Fußball Bundesliga
Lehmann fordert Ausnahmen bei Trainerausbildung

Jens Lehmann hat bei der Trainerausbildung des DFB Ausnahmen gefordert. Der VfB-Torhüter setzt sich für eine Weiterbeschäftigung von Markus Babbel bei den Stuttgartern ein.

Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann hat bei der Trainerausbildung in Deutschland nicht nur im Fall Markus Babbel für Ausnahmeregelungen plädiert und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zu einem Umdenken aufgefordert. "Bei diesem Thema sollte er sich noch einmal hinterfragen. Natürlich ist diese Trainerausbildung für manche Leute wichtig. Aber man darf nicht alle gleichsetzen", sagte der 39 Jahre alte Fußball-Profi vom VfB Stuttgart in einem kicker-Interview.

Lehmanns jahrelanger Konkurrent Oliver Kahn liegt dagegen eher auf einer Wellenlänge mit Sammer. "Ich gebe ihm recht, die Trainer brauchen eine fundierte Ausbildung. Eine lange Karriere als Spieler qualifiziert mich noch lange nicht für die Karriere eines Trainers", sagte er ebenfalls im kicker.

"Er muss eine Chance bekommen"

Für Lehmann drehe sich indes die Kernaufgabe eines Cheftrainers um Taktik und Mannschaftsführung. "Und wo lerne ich das am besten? Nur in einer theoretischen Trainerausbildung? Ich bezweifle, dass es für jemanden wie Markus Babbel oder mich mit unserer Erfahrung notwendig ist, da für elf Monate hinzugehen", erklärte die ehemalige deutsche Nummer eins, die sich vehement für eine Weiterbeschäftigung von Teamchef Babbel (36) beim VfB einsetzt.

Laut Lehmann sollte man sich bei Babbel freuen, "dass da ein Mann ist aus einer Generation, der in England in der Top-Liga der Welt gespielt hat und von dort auch seine Erfahrungen mit nach Deutschland bringt. Ob da eine durch ein Zeugnis gesicherte Qualifikation vorliegt, ist nicht entscheidend. Er muss eine Chance bekommen", verdeutlichte der VfB-Torwart.

Babbel und er konnten in der Premier League "sehr viele wertvolle und innovative Erfahrungen sammeln", so Lehmann weiter: "Ich habe fünf Jahre unter einem der besten Trainer der Welt gearbeitet. Ich habe mir fünf Jahre Notizen darüber gemacht. Ich habe von Arsene Wenger so viel gelernt, dass sich mir im Hinblick auf die Trainerausbildung die Frage stellt: Kann ich dort noch mehr lernen?"

Babbel bis zum Saisonende Teamchef

Er würde sich freuen, "wenn mir jemand aus Deutschland noch wirklich etwas Neues über den Fußball erzählen kann", sagte der frühere Nationaltorwart, der selbst einmal Trainer werden will, und fügte eine weitere Spitze gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) an: "Beim DFB gibt es doch auch einige Jobs, die anscheinend keine bestimmte Qualifikation voraussetzen."

Auch VfB-Manager Horst Heldt erhofft sich Möglichkeiten, "dass ein Mann wie Babbel die theoretischen Stunden per Fernstudium oder in Abendkursen erledigt".

Babbel darf mit einer Sondergenehmigung des DFB und der Liga bis zum Saisonende als Teamchef beim VfB Stuttgart fungieren. Anschließend müsste er die elfmonatige Ausbildung zum Fußballlehrer absolvieren. Sammer hatte zuletzt schon verdeutlicht, dass er auf Dauer keine Ausnahmen zulassen werde.

© SID

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