Fußball Bundesliga
Lucien Favre übernimmt Traineramt bei der Hertha

Neuer Trainer beim Bundesligisten Hertha BSC Berlin wird Lucien Favre. Der Wunschkandidat der Berliner unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag und wechselt vom Schweizer Meister FC Zürich an die Spree.

Bundesligist Hertha BSC Berlin hat den Schweizer Lucien Favre als neuen Trainer verpflichtet. Der 49-Jährige erhielt einen Drei-Jahres-Vertrag und wechselt vom Schweizer Meister FC Zürich an die Spree. Allerdings erklärte Ancillo Canepa, der Präsident des FC Zürich, gegenüber dem Inforadio des rbb, dass es keine Ausstiegsklausel im Vertrag des 49-Jährigen gebe. "Er kann nur den Vertrag auflösen, wenn wir, der FC Zürich, einverstanden sind. Diesbezügliche Gespräche haben bisher nicht stattgefunden", sagte Canepa. Dies wiederum wies Manager Dieter Hoeneß gegenüber dem sid zurück: "Der Wechsel ist in trockenen Tüchern. Es ist alles geklärt mit dem FC Zürich. Wir werden ihn am Samstag in Berlin vorstellen."

Hoeneß froh über Einigung mit "Wunschtrainer"

"Wir sind froh, dass wir unseren Wunschtrainer unter Vertrag nehmen konnten", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Der Verein habe Favres erfolgreiche Karriere schon lange mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. "Er passt sowohl sportlich als auch menschlich hervorragend zu Hertha BSC und nach Berlin", erklärte Hoeneß.

Ein konkretes Ziel will der Manager dem Bundesliga-Neuling nicht vorgegeben haben. "Durch die missratene Rückrunde ist die Erwartungshaltung auf ein Normalmaß geschrumpft. Wenn es ihm gelingt, aus dem vorhandenen Potenzial das Optimale herauszuholen, werden wir auch wieder Erfolg haben", sagte Hoeneß dem sid.

Samstag offizielle Vorstellung

Offiziell als neuer Trainer vorgestellt wird der ehemalige Schweizer Nationalspieler am Samstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin. Bereits am Freitag will sich Favre in Zürich in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz zu seiner Entscheidung äußern.

Der Wechsel war trotz positiver Vertragsgespräche unter der Woche in Berlin in den vergangenen Tagen noch einmal ins Wanken geraten, nachdem die Züricher Klubführung Favre vor allem mit der Aussicht auf die Teilnahme an der Champions League zum Bleiben überreden wollte. Hertha-Manager Hoeneß flog extra am Donnerstag noch einmal in die Schweiz, um Favre in einem persönlichen Gespräch zu überzeugen.

Heines Amtszeit als Chefcoach beendet

Mit der Verpflichtung von Favre endet gleichzeitig die Amtszeit von Karsten Heine als Cheftrainer. Der gebürtige Berliner hatte den Posten am 10. April von Falko Götz als Interimstrainer übernommen. Heine wird wie vor seiner Zeit als Chefcoach wieder die Hertha-Amateure betreuen.

Das Profi-Team der Hertha soll aber der erst dritte ausländische Trainer in Berlin nach Pal Csernai (Ungarn/1990 bis 1991) und Huub Stevens (Niederlande/2002 bis 2003) wieder flott machen. "Wir glauben, dass es der Bundesliga gut tut, wenn wieder etwas mehr Impulse von außen kommen", sagte Hoeneß.

Dabei wird Favre vor allem in Sachen mannschaftlicher Geschlossenheit den Hebel ansetzen müssen. "Wir versprechen uns von ihm, dass er die Hierarchie wiederherstellt und für Disziplin sorgt", so Hoeneß.

Allerdings ist der als Perfektionist und detailversessen geltende Favre kein Feuerwehrmann und Trainer für den schnellen Erfolg. Der Schweizer Trainer der Jahre 2006 und 2007 gilt als Taktiker und Tüftler. Auf all seinen Stationen benötigte Favre erst etwas Zeit, bis sich die Erfolge einstellten. Sein Motto lautet: "Wenn du gewinnen willst, dann musst du auch bereit sein zu verlieren."

Doch Geduld ist nicht die Stärke der Medienstadt Berlin, zudem benötigt der zuletzt stark in die Kritik geratene Manager Hoeneß sofort positive Resultate, um sich aus der Schusslinie zu bringen. Favre ließ in Zürich in der Regel ein auf Kurzpass ausgerichtetes 4-4-2 spielen. Um seine Spielphilosophie durchzusetzten, soll der neue Trainer Mitspracherecht bei den Neuverpflichtungen für die kommende Saison haben. Bislang hat Hertha in Torwart Jaroslav Drobny nur einen neuen Spieler verpflichtet.

Favre ist für Berlin kein Unbekannter. Im Uefa-Cup setzte sich der Schweizer als Trainer mit Servette Genf im Dezember 2001 gegen Hertha BSC Berlin durch. Der zweifache Vater ist seit 1993 im Traineramt und saß zuvor bei FC Echallens, Yverdon Sports, Servette Genf auf der Bank.

© SID

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