Fußball Bundesliga
Lahm vor Abschied von Bayern München

Die Wege von Philipp Lahm und dem FC Bayern München werden sich wohl spätestens 2009 trennen. Am Dienstag zog der Rekordmeister sein Angebot über eine Vertragsverlängerung zurück.

In der seit 1995 andauernden Beziehung zwischen Philipp Lahm und Rekordmeister Bayern München stehen die Zeichen auf Abschied. Spätestens im Juni 2009 wird der Nationalspieler den frischgebackenen DFB-Pokalsieger wohl verlassen. Wie der Bundesliga-Tabellenführer am Dienstag mitteilte, führten die Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung des bis Ende der kommenden Saison laufenden Vertrages zu keinem Ergebnis. "Der FC Bayern München hat deshalb sein ursprüngliches Angebot zurückgezogen", hieß es in der Presseerklärung.

Grund für das Scheitern der Verhandlungen ist offensichtlich der Wunsch von Lahm, möglichst schnell ins Ausland zu wechseln. In einem vorab veröffentlichen Interview mit dem Stern sagte er: "Mein Entschluss steht fest: Meine Karriereplanung sieht vor, dass ich den FC Bayern München irgendwann verlassen werde, und das nicht erst, wenn ich meinen Zenit überschritten habe." Es sei für ihn daher der "logische nächste Schritt, ins Ausland zu gehen".

Traum vom Gewinn der Champions League

Lahm will offensichtlich nach Spanien oder England wechseln. "In beiden Ländern bietet sich mir die Chance, in einem großen Klub zu spielen", sagte er im Stern. Der 24 Jahre alte Außenverteidiger soll unter anderem auf der Wunschliste des spanischen Spitzenklubs FC Barcelona stehen. Ein Kriterium für Lahm ist die Möglichkeit, mit seinem künftigen Klub die Champions League zu gewinnen. Dieser Titel stehe "über allem", betonte er.

Dem FC Bayern traut Lahm den großen internationalen Erfolg in naher Zukunft nicht zu. "Ich glaube nicht, dass wir es 2009 in der Champions League schon ins Finale schaffen können", sagte er. Dass sein früherer Förderer bei der Nationalmannschaft Jürgen Klinsmann ab dem kommenden Sommer der neue Trainer beim FC Bayern werde, habe auf seine Entscheidung keinen Einfluss, betonte Lahm: "Von der Trainerfrage werde ich es nicht abhängig machen."

Geht es nach den bisherigen Aussagen der Verantwortlichen des FC Bayern, wird sich Lahm allerdings womöglich noch gedulden müssen. Bereits in der vorvergangenen Woche sowie ein weiteres Mal nach dem nunmehr 14. Pokalsieg am Samstag in Berlin (2:1 n.V. gegen Borussia Dortmund) hatte Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge versichert, Lahm werde auch bei einem Scheitern der Verhandlungen den laufenden Vertrag beim FC Bayern erfüllen.

"Besser man geht zu früh als zu spät"

Zuletzt hatte sich Rummenigge verhalten optimistisch gezeigt, Lahm längerfristig an den Klub binden zu können. "Eines ist klar", wiederholte er darüber hinaus am Dienstag gegenüber der Zeitung tz: "Selbst wenn er seinen Vertrag nicht verlängert, wird er den FC Bayern nicht vorzeitig verlassen und bis zum 30. Juni 2009 bei uns bleiben". Zugleich nannte er das Angebot des FC Bayern an den Nationalspieler "stolz" und "sehr fair".

Von einem Wechsel erhofft sich Lahm unter anderem eine sportliche Weiterentwicklung. "Nur wenn man sich mit den besten Spielern misst, wird man auch selbst besser. Hinzu kommt ein neues Land, ein neuer Fußball - das schärft die Sinne, nur so kommt man an die letzten paar Prozent seines Leistungsvermögens." Den FC Bayern dagegen kenne er nun seit zehn Jahren: "Dann ist es besser, man geht zu früh als zu spät'

© SID

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