Fußball Bundesliga
Mainz will weiter auf dem Transfermarkt zuschlagen

Bundesligist FSV Mainz 05 kann sich vor dem Beginn der kommenden Saison noch weitere Neuverpflichtungen vorstellen. "Wir würden gerne noch was machen, wenn es passt", erklärte der Mainzer Trainer Jürgen Klopp.

Ein klein wenig müde wirkte Jürgen Klopp schon, als er am Sonntagvormittag mit acht Minuten Verspätung das Podium im Presseraum von Bundesligist FSV Mainz 05 betrat. Der 39 Jahre alte Fußball-Lehrer, der momentan für die ganze Nation die WM-Spiele im ZDF analysiert und nun ganz nebenbei seine Profis auf die kommende Saison vorbereiten muss, will aber nichts vom angeblich zu großen Stress wissen.

"Für mich ist der ZDF-Job keine Arbeit. Ich kann mich ständig mit Fußball befassen. Ich muss jetzt halt ein bisschen hin- und herfliegen. Auf dem Platz werde ich keine Trainingseinheit verpassen, vielleicht mal einen Waldlauf. Mein Trainer-Job wird nicht unter meinen ZDF-Auftritten leiden", sagte der Coach beim Trainingsauftakt der Rheinhessen. Für Klopp hat das Pendeln zwischen Mainz und Berlin sogar einen Vorteil: "Ich ziehe aus meiner ZDF-Tätigkeit in der permanenten Beobachtung des internationalen Fußballs als Nebeneffekt auch einen großen Nutzen für meine Arbeit als Trainer."

Noch in der Nacht zurückgefahren

Gleich nach dem Achtelfinale zwischen Argentinien und Mexiko (2:1 n.V.) war Klopp in der Nacht von Samstag auf Sonntag die 600 km von Berlin nach Mainz mit dem Auto gefahren, um sich rechtzeitig um seine Schützlinge kümmern zu können. "Ich habe mich schon sehr gefreut, als ich aus dem Auto gestiegen bin und wieder daheim war", gestand der Trainer, der bereits am Montag pünktlich zur nächsten WM-Sendung in Berlin einfliegen wird. Noch viermal steht diese Prozedur für "Kloppo" auf dem Programm.

Trotz der Strapazen rund um die WM, die wohl allenfalls von denen des allgegenwärtigen Organisations-Chefs Franz Beckenbauer übertroffen werden, hat Klopp keineswegs die Nase voll vom Fußball: "Ich freue mich riesig, dass die Saison wieder los geht. Es gibt keine bessere Zeit, um besondere Dinge im Fußball anzugehen. Wir sind doch schließlich alle aufgeladen von dem kleinen Turnier, das da gerade läuft."

"Wir wollen einfach nur die tolle Entwicklung des Klubs fortsetzen"

Die Begeisterung Klopps bezieht sich aber nicht nur auf den Fußball, sondern auch auf die Gesellschaft. "Ich bin vor allem positiv überrascht vom veränderten Bild, das wir von uns haben. Es ist großartig, denn wir merken jetzt, dass wir freundlich sind. Das sollte so bleiben," meinte der Coach.

Für positive Überraschungen will der Trainer mit dem lockeren Mundwerk ("Wir müssen an vielen Dingen arbeiten. Die Feinmotorik ist beim ein oder anderen Spieler sicher noch auf irgendeiner Insel") auch weiter beim FSV sorgen. "Wir werden nicht den Fehler machen, uns auf eine Tabellenposition festnageln zu lassen. Wir wollen einfach nur die tolle Entwicklung des Klubs fortsetzen", erläuterte Klopp.

Die hervorragende Entwicklung des Vereins zeigte sich bereits am Sonntag. Knapp 20 000 Fans waren zum Stadionfest des FSV gekommen, um die bisher neun Neuzugänge Mimoun Azaouagh, Du-Ri Cha, Markus Feulner, Chadlij Amri, Bakary Diakite, Ralph Gunesch, David Ischdonat, Ranisav Jovanovic und Mario Vrancic zu begrüßen.

Auch die Neu-Mainzer werden die unkonventionelle Arbeitsweise Klopps, der weiter auf dem Transfermarkt aktiv bleiben will, schon bald kennen lernen. Einen Tag nach dem WM-Finale wird der Coach mit seinem Team zu einem Trainigslager unter dem Motto "Teamfindung" aufbrechen. Ob die Profis wie in den vergangenen Jahren dabei wieder eine Art "Überlebenstraining" erwartet, ließ Klopp aber offen: "Mal schauen, was uns da passiert."

© SID

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