Fußball Bundesliga
Middendorp droht nach Promillefahrt ein Nachspiel

In der Nacht zum Sonntag wurde Ernst Middendorp mit einem Alkoholwert von über 1,1 Promille von der Polizei angehalten. Nun droht dem Trainer von Arminia Bielefeld ein längerer Entzug des Führerscheins.

Von Vereinsseite droht Ernst Middendorp wohl kein Nachspiel, die Polizei ermittelt aber weiter: Dem Trainer des Bundesligisten Arminia Bielefeld, Ernst Middendorp, droht wegen seiner Promillefahrt ein längerer Entzug der Fahrerlaubnis. Von beruflichen Konsequenzen bleibt der 48-Jährige aber wohl verschont.

"Die Kollegen haben vor Ort einen Alkoholwert festgestellt, der über der Marke der absoluten Fahruntüchtigkeit lag", sagte ein Sprecher der Polizeibehörde Gütersloh dem Sport-Informations-Dienst (sid). Ab 1,1 Promille gilt der Fahrer eines Kraftfahrzeuges als absolut fahruntüchtig.

Gravierende Konsequenzen von Vereinsseite muss Middendorp offenbar nicht fürchten. "Über Konsequenzen werden wir uns intern unterhalten. Wir werden aber sicher nicht zur Freude der Konkurrenz den Trainer ablösen. Ernst Middendorp bleibt Trainer, er ist ein guter Trainer", sagte Präsident Hans Hermann Schwick, der als Rechtsanwalt auch das Mandat von Middendorp übernimmt, dem DSF.

Meldungen, wonach der Coach dem Präsidenten zuvor seinen Rücktritt angeboten habe, bestätigten die Bielefelder jedoch nicht. Geschäftsführer Roland Kentsch hatte im Hinblick auf mögliche Konsequenzen bereits erklärt: "Für den Fall, dass nichts Außergewöhnliches dabei herauskommt - und davon gehen wir aus - kann ich das ausschließen."

"Es war ein sehr emotionales Erlebnis"

Middendorp versuchte, sich am Montag zu rechtfertigen. "Es war ein sehr emotionales Erlebnis nach dem Spiel am vergangenen Samstag in Wolfsburg. Dass da sehr viel Freude und Emotion im Spiel war, hat man, glaube ich, auch gesehen", sagte Middendorp: "Ich habe mich eigentlich immer konsequent in der Form verhalten, dass ich Abläufe, die mir bei Spielern nicht gepasst haben, auf den Punkt gebracht habe. Wenn Abläufe möglicherweise beim Trainer nicht gepasst haben, dann werde ich das genauso ansprechen."

Dem Arminia-Coach war in der Nacht zum Sonntag gegen 3.00 Uhr nach dem Sieg beim VfL Wolfsburg (3:2) in seinem Auto im westfälischen Halle nach dem Hinweis eines Zeugen erwischt worden. Er hatte den Wagen halbseitig auf dem Gehweg abgestellt, der Motor lief nicht mehr.

"Er wurde auf die Polizeistation in Halle gebracht, dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Mit dem Ergebnis rechnen wir noch in dieser Woche. Die Ermittlungen dauern an", sagte der Polizeisprecher und ergänzte: "Von der Wache ist Herr Middendorp mit einem Taxi in sein Hotel gefahren."

Middendorp hatte den Verein am Sonntagmorgen über den Vorfall in Kenntnis gesetzt und sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. In einer Stellungnahme hatte der abstiegsbedrohte Klub erklärt, dass man zunächst das Ergebnis der Ermittlungen abwarte, man aber davon ausgehe, dass niemand zu Schaden gekommen sei.

© SID

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