Fußball Bundesliga
Madrid wirbt weiter um Ribery

Nach zwischenzeitlichem Abkühlen hat Real Madrid sein Buhlen um Franck Ribery wieder aufgenommen. Berater Zinedine Zidane macht seinem Landsmann einen Wechsel schmackhaft.

Der spanische Rekordmeister Real Madrid rollt Franck Ribery den roten Teppich aus und erklärt den Transfer des Bundesliga-Stars von Bayern München zu den Königlichen zur Chefsache. Real-Berater Zinedine Zidane führt derzeit eigenen Angaben zufolge konkrete Gespräche mit der Bayern-Führung sowie Ribery. Und "Le Chef", Weltmeister 1998 und dreimaliger Weltfußballer, ist sich sicher, seinen Landsmann für etwas mehr als 60 Mill. Euro von den Münchnern loseisen zu können.

"Die Entscheidung liegt bei ihm, aber ich glaube nicht, dass er ablehnen kann. Er ist ein überragender Spieler, der wunderbar zu Real passen würde. Ich erwarte, dass Ribery für Real spielen wird. Es wäre für ihn ein weiterer großer Karriereschritt, wenn er in dieser Mannschaft spielen würde", sagte Zidane der französischen Tageszeitung Le Dauphine Libere.

In einem Interview mit Radio Monte Carlo fügte "Zizou" hinzu, dass der Transfer von Ribery nach der Verpflichtung des Brasilianers Kaka und des kurz bevorstehenden Weltrekord-Einkaufs von Cristiano Ronaldo erneut "etwas ganz Großes für Real" sein könnte: "Wenn er kommt, werde ich ihn mit offenen Armen empfangen." Die Bayern waren am Sonntag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Suche nach der Schmerzgrenze

Madrids Kehrtwende in Sachen Ribery kommt nicht überraschend. Zwar hatte der neue Real-Präsident Florentino Perez noch am Mittwoch das Interesse der Madrilenen an dem französischen Mittelfeldstar für erkaltet erklärt. Doch das offenbar nur, weil die Bayern mit dem ersten Angebot nicht zufrieden gewesen waren und sich der Real-Boss danach mit weiterem Werben in München keine Feinde machen wollte.

Nun scheint Madrid aber gewillt zu sein, die Ablösesumme etwas zu erhöhen und die Bayern an deren Schmerzgrenze zu treiben. Dass die Münchner grundsätzlich bereit sind, ab einer gewissen Summe über einen Ribery-Verkauf konkret zu verhandeln, bestätigte am Wochenende Manager Uli Hoeneß. "Wir werden nur unter ganz bestimmten Umständen reden. Und zwar, wenn sie bereit sind, ganz verrückte Dinge zu tun", sagte er. Die Schmerzgrenze könnte bei 70 Mill. Euro liegen.

Zidane bestätigte, dass nach dem Transfer von Kaka vom AC Mailand für 65 Mill. Euro und der so gut wie feststehenden Verpflichtung von Ronaldo für die Weltrekord-Summe von 94 Mill. Euro weitere Coups auf dem internationalen Spielermarkt eine Selbstverständlichkeit seien. "Wenn man die besten Spieler der Welt zusammenbringen will, dann kostet das eben was", sagte Zidane.

Neben der Ablösesumme für Ribery sollen die Spanier bereit sein, einen ihrer Niederländer an die Bayern abzugeben. Im Gespräch sind die Offensivspieler Arjen Robben, Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart. Ob der neue Bayern-Trainer Louis van Gaal aber überhaupt einen weiteren Landsmann nach Mark van Bommel und Edson Braafheid verpflichten will, ist derzeit offen.

"Schnäppchen" Arbeloa im Visier

Unabhängig von der Personalie Ribery treibt Real Madrid seine Planungen für die kommende Saison weiter voran. Bis zu 300 Mill. Euro will Baulöwe Perez für die "neuen Galaktischen" ausgeben. Kurz vor dem Abschluss steht offenbar die Verpflichtung von Verteidiger Alvaro Arbeloa vom FC Liverpool. Der spanische Europameister soll vergleichsweise günstige acht Mill. Euro kosten.

Auch der Transfer von David Villa vom FC Valencia nach Madrid wird wohl in Kürze über die Bühne gehen. Zwar gerieten die Gespräche mit Valencia am Sonntag ins Stocken. Doch nun will Real neben rund 40 Mill. Euro Ablöse zusätzlich noch Angreifer Alvaro Negredo anbieten, der für UD Almeria als Leihspieler von Real Madrid B in der abgelaufenen Saison 19 Treffer erzielte. Der von der spanischen Sporttageszeitung Marca als Villa-Ersatz ins Spiel gebrachte Diego Forlan von Atletico Madrid, mit 32 Toren Schützenkönig der Primera Division, wäre wohl nur eine Notlösung.

Die Transfer-Offensive Reals scheint mittlerweile auch den Erzrivalen, Meister und Champions-League-Sieger FC Barcelona nervös zu machen. "Barca"-Präsident Joan Laporta sagte zu dem Verhalten des schwerreichen Real-Präsidenten Perez auf dem Transfermarkt: "Das Modell von Madrid ist imperialistisch und überheblich."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%