Fußball Bundesliga
Kleines Revierderby im Zeichen der Krise

Die Talfahrt ist beängstigend, bei einer Niederlage droht ein Abstiegsplatz: Selten zuvor war die Situation vor einem Ruhrderby zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Bochum derart brisant wie vor dem heutigen Duell.

Zwei Punkte holten die beiden Teams zusammen an den letzten drei Spieltagen, bei einer Niederlage droht der Abstiegsplatz: Selten zuvor war die Situation vor einem Ruhrderby zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Bochum derart brisant wie vor dem Duell heute Abend (20.30 Uhr/live bei Premiere). Nach drei BVB-Pleiten in Serie fordert Trainer Thomas Doll wie auch sein seit fünf Spieltagen erfolgloser Kollege Marcel Koller von seinen Profis den ersehnten "Dreier" für die Wende.

Doch während der VfL sein sportliches Tief relativ unaufgeregt händelt, herrscht beim schwarz-gelben Nachbarn dicke Luft. Nach drei Niederlagen mit neun Gegentoren reagierten die BVB-Profis mit einem Presse-Boykott, sie wollen angeblich Taten sprechen lassen.

Kapitän Christian Wörns brach nach bissigen Kommentaren zum "Maulkorb" in den Gazetten kurz sein Schweigen und stellte über eine Pressemitteilung klar: "Es geht in der augenblicklich schwierigen Situation ausschließlich darum, dass wir uns auf die rein sportlichen Aufgaben konzentrieren wollen." Keineswegs richte sich die momentane Ablehnung von Interviews gegen einzelne Journalisten oder die Medien insgesamt.

Fest steht: Sollten die Borussen auf dem Platz eine derartige Disziplin und Geschlossnheit zeigen, wie bei der Medien-Abstinenz, dürfen die Fans wieder auf bessere Zeiten hoffen. "Die "Initialzündung muss eindeutig von der Mannschaft ausgehen. Wenn jeder mit Herz und Leidenschaft dabei ist, wenn jeder zeigt, dass er bereit ist, alles zu geben, dann wird der Funke auch wieder überspringen", predigt Coach Doll.

Niederlage könnte fatale Folgen haben

Doch der 41-Jährige weiß auch um die fatalen Folgen und die Stimmung bei den Fans, sollte der BVB seine sechste Saisonniederlage kassieren, zumal die nächsten Gegner Bayer Leverkusen und Bayern München heißen. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke baut vor: "Dann werden wir uns hinsetzen und in aller Ruhe analysieren. Aber die Trainerfrage stellt sich auch dann nicht." Und auch nicht die Torwartfrage - so Doll - nachdem Roman Weidenfeller bislang sämtliche 16 Gegentore (fünf Niederlagen) kassierte.

Zu allem Überfluss plagen den sechsmaligen deutschen Meister Verletzungssorgen. Angeschlagen sind Mladen Petric, Jakub Blaszczykowski, Philipp Degen und Tinga. Die Entscheidung über ihren Einsatz wird mitunter kurzfristig fallen. Definitiv ausfallen wird Nelson Valdez (Schulterverletzung). Vor seinem Startelf-Debüt steht der 19-jährige Angreifer Christopher Nöthe, der sich mit zwei Treffern im Testspiel am Dienstag bei Legia Warschau (2:2) empfahl.

"Wir achten weniger auf die Probleme in Dortmund", lässt VfL-Coach Koller wissen, versichert jedoch: "Wir werden uns nicht verstecken und unsere Chance suchen." Sein Torjäger mit Ladehemmung, der Däne Tommy Bechmann, ergänzte selbstbewusst: "Der Gegner ist verunsichert. Wir wissen, wo unsere Stärken liegen und hoffen auf die nicht so schnellen Abwehrspieler des BVB.""Tempo" heißt das Rezept, mit der man die Gastgeber vor Probleme stellen will.

Wie die Borussen, hat auch der VfL nur neun Punkte auf dem Konto. Der zweite Sieg im fünften Gastspiel der Saison wäre Balsam auf die Wunden. "Wir wollen unsere Negativserie stoppen, aber der Druck liegt bei den Dortmundern. Dort herrscht ein ganz anderes Anspruchsdenken", sagt Koller.

© SID

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