdings keine Schwierigkeiten, "solange das Geld pünktlich kommt und die Übertragungsqualität okay ist", wovon er bei Premiere ausgehe.

Premiere hatte zuletzt nur als Verbreiter der Bundesliga-Übertragung für Kabelkunden fungiert. Gegenstand der Kartellamtsprüfung war eine im Februar angelaufene Kooperation beider Unternehmen beim Bundesliga-Vertrieb über Satellit, die die Bonner Behörde Mitte März wieder stoppte.

Sportschau erst ab 22.00 Uhr?

Premiere und sein Chef Georg Kofler hatten im Dezember 2005 in einem spektakulären Bieterverfahren gegen arena den Kürzeren gezogen, weil sie auf mehr Exklusivität pochten und die ARD-Sportschau erst ab 22.00 Uhr genehmigen wollten. Dieses Thema wird nun spätestens Ende des Jahres, wenn das neue Rechtepaket ausgeschrieben wird, wieder auf die Tagesordnung kommen.

Der kommissarische Ligaverbands-Boss Wolfgang Holzhäuser hatte bereits angedeutet, zur Erhöhung der Erträge aus den TV-Rechten künftigen Partnern mehr Exklusivität zu gewähren. "Auch die Sportschau ist grundsätzlich nicht unantastbar", sagte Holzhäuser. Aktuell ist eine Preiserhöhung auf 19,90 Euro für das Bundesliga-Paket - arena nahm zuletzt 14,90 Euro - bei Premiere angeblich schon beschlossene Sache.

Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, hatte sich mit Blick auf das kommende Bieterverfahren zuletzt vorsichtig optimistisch geäußert. "Beim letzten Mal sah es auch so aus, als gebe es nur einen Bieter. Hinterher waren es doch mehrere", erklärte Seifert, der für die Steuerung des Bieterverfahrens 2005 viel Lob eingeheimst hatte. Und auch Hoeneß meinte: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich einige große Unternehmen schon ihre Gedanken machen."

Von der verschäften Konkurrenz hatten im vergangenen Jahr weder arena noch Premiere profitiert. Arena zählte zuletzt etwa 1,1 Millionen Kunden - viel zu wenig, um das angestrebte Ziel (6 Mill. bis 2009) noch erreichen zu können. Aber auch Premiere mit seinen 3,4 Mill. Abonnenten - Tendenz rückläufig - vermisste das Zugpferd Bundesliga schmerzlich.

© SID

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