Fußball Bundesliga
Middendorp kehrt nach Bielefeld zurück

Beim Kampf gegen den Abstieg setzt Arminia Bielefeld auf einen alten Bekannten. Mit seinem Jahrhunderttrainer Ernst Middendorp versucht der Bundesligist die sportliche Wende und den Klassenerhalt zu schaffen. Punkt zwölf Uhr am Mittwoch präsentierten die Verantwortlichen des Tabellen-17. aus Ostwestfalen auf einer Pressekonferenz den neuen Chefcoach, der nach achteinhalb Jahren wieder zu "seinem" Klub zurückkehrt. "Es ist ein phantatisches Gefühl", sagte der 48-Jährige. Der bisherige Trainer Frank Geideck geht zurück auf den Assistenten-Posten.

"Es war eine spontane Entscheidung"

Braungebrannt saß Fußball-Lehrer Middendorp, der einst mit Bielefeld den Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga geschafft hatte und von den Fans zum Coach des 20. Jahrhunderts gewählt worden war, auf dem Podium. Er war erst am 5. März vom südafrikanischen Traditionsklub Kaizer Chiefs entlassen worden, am Montag wurde er dann telefonisch in Johannesburg kontaktiert.

"Es war eine spontane Entscheidung, da musste ich nicht lange überlegen. Ich saß gerade im Garten und habe eine Tasse Kaffee getrunken. Ich habe dann kurz abgecheckt, wer dort spielt und arbeitet. Dann habe ich den letzten Platz auf dem letzten Flug nach Frankfurt am Montagabend bekommen. Manchmal gibt es im Leben Fügungen, es sollte wohl so sein", sagte Middendorp und beschrieb die turbulenten Ereignisse. Es ist für den neuen/alten sportlichen Chef das dritte Engagement in Bielefeld nach 1988-1 990 (Oberliga) und 1994-1 998.

Der in der Bundesliga als knallharter Fußballlehrer bekannte Coach unterschrieb einen Vertrag bis 2008, der auch für die 2. Liga gilt. Damit beschäftigt sich der selbstbewusste Middendorp allerdings nicht. "Der Klassenerhalt, also der 15. Platz, ist realistisch. Wir sind nur einen Punkt von einem Nichtabstiegsplatz entfernt und haben auch eine ganz gute Tordifferenz, was von Vorteil ist. Negativ ist nur der 17. Platz und der Abwärtstrend", sagte der neue Trainer.

Saftig hofft auf "Salto nach vorne"

Das sind Worte, die die Verantwortlichen von Middendorp hören wollten. "Wenn man in so einer Situation einen Trainer holt, muss er Akzeptanz haben. Ich hoffe, dass es einen Salto nach vorne gibt", sagte Reinhard Saftig. Der Sportdirektor erklärte, dass der Name Middendorp am Samstag erstmals gefallen sei - im Gespräch mit Geideck übrigens.

Der bisherige Cheftrainer, der erst am 11. Februar die Nachfolge von Thomas von Heesen angetreten hatte, rückt nach einem Chef-Intermezzo von fünf Wochen und nur vier Bundesligaspielen (ein Sieg, drei Niederlagen) wieder ins zweite Glied, sein kürzlich abgeschlossener Vertrag bis 2009 wird mit leichten Veränderungen laut Geschäftsführer Roland Kentsch Bestand haben.

"Mir ist es nicht gelungen, kurzfristig möglichst viele Punkte zu holen. Es geht hier nicht um meine Befindlichkeit", meinte der Wieder-Co-Trainer. Geideck und Middendorp kennen sich bestens, beide haben bereits mehrere Jahre zusammengearbeitet. "Wir hatten am Dienstag ein 15-minütiges Gespräch und haben die Abläufe abgesprochen. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft physisch topfit ist und auch taktisch gut vorbereitet", sagte Middendorp.

"Fußball soll für die Spieler ein Vergnügen sein"

Viele Dinge spielen sich nach Meinung des neuen sportlichen Leiters im Kopf ab. Da wolle er bis zum Spiel bei Alemannia Aachen am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) ansetzen. Zuletzt schwache Schlüsselspieler wie den Südafrikaner Sibusiso Zuma oder Heiko Westermann will er in Einzelgesprächen aufrichten. "Fußball soll für die Spieler ein Vergnügen sein. Sie sollen sich auf die Fahrt nach Aachen freuen", sagt Middendorp.

Die Auslandsstationen im Iran, China, Kanada oder Südafrika haben offenbar auch die Methoden und Ansichten Middendorps verändert. Seine Gedanken vor einer Dekade, die Profis ganztägig auf dem Klubgelände antreten zu lassen, bezeichnet er mittlerweile als "absoluten Schwachsinn": "Es geht um Teamspirit und Team-Unity. Andere Dinge gehören dazu, wenn man sich auf eine Aufgabe konzentrieren will."

© SID

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