Fußball Bundesliga
Lahm kritisiert, Hoeneß stocksauer

Dicke Luft beim FC Bayern: Phlipp Lahm kritisierte die Einkaufspolitik des Rekordmeisters. Das wiederum brachte Manager Uli Hoeneß auf die Palme.

Nationalspieler Philipp Lahm hat die Verantwortlichen von Bayern München für deren verfehlte Einkaufspolitik scharf kritisiert und sich dafür einen Rüffel von der Vereinsspitze eingehandelt. "Vereine wie Manchester oder Barcelona geben ein System vor - und dann kauft man Personal für dieses System. So etwas gibt es bei uns nicht: Dass der Verein etwas vorgibt und alles darauf aufgebaut wird", sagte Lahm im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Münchens Manager Uli Hoeneß reagierte stocksauer auf die Äußerungen von Lahm. "Ich werde ihn jetzt nicht öffentlich kritisieren und auch seine Leistung wird nur in meinem Büro besprochen. Aber ich kann ihnen versichern, dass er dieses Interview besser nicht gegeben hätte. Das wird er noch bedauern", sagte Honeß gegenüber Sky.

Lahms Meinung nach sind die Bayern vor allem im internationalen Vergleich schlechter besetzt als die Konkurrenz. "International brauchst du eben mindestens acht Spieler, die auf ihrer Position ausgebildet sind, Sicherheit haben und damit konkurrenzfähig sind", sagte Lahm: "Ich sehe diese acht Spieler nicht bei uns, und das liegt nicht an den Spielern, sondern an der fehlenden Philosophie über die letzten Jahre."

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, der das Interview nach eigenen Angaben nicht gelesen hat, sagte bei Sky zu den Vorwürfen: "Die Philosophie des FC Bayern ist genauso wie beim FC Barcelona. Wir wollen Erfolg haben und möglichst jedes Spiel gewinnen."

"Wen soll man denn anspielen?"

Lahm merkte an, dass dies zurzeit schwer ist. Als besondere Schwachstelle des Teams sieht der Außenverteidiger das Mittelfeld an. "Wen soll man denn anspielen? Wo ist jemand, der mal was bewegt, der den Ball zur Seite mitnimmt, nach vorne schaut und irgendwie den Ball durchsteckt, dass man nachrücken kann? Das passiert bei uns kaum."

Beckenbauer nahm allerdings auch Lahm in die Pflicht. "Er muss sich auch an die eigene Nase fassen, denn er kommt auch nicht an seine gewohnte Leistung heran", sagte der "Kaiser", der zuletzt auch schon Kritik an Bayern-Trainer Louis van Gaal geübt hatte.

Den Coach nahm Lahm aber ausdrücklich in Schutz. "Ich glaube schon, dass wir jetzt einen Trainer haben, der den Bau einer Mannschaft hinbekommen kann", so Lahm: "Es braucht noch Zeit, aber ich bin der festen Überzeugung, dass er ein guter Trainer ist. Er ist sicher auch manchmal schwierig im Umgang für viele Spieler. Aber er ist bestimmt kein Unmensch, er verlangt keine Undinge von uns."

Dies wird Van Gaal freuen, der das Interview ebenso wie Beckenbauer nicht gelesen haben wollte. Aber auch der Coach sagte, dass die Aussagen des 25-Jährigen noch den Vorstand beschäftigen werden: "Da müssen wir intern drüber reden."

© SID

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