Fußball Bundesliga
Köln gibt dank Sieg in Stuttgart rote Laterne ab

Bundesliga-Krisenclub 1. FC Köln hat am 13. Spieltag der Bundesliga drei wichtige Punkte gegen den VfB Stuttgart eingefahren. Lukas Podolski traf per Elfmeter zum 1:0-Endstand.

Auf der Vorstandsetage herrscht dicke Luft, doch zumindest auf dem Platz läuft es für den 1. FC Köln dank Lukas Podolski wieder rund: Der Nationalspieler verwandelte im Spiel beim VfB Stuttgart in der 82. Minute einen umstrittenen Foulelfmeter eiskalt zum 1:0 (0:0) und bescherte den Rheinländern das Happy End einer turbulenten Woche. Die Kölner haben den letzten Tabellenplatz verlassen und sind nun punktgleich mit den Stuttgartern (beide elf Punkte), die vorerst weiter auf dem Relegationsplatz festhängen.

"Das war die Reaktion, die wir uns erwünscht, auf die wir aber auch hingearbeitet haben. Ich denke, dass es ein Sieg war, den wir uns verdient haben. Wir haben aufgrund unser disziplinierten Leistung nicht unverdient gewonnen", sagte der glückliche Kölner Trainer Frank Schaefer, der vom Vorstand zumindest bis zum Ende der Hinrunde eine Arbeitsgarantie hat.



Mondragon bei Comeback mit ausgezeichneter Leistung

Chancen für den Sieg gab es vor dem Elfmeter auf beiden Seiten genug, die Stuttgarter aber scheiterten am Pfosten wie der eingewechselte Pawel Pogrebnjak (79.) oder am Kölner Torwart Faryd Mondragon, der nach fünf Spielen Pause wieder mitwirken durfte. Der Kolumbianer zeigte eine ausgezeichnete Leistung und bewahrte seine Mannschaft nach zuvor zwei Niederlagen in Folge vor einem möglichen Rückstand. Den Gästen wiederum fehlte vor 39 500 Zuschauern lange die letzte Konsequenz vor dem Tor, in der zweiten Halbzeit der ausgewechselte Martin Lanig - und bisweilen in Person des ansonsten guten Podolski die Übersicht.

Auffälligster Spieler waren der Stuttgarter Timo Gebhart und Mondragon, die sich beinahe ein Privatduell lieferten. "Bei der Organisation auf dem Platz wird er uns sicher weiterhelfen", hatte Trainer Frank Schaefer die Hereinnahme des erfahrenen Torwarts begründet, und Manager Michael Maier betonte, er stehe hinter der Entscheidung. Dem 39 Jahre alte Schlussmann blieb aber selten Zeit für die Organisation seiner Vorderleute, er war zu sehr mit dem Vereiteln von Chancen beschäftigt, die von seinen Mitspielern zugelassen wurden.

Auf regennassem Rasen erarbeitete sich der VfB, der seit September 1996 keines seiner Heimspiele gegen den 1. FC Köln gewonnen hatte, bereits vor der Halbzeit mehrere gute Torchancen, scheiterte aber zumeist an Mondragon. Der Torhüter wehrte zunächst einen Schuss von Gebhart ab (3.), verhinderte gegen Cacau den sicheren Rückstand (12.), parierte glänzend erneut gegen den guten Gebhart (31.). Chancenlos wäre er jedoch bei einem Schuss von Ciprian Marica gewesen (33.) - der Ball flog neben das Tor. In der 31. Minute rettete Geromel gegen Cacau für seinen geschlagenen Torhüter.



Schiedsrichter Dingert verhinderte Kölns beste Torchance in Halbzeit eins

Angetrieben vom guten Lanig kamen auch die Kölner zu Chancen. Der ehemalige Stuttgarter besaß eine davon selbst, verfehlte aber knapp das Tor (34.). Lanig blieb nach der Pause in der Kabine - er war zu diesem Zeitpunkt bereits akut "Rot"-gefährdet. Schiedsrichter Christian Dingert war in seinem vierten Einsatz in der Bundesliga allerdings auch dafür verantwortlich, dass die Kölbner ihre beste Torchance nicht nutzen konnten. Der 30-Jährige pfiff ein Foul von Georg Niedermeier an Lanig voreilig ab und nahm den Gästen damit einen klaren Vorteil: Milivoje Novakovic war schon auf und davon gewesen (13.).

Vor allem in der zweiten Halbzeit hätte der 1. FC Köln in Führung gehen können. VfB-Torhüter Sven Ulreich gegen Podolski (49.), Christian Gentner (59.) und wieder Ulreich gegen Petit (65.) verhinderten Schlimmeres. Dem VfB wiederum standen auch in der zweiten Halbzeit Mondragon und der Pfosten im Wege, ehe Schiedsrichter Dingert erneut eine zweifelhafte Entscheidung traf und nach einem Zweikampf zwischen Niedermeier und Novakovic auf Elfmeter entschied. Der Slowene hätte das 2:0 machen müssen, scheiterte in der 89. Minute aber freistehend an Ulreich.

© SID

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