Fußball Bundesliga
Lizenz-Abgaben für Wettanbieter geplant

DFB und DFL wollen künftig von den Wettanbietern Lizenzgebühren kassieren und damit ihre Eigentumsrechte an Spielplänen und Ansetzungen geltend machen. Auch in der DEL wird über ähnliche Abgaben bereits nachgedacht.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollen von den Sportwetten-Anbietern künftig eine Gebühr erheben. Auf diese Weise wollen DFL und DFB verstärkt ihre Eigentums- und Markenrechte an den Spielplänen und Ansetzungen der Bundesliga geltend machen und gegenüber den Buchmachern konsequent durchsetzen. Eine Entgelt-Regelung ist bei entsprechender rechtlicher Grundlage bereits ab der Spielzeit 2006/07 denkbar, wie DFL-Chefjustitiar Thomas Summerer dem Sport-Informations-Dienst (sid) bestätigte.

"Unsere Rechtsauffassung war immer, dass es ein Recht des Veranstalters geben muss, seine Veranstaltung umfassend auszuwerten", erklärte der 45 Jahre alte Rechtsanwalt. "Derjenige, der ein Produkt marktreif macht, kann nicht von dessen Verwertung ausgeschlossen werden. Das muss auch für Sportwetten gelten. Wie wir das durchsetzen, darüber machen wir uns derzeit Gedanken."

DEL denkt ebenfalls über Kosten-Modell nach

Überlegungen, von den Sportwetten-Anbietern, demnächst Abgaben zu verlangen, gibt es ebenfalls bei der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). "Unsere Erwägungen gehen in die dieselbe Richtung und wir haben schon seit Jahren ein eigenes Konzept in der Schublade, um unsere Eigentumsrechte an Spielplänen und Ansetzungen gegenüber den Sportwetten-Anbietern durchzusetzen", berichtete Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). "Wenn wir nicht spielen würden, hätten die Wettbüros nichts anzubieten. Wir warten jetzt noch ganz bewusst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ab."

Von den Karlsruher Richtern wird im ersten Quartal 2006 ein Grundsatz-Urteil darüber erwartet, ob das Sportwettenmonopol künftig allein beim staatlichen Anbieter Oddset liegen soll oder ob es in diesem Bereich erstmals einen freien legalen Markt für private Buchmacher geben wird.

Printmedien weiter mit "freiem Eintritt"

Nach dem Verkauf der Rechte für Fernsehbilder und - nach dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofes - für Radioübertragungen, scheint die Lizenz für Sportwetten-Anbieter nur noch eine Frage von Monaten. Ohne "Eintrittsgeld" dürfen dann lediglich noch die Printmedien arbeiten. So soll es auch bleiben. "Für die klassische Berichterstattung in Zeitungen und Zeitschriften werden wir garantiert keine Lizenzen erheben", versichert Anwalt Summerer, "das haben wir nicht vor, und das wird auf gar keinen Fall passieren."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%