Fußball Bundesliga
Klasnic und Werder schließen Burgfrieden

Waffenstillstand zwischen Werder Bremen und Ivan Klasnic, doch der Torjäger hält seine Klage gegen Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski und dessen Kollegin Manju Guha aufrecht.

Waffenstillstand zwischen Werder Bremen und Ivan Klasnic, doch der Bundesliga-Torjäger hält seine Klage gegen Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski und dessen Kollegin Manju Guha weiterhin aufrecht. Mit diesem vorläufigen Ergebnis endete am Dienstag eine mehrstündige Krisensitzung beim Bundesliga-Zweiten. Die Hanseaten können somit in allerdings stark gespannter Ruhe in die letzten vier Punktspiele und den Schlusspurt um einen Platz in der Champions League gehen.

"Ich stelle ausdrücklich fest, dass sich alle Äußerungen ausschließlich gegen die betroffenen Ärzte richteten, nicht gegen den Verein", ließ der kroatische Nationalspieler über seine beiden Rechtsanwälte mitteilen. In einer offiziellen Erklärung räumte auch der Klub Fehler ein: "Wir hätten in manchen Situationen besser reagieren können. Die Irritationen wurden ausgeräumt."

Dabei hatte Klasnic erst am Montagabend seine Vorwürfe gegen die Bremer Klubmediziner in der TV-Sendung "Beckmann" erneuert und gleichzeitig auf einen massiven Schmerzmitteleinsatz in der höchsten deutschen Spielklasse hingewiesen. "Es wurde immer gesagt, dass ich gesund bin", hatte der 28-Jährige dort geklagt, "ich hatte keine Ahnung, was los ist."

Ungeachtet dieser Kritik an der Vereinsführung des Bundesliga-Zweiten werden die Hanseaten aber die Zusammenarbeit mit dem Kroaten vertragskonform bis zum Saisonende fortführen. Klasnic musste sich Anfang 2007 einer Nierentransplantation unterziehen und lebt seitdem mit einer Spenderniere seines Vaters, nachdem sein Körper zuvor ein Organ seiner Mutter abgestoßen hatte.

Der Streitwert der Klage gegen Dimanski und Guha, die sich über Jahre hinziehen kann, beläuft sich auf 1 427 944,55 Euro. Dimanski wies die Vorwürfe zurück und nannte den Krankheitsverlauf des Werder-Profis im Spiegel "schicksalhaft".

In der ARD-Talksendung trat insbesondere Frau Klasnic als harsche Kritikerin des Vereins hervor, während der Spieler selbst nervös und teilweise wortkarg wirkte. "Ich bin froh, dass ich jetzt einmal frei reden kann, nachdem mir von der Geschäftsleitung ein Maulkorb verpasst wurde", sagte Patricia Klasnic.

Auch im zwischenmenschlichen Bereich machte Patricia Klasnic dem Klub harsche Vorwürfe. "Ich habe einen Anruf vermisst, eine Nachfrage, wie geht es Ihnen und Ihrem Mann. Jeder normale Mensch hätte doch schon aus Höflichkeit nachgefagt", meinte sie zu der Zeit nach der ersten missglückten Transplantation.

Klasnics Vertrag an der Weser läuft zum Saisonende aus, und auch die finanziellen Vorstellungen beider Seiten liegen offenbar weit auseinander. "Meine Zukunft ist offen", sagte Klasnic, "meine Klage hat allerdings nichts mit meinem Vertragsverhältnis zu tun."

© SID

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