Fußball Bundesliga
Mitglieder entlasten HSV-Vorstand

Bei der Fortsetzung der im Dezember abgebrochenen Mitgliederversammlung sind Vorstand und Aufsichtsrat des Hamburger SV entlastet worden. Trotzdem sparten die Redner nicht mit Kritik an Hoffmann und Beiersdorfer.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat des Hamburger SV sind am Montagabend bei der Fortsetzung der Mitgliederversammlung von den 954 anwesenden Mitglieder entlastet worden. Die Amtsführung des angesichts der sportlichen Misere heftig kritisierten Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und des ebenfalls umstrittenen Sportchefs Dietmar Beiersdorfer wurde damit wie die ihrer Kollegen Katja Kraus und Christian Reichert für das am 30. Juni 2006 endende Geschäftsjahr 2005/06 mit Mehrheit gebilligt und diese somit von der wirtschaftlichen Verantwortung befreit.

Hoffmann ging in seiner kurzen Rede vor allem auf die Trennung von Trainer Thomas Doll nach dem zweiten Rückrundenspieltag ein. "Ergebnisse und Auftreten der Mannschaft haben uns zur Erkenntnis kommen lassen, dass wir auf der Position des Trainers handeln mussten", erklärte Hoffmann, der wie Beiersdorfer Fehler einräumte: "Wir im Vorstand übernehmen die Verantwortung für die derzeitige sportliche Situation, aber auch dafür, den Verein wieder aus dieser Krise herauszuführen."

Die trotz teilweise kontroverser Diskussionen friedlich verlaufende Versammlung war die Fortsetzung der am 11. Dezember unter teilweise chaotischen Umständen abgebrochenen Sitzung. Damals bereits hatte der Vorstand des Tabellenletzten bei einem Umsatz von 100 Mill. Euro einen Gewinn von zwei Mill. Euro ausgewiesen. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker kündigte für das laufende Geschäftsjahr einen zweistelligen Millionengewinn an und geht davon aus, auch im kommenden Geschäftsjahr, egal ob in der ersten oder zweiten Liga, "mit der Liquidität gut über die Runden zu kommen".

Von einigen Rednern wurde auf der Sitzung erneut der Rücktritt von Hoffmann und Beiersdorfer gefordert. Becker und der Aufsichtsrat hatten allerdings bereits im Vorfeld auf einer Klausurtagung dem umstrittenen Sportchef ausdrücklich den Rücken gestärkt, eine Entlassung sei kein Thema. Becker appellierte statt dessen in seiner Vorstellungsrede an alle HSV-Mitglieder, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam um den Klassenerhalt zu kämpfen: "Für uns alle kann es nur dieses eine Ziel geben", erklärte der 66-Jährige.

Die Versammlung begann mit der emotionalen Verleihung der Goldenen Vereinsnadel für den am vergangenen Freitag ausgeschiedenen ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Bandow. Der 75-Jährige musste sein über zehn Jahre ausgeübtes Ehrenamt wegen der Folgen einer schweren Herzoperation im September aufgeben. Die Mitglieder dankten Bandow mit minutenlangem, stehend dargebrachtem Applaus. Unter Bandow wurde unter anderem der Bau der vereinseigenen Arena realisiert sowie die Trainings- und Jugendzentren ausgebaut. "Er hat sich in überragender Art um den Verein verdient gemacht", erklärte Ex-Präsident Dr. Peter Krohn bei seiner Laudatio, "später einmal werden diese zehn Jahre als Ära Bandow beschrieben werden."

© SID

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