Fußball Bundesliga
Klubs und Referees wollen engere Zusammenarbeit

Nach der zuletzt zugenommenen Referee-Kritik seitens der Bundesliga-Vereine haben sich der DFB und Klub-Vertreter am ersten Runden Tisch zu Schiedsrichter-Fragen getroffen.

Mehr Gespräche miteinander, mehr Verständnis füreinander und mehr Fairness im gemeinsamen Umgang: Mit dieser kurzen Formel lässt sich das Ergebnis des ersten Runden Tisches zu Schiedsrichter-Fragen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Spitzen-Vertretern der Bundesliga-Klubs zusammenfassen. Beim Gipfeltreffen am Montag in München stimmten die Funktionäre und Trainer einem freiwilligen Verhaltenskodex im Umgang mit den Schiedsrichtern zu.

Zudem wurde eine engere Zusammenarbeit der Schiedsrichter mit den Vereins-Verantwortlichen vereinbart, um durch den Dialog und gegenseitige Denkanstöße ein maßvolles Miteinander zu fördern. Zuletzt hatte die öffentlich geäußerte Kritik an den Unparteiischen an Schärfe gewonnen. Mit dem Appell von Seiten des DFB und der Schiedsrichter-Vertreter sowie dem Willen zur Mäßigung von Seiten der Vereins-Vertreter ist die Hoffnung verbunden, dass künftige Kontroversen sachlich und weniger emotional ausgetragen werden.

Beim kontroversen Treffen wurde "Tacheles gesprochen"

Demnach sollen sich vor allem Funktionäre und Trainer um mehr Respekt den Spielleitern gegenüber bemühen. "Respektvoller Umgang ist das, was eingefordert worden ist - und daran wollen wir alle arbeiten", sagte Eintracht Frankfurts Vorstands-Vorsitzender Heribert Bruchhagen als einer der Vertreter der Bundesliga-Klubs nach dem laut EM-Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) kontroversen Treffen, bei dem "Tacheles gesprochen" worden sei.

Zudem wurde vereinbart, durch regelmäßige Zusammenkünfte mehr Transparenz in Schiedsrichter-Fragen zu schaffen. Bereits im Herbst soll der zweite Runde Tisch stattfinden. Außerdem soll es in der Vorbereitung auf die kommende Saison einen intensiven Gedankenaustausch zwischen DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel und den Bundesliga-Trainern geben, die erstmals in die Saison-Videoanalyse der Unparteiischen eingebunden werden.

Kein "Maulkorb" für Vereinsverantwortliche

Manager Uli Hoeneß vom deutschen Rekordmeister Bayern München stimmte einem gemeinsamen Videostudium des Münchner DFB-Pokalderbys gegen den Zweitligisten 1 860 (1:0 n.V.) mit Löwen-Trainer Marco Kurz, Strigel und einem Schiedsrichter-Beobachter zu. Im Anschluss an das Spiel hatte es nach Ansicht der Schiedsrichter-Vertreter zu Unrecht Kritik an den Entscheidungen der Unparteiischen gegeben.

"Ein guter Anfang. Ich bin guter Hoffnung, dass durch diverse Gespräche ein besseres Verständnis der Parteien füreinander erreicht wird", sagte Trainer Felix Magath vom VfL Wolfsburg. Einen "Maulkorb" für die Vereins-Verantwortlichen wird es aber nicht geben. "Es ist überhaupt kein Problem die Fehler beim Namen zu nennen", sagte Fandel, es komme nur auf die Art und Weise an.

So wie in der rund zweistündigen Diskussionsrunde, an der unter Federführung des DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch auch Sportdirektor Klaus Allofs (Werder Bremen) und Rudi Völler (Sportdirektor Bayer Leverkusen) teilnahmen. Zudem gehörten DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus, der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner und der DFB-Schiedsrichterausschuss-Vorsitzende Volker Roth dem Runden Tisch an.

Als Beispiel für die andauernden Diskussionen um Schiedsrichter-Entscheidungen wurde das Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV (1:1) vom 22. März behandelt. Nach den insgesamt vier Platzverweisen hatten die Verantwortlichen beider Vereine massiv Kritik an Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) geübt.

Strigel: "Relativ wenige Platzverweise in Bundesliga"

Auch Magath hatte nach der Partie zum wiederholten Male moniert, "dass in der Bundesliga viel zu schnell mit Karten hantiert wird". Strigel widersprach diesem Urteil mit einer vergleichenden Statistik der laufenden Spielzeit. Bislang habe es in der Bundesliga 19 Platzverweise gegeben, im Vorjahr seien es zum gleichen Zeitpunkt 26 gewesen. In Spanien seien es bislang aber bereits 83, in Italien 50.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte sich wegen der zunehmen Schärfe in den Diskussionen um die Schiedsrichter zwischenzeitlich sogar veranlasst gesehen, die Verantwortlichen der Bundesliga-Klubs zur Ordnung zu rufen und klargestellt, dass man in Deutschland "die besten Schiedsrichter der Welt" habe.

© SID

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