Fußball Bundesliga
Klinsmann: „Ich bin ein Kämpfer“

Nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen Schalke 04 gehen beim FC Bayern München die Diskussionen um die Mannschaft und die Position des Trainers weiter. Jürgen Klinsmann stellt sich den offenen Fragen im Interview.

Jürgen Klinsmann, wie erklären Sie sich das enttäuschende 0:1 gegen Schalke 04?

Wir haben hervorragend angefangen und viel Druck gemacht. Nach dem 0:1, das wie aus heiterem Himmel fiel, haben wir es aber nicht geschafft, klare Torchancen herauszuspielen. Wir haben den Rhythmus verloren. Das ist sehr, sehr ärgerlich und wurmt gewaltig, weil wir unbedingt nachlegen wollten. Das ist eine sehr bittere Niederlage.

Genügt so eine Leistung den Ansprüchen eines Meisters?

Spielerisch können wir wesentlich besser auftreten. Kämpferisch war das aber in Ordnung. Aber wenn man verliert, hat man Fehler gemacht.

Wie bewerten Sie die Situation im Titelrennen? Sehen Sie überhaupt noch eine Chance?

Es sind noch fünf Spiele. Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich wesentlich kleiner geworden. Uns bleibt nichts anderes übrig, als nach vorne zu schauen. Wir lassen nicht locker, wollen alle Punkte holen, die wir holen können. Dann sehen wir mal, zu was es gereicht hat. Die Qualifikation für die Champions League ist aber das absolute Muss.

Bei den Fans wird der Ärger immer größer. Inwiefern belasten Sie die ständigen Klinsmann-raus-Rufe?

Das schmerzt natürlich sehr. Aber das muss man schlucken. Ich kann das aber verstehen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Bei Bayern ist die Messlatte immer die höchste. Die Ansprüche sind eben, dass man Meister werden will und muss.

Präsident Franz Beckenbauer hat gesagt, dass es für Sie eng werden wird, wenn der FC Bayern auch das kommende Heimspiel gegen Gladbach nicht gewinnt. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Druck ist beim FC Bayern ein ständiger Wegbegleiter. Wenn man beim FC Bayern nicht oben steht, gibt es Kritik, Pfiffe und Diskussionen um die Trainerposition. Diese Diskussionen sind ganz normal und auch medial getrieben.

Glauben Sie noch an eine Zukunft beim FC Bayern?

Wir haben sehr viel geleistet in dieser Saison. Wir ziehen das durch mit aller Energie. Ich bin ein Kämpfer. Natürlich glaube ich an eine Zukunft. Wir können ja nachvollziehen, warum viele Dinge nicht so gelaufen sind.

Was ist nicht so gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt haben?

Das war eine extreme Saison, in der einige komische Dinge passiert sind. Wir hatten schon einen schwierigen Start durch die Europameisterschaft. Wir hatten viele Verletzungsprobleme. Dann hatte die Champions League Priorität, wodurch die Bundesliga hie und da vernachlässigt wurde. Diese Punkte fehlen uns jetzt.

Nach dem Spiel sah es aber fast so aus, als ob Manager Uli Hoeneß schon auf Distanz zu Ihnen gegangen wäre?

Uli leidet immer extrem mit. Entsprechend ist auch seine Körpersprache. Es gibt aber gar keine Distanz. Uli ist genauso enttäuscht wie ich, dass wir die drei Punkte nicht geholt haben.

Erreichen Sie noch die Mannschaft?

Die Arbeit mit der Mannschaft macht Spaß und funktioniert. Wir machen die Arbeit mit viel Engagement. Die Chemie stimmt.

© SID

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