Fußball Bundesliga
Kohler gibt Cottbus einen Korb

Energie Cottbus muss sich weiter nach einem neuen Trainer umschauen. Nach der Entlassung von Petrik Sander hat Wunschkandidat Jürgen Kohler "ohne Angabe von Gründen" abgesagt, wie Manager Steffen Heidrich erklärte.

Die Trainersuche beim Bundesligisten Energie Cottbus gestaltet sich weiter schwer. Nach der Entlassung von Petrik Sander hat Wunschkandidat Jürgen Kohler den Lausitzern einen Korb gegeben. "Er hat ohne Angabe von Gründen abgesagt", erklärte Manager Steffen Heidrich in einem kicker-Interview. Der Weltmeister von 1990 hätte nach den Plänen der Cottbuser sofort nach der Entlassung von Sander am Sonntag das Ruder übernehmen sollen.

Nach Kohlers Absage erstellte die Vereinsführung eine Prioritätenliste und einigte sich auf einen Favoriten, der schon bald vorgestellt werden könnte. "Wir haben aus einem sehr engen Kreis von drei Kandidaten einen kontaktiert und warten auf seine Zusage. Die kommt hoffentlich schnell", sagte Heidrich.

Der neue Coach wird wohl aus dem Ausland kommen. "Die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß. Der deutsche Markt gibt gerade nicht sehr viel her", sagte Heidrich, der sich noch am Donnerstag mit dem Auserwählten zu abschließenden Gesprächen treffen wollte, dem sid.

Pole und Norweger im Gespräch

Im Gespräch sind Franciszek Smuda vom polnischen Erstligisten Lech Posen und der Norweger Jörn Andersen, der zuletzt den griechischen Erstligisten Skoda Xanthi trainiert hatte. Beide haben bereits ihr Interesse signalisiert. "Es ist nicht so, dass niemand zu uns will, so schlimm sind wir nicht", sagte Präsident Ulrich Lepsch über die Trainersuche.

Nach dem 0:5-Debakel am Mittwochabend bei Tabellenführer Bayern München ist Interimscoach Heiko Weber aus dem Rennen um den Cheftrainerposten. "Wir wollen einen neuen Trainer. Insofern gibt es darüber keine Diskussion. Aber es ist gut möglich, dass Heiko Weber am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt noch einmal auf der Bank sitzen wird", sagte Lepsch.

Unterdessen wehrte sich Manager Heidrich gegen die Kritik einer Reihe von Fußball-Prominenten wie Bundestrainer Joachim Löw oder Bayern-Präsident Franz Beckenbauer wegen der Sander-Entlassung: "Die meisten, die sich da ein Urteil erlauben, waren noch nie in Cottbus, kennen keine Hintergründe und keine Einzelheiten." Dass sie sich dennoch positionieren würden, sei "sehr bedenklich und gefährlich".

© SID

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