Fußball Bundesliga
Lehmann springt Kritikern Löw und Co. zur Seite

Die Bundesliga bleibt im Zentrum der Kritik. Nach den anhaltenden Misserfolgen auf internationaler Ebene bekommen die Kritiker um Joachim Löw und Co. mit Jens Lehmann Verstärkung.

Die Kritiker an der Bundesliga nehmen nach den anhaltenden Misserfolgen der deutschen Klubs im internationalen Vergleich weiter zu. Neben Joachim Löw, Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff legt nun auch Keeper Jens Lehmann vom VfB Stuttgart den Finger in die Wunde "Fußball-Bundesliga", die in Rekordmeister Bayern München nur einen Vertreter im Achtelfinale des Champions League stellt.

Zwar sind sich alle Kritiker einig, dass auch das Geld beim Vergleich mit den Topligen aus England, Spanien und Italien, die alle in der Uefa-Fünfjahres-Wertung vor Deutschland platziert sind, nicht außer Acht gelassen werden darf, es aber nicht die alleinige Rolle spielt. "Sie lassen es gern mal locker angehen", rügte der frühere Nationaltorwart und ehemalige England-Legionär Lehmann in den Stuttgarter Nachrichten vor allem die Einstellung vieler Jungprofis."

Lehmann kritisiert "höhere Gelassenheit" der jungen Spieler

Nach Ansicht des 39-Jährigen, der seit Saisonbeginn als Keeper des VfB Stuttgart wieder hautnah das Ligageschäft erlebt, wird die junge Profi-Generation in Deutschland zu sehr verwöhnt: "Die jungen Spieler haben heutzutage eben eine größere Gelassenheit durch den höheren Verdienst in Relation zu früher. Manchmal vergessen sie, dass sie hart arbeiten müssen, um diesen Lebensstandard zu halten."

Für den früheren Bundestrainer Klinsmann gilt dies aber nicht nur für die junge Garde. "Wir haben in Deutschland einfach Aufholbedarf, müssen intensiver arbeiten. Fitness ist die Basis, um mithalten zu können. Auf dem Rasen müssen wir einfach mehr tun", forderte Klinsmann, der als Trainer von Bayern München seit Saisonbeginn von seinen Spielern deutlich mehr Arbeitseinsatz verlangt, in Bild.

Dass die Bundesliga international hinterherhinkt, ist nach Ansicht von Nationalmannschafts-Manager Bierhoff aber nicht nur mit der unterschiedlichen Trainingsarbeit im Vergleich zu anderen Nationen zu erklären. "Die Bundesliga bräuchte den ein oder anderen Weltstar", sagte der frühere DFB-Kapitän bei "Blickpunkt Sport". Er verlangt ebenso wie Bundestrainer Löw gerade von den Nationalmannschafts-Kandidaten Zusatzschichten in allen relevanten Bereichen (Technik, Ausdauer, Kraft).

Qualitätive Unterschiede für Klopp eine Frage des Geldes

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp pflichtete Bierhoff im kicker-Interview bei: "Internationale Titel holen Mannschaften, die Stars aus der ganzen Welt haben. Wir können weder einen Drogba, Terry, Lampard bezahlen, natürlich keinen Messi oder David Villa. Das sind Spieler, die den Unterschied machen", meinte der ehemalige "TV-Bundestrainer", für den allein aus diesem Grund die Qualität in Spanien oder England größer als in der Bundesliga ist.

Der BVB-Coach hält es aber grundsätzlich für richtig, dass in Deutschland keine Erfolge auf Pump gekauft werden, sondern im Gegensatz zu England, Spanien und vor allem auch Italien solide gewirtschaftet wird. Klopp ist zudem optimistisch, dass der deutsche Fußball schon bald taktische Defizite gegenüber der Konkurrenz aufholen wird: "Was System und Trainingssteuerung angeht, sind wir sicher nicht mehr hinten dran. Wir sind auf einem Weg, dass wir die anderen schlagen können. Das kann ein, zwei, drei Jahre dauern."

Dass der deutsche Fußball unabhängig von wirtschaftlichen Kriterien wie die Höhe und auch die Verteilung der Fernsehgelder noch einige Zeit im Hintertreffen bleibt, müsse man dann in Kauf nehmen. Klopp oder auch Bayer Leverkusens Coach Bruno Labbadia sind für Bierhoff Hoffnungsträger, die der Bundesliga auch international wieder zu mehr Renommee verhelfen können: "Das sind alles junge Trainer, die neue Wege gehen, die diese Dinge umsetzen, die wichtig für den modernen Fußball sind."

© SID

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