Fußball Bundesliga
Köln und Hannover selbstbewusst gegen Favoriten

Trotz bisher enttäuschender Saisonergebnisse wollen Schlusslicht 1. FC Köln und Hannover 96 die Wende schaffen und gegen die Favoriten aus Schalke und Bremen drei Punkte holen.

Gelassenheit statt Panik, Zuversicht statt Pessimismus: Trotz des miserablen Saisonstarts präsentiert sich der Bundesliga-Letzte 1. FC Köln vor dem schweren Punktspiel heute (17.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) gegen Schalke 04 geschlossen wie selten zuvor in solchen Situationen. Diskussionen um den neuen Coach Zvonimir Soldo gab es (noch) nicht. Das Trainerthema hat Hannover 96 bereits hinter sich, mit Hecking-Nachfolger Andreas Bergmann hoffen die Niedersachsen auf ein Erfolgserlebnis beim DFB-Pokalsieger Werder Bremen (15.30 Uhr/live bei Sky und Liga total).

Overath: "Können Schalke schlagen"

"Es wird nicht einfach gegen Schalke, aber wir können sie schlagen", sagte Kölns Präsident Wolfgang Overath, dessen Klub mit nur einem Punkt am Tabellenende steht. Trotz des Fehlstarts ist der Weltmeister von 1974 von der "Qualität der Mannschaft überzeugt" und hat größtes Vertrauen in den neuen Trainer Soldo. "Wir sind der Meinung, dass Soldo einen Riesenjob macht. Ich mache mir keine Sorgen", sagte Overath.

Der Hochgelobte, in der Öffentlichkeit ohnehin ein Mann der leiseren Töne, zeigte sich zwei Tage vor dem wichtigen Spiel im erstmals in dieser Saison mit 50 000 Zuschauern ausverkauften WM-Stadion scheinbar ungerührt. "Die Pause ist mir sehr lange vorgekommen. Das liegt wohl daran, dass wir Tabellenletzter sind", meinte der Kroate, der in der Vorbereitung vor allem auf Gespräche setzte und zudem nun auf seinen Schub durch seine Stars Lukas Podolski und Milivoje Novakovic hofft: "Podolski und Novakovic hatten bei der Nationalmannschaft Erfolgserlebnisse. Ich hoffe, dass beide nun eine Serie starten."

Weiter unruhige Lage auf Schalke

Vielleicht kommt den Kölnern aber auch die derzeitige Lage bei Schalke entgegen, Gerüchte über kurzfristig zu tilgende Schulden oder der Sonderurlaub von Rafinha bestimmten die Schlagzeilen. "Bei Schalke ist Unruhe", sagte Soldo: "Aber die Situation dort ist immer noch besser als bei uns." Sieben Punkte hat "Königsblau", aber nach dem 0:1 gegen Freiburg vor zwei Wochen ist Ernüchterung eingekehrt.

"Der FC ist mehr unter Druck als wir, denn die Kölner müssen gegen uns gewinnen. Wir haben nicht vor, erneut gegen einen Tabellenletzten die Punkte abzuliefern, das haben wir unnötigerweise schon gegen Freiburg getan", erklärte Schalkes Trainer und Manager Felix Magath. Der 56-Jährige, der große Stücke auf seinen ehemaligen Profi Soldo hält ("Ich bin sicher, dass er auch als Trainer eine gute Entwicklung nehmen wird"), muss auf die Brasilianer Mineiro und Rafinha verzichten. Rafinhas Sonderurlaub verlängerte Magath, damit dieser seine persönlichen Dinge endgültig regelt.

Schaaf: "Werden Hannover nicht unterschätzen"

Scheinbar beschaulicher geht es in der Baustelle Weserstadion zu. "Bei Hannover passen Leistungen und Ergebnisse nicht so ganz zusammen. Wir werden sie also nicht unterschätzen, schon gar nicht in einem Nord-Derby", sagte Bremens Coach Thomas Schaaf, der lediglich Hugo Almeida ersetzen muss. Da wiegt der Ausfall von Hannovers Nationaltorwart Robert Enke (Virusinfektion) schon schwerer.

Doch auch mit Vertreter Florian Fromlowitz herrscht bei Hannover Zuversicht. "Werder Bremen ist eine Herausforderung für die Mannschaft. Aber ich bin froher Hoffnung und davon überzeugt, dass wir Werder ärgern können", sagte 96-Coach Bergmann.

© SID

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