Fußball Bundesliga
Klinsmann hält Bayern für konkurrenzfähig

Auch wenn Europas Spitzenteams finanziell in einer anderen Liga spielen, sieht sich Bayern Münchens Trainer Jürgen Klinsmann auf Augenhöhe. Er hat in der Champions League viel vor.

Die mangelnde Finanzkraft der Bundesliga im internationalen Vergleich darf laut Trainer Jürgen Klinsmann von Bayern München keine Ausrede für Misserfolg in der Champions League sein. "Ich akzeptiere das Argument der finanziellen Diskrepanz zu den Großen nicht. Die Top-15-Vereine in Europa sind alle mit lauter Nationalspielern bestückt. Und letztlich ist die Atmosphäre, ist die Arbeitsphilosophie wichtiger als ein Hundert-Millionen-Transfer", sagte Klinsmann in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Der neue Bayern-Coach widerspricht damit Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Der frühere Weltklassestürmer hatte zuletzt beklagt, dass die Bundesliga aufgrund der finanziellen Überlegenheit der Spitzenvereine aus England, Spanien und Italien auf Jahre hinaus in der "Königsklasse" zum Scheitern verurteilt sei.

"Mein Job ist es, meine Leute zu verbessern"

Klinsmann betonte dagegen, dass die Bayern "keineswegs in einer zweiten Kategorie" spielten: "Es können noch so viele Milliardäre kommen, ob aus Russland oder Amerika - egal! Wenn ich mit einem Topkader arbeiten kann - und das können wir beim FC Bayern auch ohne 50-Millionen-Einkäufe - dann gibt es genug Chancen, diesen Kader kontinuierlich zu entwickeln."

In dieser Entwicklung der Mannschaft sieht der 43-Jährige auch seine Aufgabe. "Mein Job ist es, meine Leute so zu verbessern, dass wir auch mit finanzstarken Klubs wie Chelsea oder Milan konkurrieren können", sagte er. Klinsmann glaubt, dass die Münchner auch in der Champions League, die sie zuletzt 2001 gewannen, zum großen Wurf in der Lage sind. Er habe sich für den Rekordmeister entschieden, weil der Klub "in Europa ein gewaltiges Wort mitspricht".

Klinsmann plant "eine dominante, agierende Spielweise"

Klinsmann ist sich aber auch der Tatsache bewusst, dass seine Macht als Trainer begrenzt ist: "Entscheidend ist, ob die Mannschaft eine Philosophie mitträgt, ob sie sich selbst definieren kann und imstande ist, Probleme zu lösen. An dieser Stelle reduziert sich die Rolle des Trainers. Der Trainer kann immer nur ein Helfer sein." Als solcher wolle er seinen Spielern Anstöße geben. "Keiner soll abends sagen: Das war heute ein toter Tag."

Um in der Champions League nach den Sternen zu greifen, will der frühere Bundestrainer seiner Mannschaft "eine dominante, agierende Spielweise" mit auf den Weg geben. "Wir wollen uns an Europas Besten messen. Darum müssen wir schneller spielen, mit weniger Ballkontakten", sagt der Weltmeister von 1990.

Dabei bevorzugt er ein 4-4-2-System, das variabel auf ein 3-5-2 umgestellt werden kann. Den Trend zum 4-5-1 teile er nicht, meinte Klinsmann: "Ich habe keine Lust, von unseren drei Topstürmern Toni, Klose, Podolski zwei auf die Bank zu setzen."

© SID

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