Fußball Bundesliga
Klinsmann leitet erstes Bayern-Training

Die Ära Jürgen Klinsmann hat bei Bayern München begonnen. Der frühere Bundestrainer leitete am Montag sein erstes Training beim Rekordmeister und gab gleich ehrgeizige Ziele aus.

Um 15.25 Uhr begann am Montag bei Bayern München eine neue Zeitrechnung: Einen Tag vor seinem offiziellen Vertragsbeginn hat Jürgen Klinsmann in Trainingsjacke und kurzer Hose erstmals als neuer Spiritus Rector beim deutschen Rekordmeister eine Übungseinheit an der Säbener Straße geleitet und gleich den Sturm auf die europäische Spitze für eröffnet erklärt.

"Der FC Bayern gehört zu den Eliteklubs der Welt. Deswegen ist die Zielsetzung klar: Man möchte Titel am Ende des Jahres haben. National ohnehin, und international da wollen wir mitreden, wollen so weit wie möglich kommen", sagte der 43-Jährige in einem auf der Internetseite des Vereins veröffentlichten Interview und fügte hinzu: "Und je weiter wir kommen, desto hungriger werden wir. Die Zielsetzungen müssen die höchsten sein."

Wie sein Reformkurs beim Double-Gewinner der Vorsaison aussehen soll, machte Klinsmann ebenfalls deutlich. "Wir wollen zwei Komponenten vorantreiben: Auf dem Platz mit einer sehr intensiven Trainingsarbeit, die andere ist außerhalb des Platzes, wo wir sie (die Spieler, d. Red.) als Menschen weiterbringen wollen", sagte der ehemalige Bundestrainer.

"Bei uns Trainern kribbelt es gewaltig"

Dafür war in der Sommerpause auf dem Vereinsgelände ein neues Leistungszentrum entstanden, das den Spielern neben der Trainingsarbeit an den neu eingeführten Acht-Stunden-Tagen auch Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten bietet. "Es ist ein fantastisches Zentrum, bei uns Trainern kribbelt es wahnsinnig. Das ist einzigartig auf der Welt, das hat kein Real Madrid, kein FC Barcelona. Da sind wir echt stolz drauf", schwärmte Klinsmann, der mit seinem Team zur offiziellen Saisoneröffnung am 5. August in der Münchner Arena auf den italienischen Meister Inter Mailand trifft.

Bevor die rund 600 Fans den Nachfolger von Ottmar Hitzfeld, sieben Mitglieder seines insgesamt zehnköpfigen Kompetenzteams und die zwölf Profis mit dem einzigen Neuzugang Jörg Butt beim Trainingsauftakt beobachteten, waren indivduelle Leistungstests durchgeführt worden. Anschließend ließ Klinsmann nach einer kurzen Begrüßung leichte Lauf-, Koordinations- und Spielübungen durchführen. Für den Abend war dann noch ein gemeinsamer Empfang der deutschen EM-Spieler aus München von Klinsmann und Vorstand am Flughafen geplant.

Die Nationalspieler werden sich dann allerdings noch drei Wochen in den Urlaub verabschieden, zudem fehlen Martin Demichelis und Lucio wegen ihrer jüngsten Länderspieleinsätze für Argentinien und Brasilien noch bis zum 9. Juli. Franck Ribery wird voraussichtlich noch bis September pausieren müssen. Der Franzose hatte sich bei der EM einen Syndesbosebandriss zugezogen.

Uli Hoeneß hat derweil den ehemaligen Bayern-Profi Klinsmann, der im Januar einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 unterschrieben hatte, bereits im Vorfeld via kicker in den höchsten Tönen gelobt. "Er macht einen unglaublich fleißigen, engagierten Eindruck. Er ist so bei der Sache, als gehe schon morgen die Liga los. Da gefällt mir", sagte der Manager.

Hoeneß buhlt weiter um Gomez

Möglicherweise wird bis zum Bundesligastart am 15. August der Kader noch weiter verstärkt. Hoeneß jedenfalls treibt die angestrebte Verpflichtung von Nationalstürmer Mario Gomez weiter voran.

"Sollte Mario Gomez zur kommenden Saison wechseln, sind unsere Chancen ziemlich gut, glaube ich. Es ist doch klar, dass wir alles tun, um diesen Topmann zu verpflichten, bevor der nach Italien geht und die Leute sagen: "Hey, wieso habt ihr euch nicht bemüht?"", sagte der Manager über den 22-Jährigen, der beim VfB Stuttgart noch bis 2012 unter Vertrag steht, der Münchner tz.

Die Schwaben hatten die Transferdebatte um Gomez zuletzt für beendet erklärt. Hoeneß aber wirbt weiter offen um den Angreifer: "Wir interessieren uns doch nicht erst seit zwei Tagen für Mario Gomez. Sobald ein Signal aus Stuttgart kommt, sind wir da. Da können Sie sicher sein." Weiterhin auf der Wunschliste der Bayern steht auch Mittelfeldspieler Alexander Hleb vom FC Arsenal aus London.

Sollten sich beide Transfers realisieren lassen, wäre offenbar auch der Weg für einen Vereinswechsel von Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger frei. An beiden Nationalspielern besteht offenbar Interesse aus dem In- und Ausland.

© SID

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