Fußball Bundesliga
Kölner Torflaute ist beendet

Der 1. FC Köln kann doch noch Tore schießen. Beim 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg am letzten Hinrunden-Spieltag der Bundesliga trafen Pedro Geromel und Milivoje Novakovic (2).

Mit dem höchsten Saisonsieg hat Bundesligist 1. FC Köln für Ruhe unterm Tannenbaum gesorgt, aber die Ära Michael Oenning beim 1. FC Nürnberg möglicherweise beendet. Die Mannschaft des ebenfalls zuletzt in die Kritik geratenen FC-Trainers Zvonimir Soldo kam am Sonntag im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres zu einem 3:0 (1:0) gegen den Club und rückte mit nunmehr 18 Punkten nach dem ersten Sieg gegen die Franken seit 16 Jahren auf den zwölften Tabellenplatz vor.

Nach der vierten Pleite in Folge überwintert Nürnberg (12 Punkte), das zuvor sechsmal in Folge gegen Köln gewonnen hatte, auf dem vorletzten Platz. Trotz aller Treuebekundungen im Vorfeld dürfte die Luft für Oenning dünn werden.

Innenverteidiger Pedro Geromel erzielte in der 37. Minute per Kopf das 1:0, für die Entscheidung sorgte Stürmerstar Milivoje Novakovic mit einem Doppelpack (70. und 77.). Für die Kölner war durch die Saisontore acht bis zehn der Minusrekord von Pleiten-Klub Tasmania Berlin, der 1965/66 in der Hinserie nur acht Treffer geschossen hatte, kein Thema mehr.

"Wir wollten einen würdigen Abschluss schaffen. Mit diesem 3:0 war es eine ordentliche Hinrunde, auch, weil wir noch im Pokal-Viertelfinale stehen. Am Anfang der Saison haben wir auch gut gespielt, aber die Punkte liegen lassen, die wir jetzt geholt haben", sagte Lukas Podolski, warnte aber auch: "Nach einem Spiel darf man jetzt nicht alles schönreden. Wir hatten auch Heimspiele, die waren grottenschlecht."

Ein Assist und 1 061 Minuten ohne Tor für Podolski

Podolski, Vorlagengeber zum 2:0 und seit seiner Rückkehr im Sommer nur einmal in der Liga erfolgreich, musste aber einen weiteren persönlichen Wermutstropfen hinnehmen. Kölns Publikumsliebling rückte in den Klub der Bundesliga-Angreifer auf, die 1 000 oder mehr Minuten am Stück ohne Torerfolg waren. Seine Marke steht nun bei 1 061 Minuten. Der Club verlor Juri Judt in der 84. Minute nach wiederholtem Foulspiel zudem durch eine Gelb-Rote Karte.

Trotz der durch den stundenlangen Schneefall am Sonntag schwierigen Platzverhältnisse im WM-Stadion waren beide Teams von Beginn an einsatzfreudig. Köln hatte die erste Chance: Nach einer Flanke von Brecko zog Yalcin aus elf Metern ab, der Rücken von Javier Pinola verhinderte aber den Torerfolg (7.). Drei Minuten später rettete Kölns Keeper Faryd Mondragon zur Ecke (9.). Im Gegenzug strich ein Kopfball von Kölns Innenverteidiger Youssef Mohamad nur knapp am Nürnberger Tor vorbei (10.) und Pinola lenkte einen 16-m-Schuss von Adil Chihi gerade nch zur Ecke (16.). Nach einer guten halben Stunde klärte Judt vor dem einschussbereiten Stürmerstar Milivoje Novakovic.

Köln hatte über weite Strecken mehr Spielanteile, Nürnberg blieb aber gefährlich, in der 35. Minute rettete Mondragon außerhalb des Strafraums vor Marek Mintal. Wenig später gelang dann den Gastgebern doch die Führung: Innenverteidiger Pedro Geromel verwertete eine Ecke von Chihi zum 1:0.

Podolski schießt neben leeres Tor

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine, doch die Gastgeber blieben am Drücker. Ein Freistoß von Petit aus 22 Metern strich knapp am Tor vorbei (56.). Eine Minute später kam Novakovic nach einer Petit-Flanke frei zum Kopfball, den Nürnbergs Keeper Stephan in überragender Manier parierte. Und Podolski: Der 24-jährige umspielte wenig später nach einem langen Ball den herausgeeilten Nürnberg-Keeper, zog in den Strafraum und schoss neben das verwaiste Tor.

Von den Gästen kam erschreckend wenig. In der 62. Minute hatte Oenning genug und nahm Boakye und Mintal vom Feld. Allerdings war dies auch ein Ergebnis des Kölner Defensivverhalten.

© SID

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