Fußball Bundesliga
Krisenklub Schalke stoppt Bayern-Aufholjagd

Die Krise beim FC Bayern verschärft sich weiter. Der Rekordmeister verlor im Topspiel des 15. Bundesliga-Spieltages bei Schalke 04 mit 0:2 (0:0) und belegt nur noch Rang sieben.

Wegen anhaltender Auswärtsschwäche kommt Rekordmeister Bayern München bei seiner groß angekündigten Aufholjagd nicht auf Touren. Beim Krisenklub Schalke 04 unterlag der Titelverteidiger trotz deutlicher Überlegenheit 0:2 (0:0) und verliert Herbstmeister Borussia Dortmund immer mehr aus den Augen. Bei einem Sieg des Tabellenführers am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim 1. FC Nürnberg würde der Rückstand der Münchner, die erst einmal auf fremdem Platz in dieser Saison gewannen, bereits 17 Punkte betragen.

Schalke machte dagegen aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit einen ersten Schritt aus der Krise. Eine Woche nach dem 0:5-Debakel beim 1. FC Kaiserslautern sicherten Jose Manuel Jurado (58.) und Benedikt Höwedes (67.) mit ihren Toren den Königsblauen den ersten Heimsieg gegen den Rekordmeister seit fünfeinhalb Jahren und wieder ein wenig Abstand zu den Abstiegsrängen. Die Münchner hatten sich die erste Niederlage nach sieben Bundesligaspielen selbst zuzuschreiben, weil sie in der ersten Halbzeit beste Chancen ausließen.

"Es ist unglaublich. Wenn wir soviele Chancen verpatzen, dann kann man erwarten, dass der erste Schuss ein Gegentor bringt. Ich kann nicht selbst die Tore schießen. Es ist unglaublich, wenn wir das ganze Spiel analysieren. Die Tore sind das Wichtigste, das hat man heute wieder gesehen", kommentierte Bayern-Trainer Louis van Gaal.

Nach zerfahrenem Beginn übernahmen die Bayern die Spielkontrolle, hielten den Ball in den eigenen Reihen und kamen nach gut 20 Minuten auch erstmals gefährlich vor das Schalker Tor. Den ersten Warnschuss gab Franck Ribery aus 18 Metern ab (21.). Der Franzose verfehlte aber ebenso knapp das Ziel wie eine Minute später Bastian Schweinsteiger mit einer Direktabnahme nach einer Flanke von Thomas Müller.

Die Königsblauen konnten zunächst nicht an die starken Heimspiele der vergangenen Wochen anknüpfen. Bayern-Torwart Jörg Butt blieb vor der Pause beschäftigungslos, weil der letzte Pass der Gastgeber nicht ankam. Gefährlich wurde es für die Schalker vor allem nach eigenen Standardsituationen vor dem gegnerischen Tor, die häufig zu Bayern-Konter führten. So verpasste Torjäger Mario Gomez das 1:0, als er nach einer Hereingabe von Schweinsteiger aus kurzer Distanz das Tor verfehlte (31.). Wenig später scheiterte Toni Kroos gleich zweimal an Nationaltorwart Manuel Neuer (34./38.). In der 39. Minute hatte Schweinsteiger mit einem Schuss ans Lattenkreuz Pech.

"Wir haben zwei-, dreimal Glück gehabt. Wir sind in Konter gelaufen, das darf uns natürlich nicht passieren. Bei den Szenen hat Manuel Neuer sensationell gehalten. Wir sind froh, dass er bei uns im Tor steht", sagte Schalke-Sportdirektor Horst Heldt zur Pause.

Die erste Schalker Torchance hatte Ivan Rakitic erst in der 48. Minute, als er an Butt scheiterte. Jurado stellte dann das Spiel auf den Kopf, als er nach starker Vorarbeit von Raúl das 1:0 erzielte. Allerdings verletzte sich Raúl bei einem unglücklichen Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Klaas-Jan Huntelaar und musste mit einer blutenden Wunde im Mund ausgewechselt werden. Beim 2:0 traf Höwedes zunächst mit einem Kopfball den Pfosten und drückte dann den Ball über die Linie.

Schalke-Coach Felix Magath verzichtete zunächst auf Außenstürmer Jefferson Farfan, der gerade erst eine Grippe auskuriert hatte. Für den Peruaner, der nach dem 1:0 für Raul ins Spiel kam, rückte Jurado in die Startformation. Auf der Bank nahm Rückkehrer Christian Pander Platz, der nach 19 Monaten Verletzungspause erstmals wieder im Schalker Kader stand. Er wurde in der 77. Minute eingewechselt und feierte seine Bundesliga-Rückkehr.

Bei den Bayern gab Kapitän Mark van Bommel nach über zweimonatiger Zwangspause wegen Knieproblemen sein Comeback in der Startelf. Für den Niederländer musste Anatolij Timoschtschuk seinen Platz im defensiven Mittelfeld räumen und für den zuletzt schwachen Daniel van Buyten in die Innenverteidigung wechseln.

© SID

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