Fußball Bundesliga
Michael Oenning nicht mehr Trainer beim "Club"

Bundesligist 1. FC Nürnberg hat sich von Trainer Michael Oenning getrennt. Ein Nachfolger für Oenning wurde noch nicht präsentiert, Dieter Hecking gilt als Favorit.

Die kurze Ära Michael Oenning beim 1. FC Nürnberg ist nach nur 16 Monaten beendet: Nach dem 0:3-Debakel beim 1. FC Köln und der schlechtesten Hinserie in der beinahe 27-Jährigen Bundesliga-Geschichte des fränkischen Traditionsklubs haben die Verantwortlichen um Präsident Franz Schäfer die Konsequenzen gezogen und sich von ihrem Aufstiegscoach getrennt. Ein Nachfolger soll laut Schäfer "schnellstmöglich" gefunden werden, heißester Kandidat ist der frühere Hannoveraner Coach Dieter Hecking.

"Wir trennen uns von unserem Trainer, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, die für unser Ziel Klassenerhalt nötigen Punkte in der Rückrunde zu holen", sagte Manager Martin Bader über die Demission. Bader selbst, über dessen Verantwortung für die "katastrophale Lage" (Schäfer) ebenfalls diskutiert wurde, darf seinen Job behalten.

"Uns allen tut dieser Schritt sehr, sehr leid"

"Nach langen Diskussionen, Gesprächen und Analysen haben wir entschieden, dass wir uns von unserem Trainer trennen werden. Uns allen tut dieser Schritt sehr, sehr leid. Wir sind nicht angetreten, um einen Trainerwechsel zu vollziehen, sondern um in der Bundesliga zu bleiben. Aber zwölf Punkte sind auch für einen Neuling zu wenig", sagte Schäfer nach einer Krisensitzung über die Entlassung Oennings, die im Präsidium einstimmig beschlossen wurde.

Nach der Rückkehr aus Köln hatten die Bosse sich um 11.00 Uhr am Montagmorgen an einem geheimgehaltenen Ort getroffen, um mit dem Ausmisten beim 1. FCN zu beginnen - ihr erstes "Opfer" hieß Oenning. "Die so negative Entwicklung in den letzten vier Wochen war Anlass für die Trennung, der Leistungsabfall in dieser Zeit war und ist für uns unerklärlich", begründete Schäfer die Entscheidung.

Vier Niederlagen ohne Torerfolg in Serie

Die vergangenen vier Spiele hatte Oennings Mannschaft allesamt verloren, ohne dabei selbst ein Tor zu erzielen. Als Vorletzter hat Nürnberg bereits vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 16.

Oenning hatte das Amt beim 1. FCN Ende August 2008 von seinem damaligen Chef Thomas von Heesen übernommen und den Club darauf in die Bundesliga geführt. Im Januar wurde sein Vertrag noch bis 2011 verlängert, jetzt stimmte er der Auflösung seines Kontraktes gegen eine Abfindung in unbekannter Höhe zu.

Hecking und Koller mögliche Nachfolger

Der neue Mann soll spätestens bis zum Trainingsauftakt am 2. Januar gefunden sein. "Es gibt einen Kandidatenkreis. Wir werden das in den nächsten Tagen in aller Ruhe diskutieren", sagte Bader dazu. Neben Hecking, der im August bei Hannover zurückgetreten war, wird auch der Name des früheren Bochumers Marcel Koller genannt.

Ausschlaggebend für die Trennung von Oenning war laut Bader auch "die Art und Weise, in der die Mannschaft zuletzt aufgetreten ist. Oenning hat Veränderungen vorgenommen, aber diese haben nicht gegriffen", sagte der Sportdirektor, der sich selbst ebenfalls "der Verantwortung stellen", aber daraus keine Konsequenzen ziehen will: "Es hört sich banal an, aber es geht nur um das Wohl des Clubs." Und das sieht Bader offenbar noch immer mit seiner Person verbunden.

Profis in der Pflicht

Konsequenzen wird es aber wohl für einige Profis geben. "Es sind auch die Spieler jetzt gefordert, sie müssen nun eine Reaktion zeigen", sagte Bader. Auch Schäfer meinte: "Von den Spielern musst du zehn bis zwölf abgeben, denn sie beweisen immer wieder, dass sie nicht bundesliga-tauglich sind."

Einer der Besseren, Peer Kluge, steht vor einem Wechsel zu Schalke 04. Schäfer: "Schalke will Kluge und Peer will zu Schalke". Als Ablösesumme sind eine Million Euro im Gespräch, Geld das der mit 5,8 Mill. Euro verschuldete Klub in "zwei bis drei neue Spieler" (Schäfer) investieren könnte.

© SID

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