Fußball Bundesliga
Kindermann fordert mehr Fitness-Arbeit in der Liga

Nach Oliver Bierhoff hat auch Prof. Dr. Wilfried Kindermann die Fitness-Arbeit bei den Bundesligisten kritisiert: "Die Spieler müssten intensiver trainieren", fordert der Chief Medical Officer des WM-OK.

Das "Trainings-Modell Klinsmann" soll nach dem Willen von Prof. Dr. Wilfried Kindermann, dem langjährigen Internist der deutschen Nationalmannschaft, Vorbild für die Arbeit in den Bundesliga-Klubs sein: "Wenn die Bundesligisten zwei Spiele pro Woche haben, wird nur noch regeneriert. Das sind Ausreden. Die Spieler müssten intensiver trainieren", fordert der so genannte Chief Medical Officer des WM-Organisationskomitees unmissverständlich.

Auch den Einwand, es mache einen Unterschied, ob auf ein vierwöchiges Turnier hingearbeitet werde oder ob Topform über eine ganze Saison gefragt sei, lässt er nicht gelten: "Wer den Kalender richtig studiert wird feststellen, dass es immer wieder Pausen gibt - im September beispielsweise, im Winter sowieso. Da kann der Akku für die nächsten Wochen wieder aufgeladen werden."

Der renommierte Mediziner aus Saarbrücken nimmt die Liga in die Pflicht. Das Zauberwort heißt für ihn: Individualtraining. "Es gibt unter allen Spielern Differenzen in der körperlichen Fitness. Deshalb müssten einige Sonderschichten fahren. Die Klubs müssten ihnen klar machen, dass sie eine Verantwortung haben", sagte Kindermann.

Kindermann fordert drei Wochen Urlaub

Der Chefarzt der deutschen Olympiamannschaft befürchtet allerdings Schlimmes: "Ich sehe den Krach zwischen Bundesliga und Klinsmann jetzt schon kommen, falls er bleibt." Die Hintergründe für diese Prognose? Kindermann: "Vor Wochen war die Fitness der Nationalspieler noch durchschnittlich. Klinsmann hat sie auf den Punkt in kürzester Zeit topfit gemacht. Es gibt keine fittere Mannschaft als die unsrige. Aber danach fallen sie in ein Loch, brauchen mindestens drei Wochen Urlaub zurregeneration. Dann müssen sie langsam wieder aufgebaut werden, können zu Beginn der Bundesliga-Saison keine Top-Form haben. Dann geht das Geschrei los."

Doch Kindermann bricht eine Lanze für Klinsmann und die Nationalmannschaft: "Die Liga muss das mittragen. Ich kann nicht erst mitjubeln und dann kritisieren." Für Kindermann lässt sich der Fitness-Zustand der Natinalmannschaft auch auf die Bundesliga-Teams übertragen.

Mit Interesse hat Kindermann zudem verfolgt, wie gering die Verletzungsanfälligkeit der deutschen Spieler ist. Für ihn liegt das an der Menge und Vielfalt der Gymnastikübungen, die sich Klinsmanns Fitness-Trainer aus den USA einfallen lassen. Außerdem lasse Klinsmann viel Krafttraining durchführen: "So intensiv und hart wie in der Zeit nach Sardinien hat noch keine deutsche Nationalmannschaft vor einem Turnier trainiert."

© SID

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