Fußball Bundesliga
Meyers Comeback im Kellerduell am Betzenberg

Hans Meyer feiert heute (15.30 Uhr) seinen Einstand als Trainer des 1. FC Nürnberg auf dem Betzenberg, wo im Kellerduell der Bundesliga der 1. FC Kaiserslautern wartet. Dessen Coach Michael Henke steht unter Druck.

Am 13. Spieltag der Bundesliga sorgen nicht die Spitzenteams, sondern die beiden "Kellerkinder" für das größte Aufsehen. Nach der Länderspielpause sind die meisten Augen auf Hans Meyer, der sein Comeback auf der Fußball-Bühne feiert, und Michael Henke gerichtet. Heute startet Meyer mit Schlusslicht 1. FC Nürnberg ausgerechnet beim Vorletzten 1. FC Kaiserslautern mit Henke auf der Bank seine "mission impossible". Sollte Meyers Rückkehr auf den Trainerstuhl erfolgreich ausfallen, dürften dagegen die Tage von Henke als FCK-Coach gezählt sein.

Weitere Protagonisten stehen am Samstag im Scheinwerferlicht: Während der souveräne Tabellenführer Bayern München ungeachtet der Dauerdiskussion um die Zukunft seines Spielmachers Michael Ballack, der verletzungsbedingt ausfällt, bei Arminia Bielefeld seine Spitzenstellung untermauern will, hat Verfolger Werder Bremen zumindest auf dem Papier leichtes Spiel. Werder empfängt im kleinen Nordduell den VfL Wolfsburg.

Brisante Westduelle in Köln und Mönchengladbach

Mehr Brisanz bieten vermutlich die Westduelle 1. FC Köln gegen Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen. Nicht ohne Reiz sind auch die Begegnungen zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin sowie zwischen dem 1. FSV Mainz und Eintracht Frankfurt.

Brennen wir die Luft auf alle Fälle auf dem Lauterer Betzenberg, auch wenn Henke versichert: "Es geht nicht um meine Person, es geht um drei Punkte und vor allem um den FCK." Dennoch räumte der ehemalige Hitzfeld-Assistent ein: "Wir müssen unbedingt gewinnen, um den Anschluss ans untere Mittelfeld zu halten." Diese Maxime gilt auch für Meyer, der überraschend beim "Club" die Nachfolge von Wolfgang Wolf angetreten hatte. "Das ist ein Kellergeister-Duell. Ich weiß, dass es in die Pfalz manchmal brennt. Wir können die Unruhe dort vergrößern", sagte der 63-Jährige in gewohnt süffisanter Manier vor der Abreise.

Magath lobt "Fuchs" von Heesen

Solche Probleme sind den Bayern fremd, die sich auf der Alm für das Champions-League-Match am kommenden Dienstag gegen Rapid Wien einstimmen wollen. Trainer Felix Magath, der auf die zuletzt angeschlagenen Bixente Lizarazu und Sebastian Deisler zurückgreifen kann, weiß noch nicht, wen er anstelle von Ballack die zentrale Position anvertraut: "Da muss ich erst die Würfel befragen." Respekt hat der Bayern-Coach, der nach mehr als einem halben Jahr Verletzungspause endlich auf Nationalspieler Philipp Lahm zurückgreifen kann, vor seinem Bielefelder Pendant Thomas von Heesen. "Thomas ist ein Fuchs. Er wird uns das Leben schwer machen", urteilte Magath über seinen früheren Mitspieler aus HSV-Zeiten. "Gegen die Bayern muss alles passen, wenn wir eine Überraschung schaffen wollen", meinte Arminias Teammanager.

Unterdessen will Bremen, am Dienstag in der "Königsklasse" beim FC Barcelona gefordert, den Abstand zu den Bayern nicht noch größer werden lassen. "Aber Wolfsburg wird uns viel abverlangen", erklärte Werder-Coach Thomas Schaaf, der 14 Tage nach der 1:3-Pleite bei den Bayern wieder voller Zuversicht ist. Dass die Bremer vor vier Wochen Wolfsburg, das auf seinen Spielmacher Andres D´Alessandro verzichten muss, im DFB-Pokal erst im Elfmeterschießen ausschalten konnten, beunruhigt Werder-Torjäger Miroslav Klose: "Die wollen sich unbedingt für diese Niederlage revanchieren."

Hertha sieht in Dortmund die Gunst der Stunde

Im Gegensatz zu den Wolfsburgern würde Gladbach ein Punkt im Westduell gegen Bayer nicht reichen. "Die Leverkusener sind verunsichert. Das müssen wir ausnützen. Die werden hier nichts zu melden haben", tönte Borussias Jungstar Eugen Polanski. Von diesen forschen Tönen lässt sich Leverkusens Trainer Michael Skibbe nicht beeindrucken: "Gladbach ist sehr heimstark. Aber wir wollen die Serie beenden. Unsere Mannschaft hat zuletzt nicht nur gegen Dortmund, sondern auch im Training einen klaren Aufwärtstrend erkennen lassen. Daran gilt es in Gladbach anzuknüpfen."

Kribbeln wird es auch in Köln, wo der zuletzt stark kritisierte FC-Coach Uwe Rapolder überzeugt davon ist, "das Ding mit drei Punkten gegen Schalke kurzfristig umbiegen zu können". Der Vizemeister, bei dem der verletzte Torwart Frank Rost erneut durch Christofer Heimeroth ersetzt wird, will aber seinerseits am Dom Selbstvertrauen tanken. "Ein Sieg in Köln wäre ganz wichtig für das Stimmungsbarometer beim Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Eindhoven", sagte Trainer Ralf Rangnick.

Dortmund, das nach dem voraussichtlichen Ausfall von Tomas Rosicky insgesamt sechs Stammspieler ersetzen muss, baut gegen die Hertha auf ein blutjunges Mittelfeld mit Nuri Sahin (17), Florian Kringe (23) und Marc-Andre Kruska (18). "Es war noch nie günstiger, dort zu gewinnen", gab Hertha-Trainer Falko Götz seinen Profis deshalb mit auf den Weg.

© SID

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